Nürnberg

Prozess in Nürnberg: Arzt soll Patientinnen missbraucht haben

Ein Arzt aus Nürnberg soll teilweise sexuelle Handlungen an seinen Patientinnen durchgeführt haben.
Artikel drucken Artikel einbetten
Prozess in Nürnberg: Arzt soll Patientinnen missbraucht haben Foto: Nikolas Pelke
Prozess in Nürnberg: Arzt soll Patientinnen missbraucht haben Foto: Nikolas Pelke
Ein Arzt aus Nürnberg soll teilweise sexuelle Handlungen an seinen Patientinnen durchgeführt haben. Zum Prozessauftakt am Mittwoch vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth ist der 51-jährige Angeklagte nicht erschienen. Laut einem Attest leidet der Arzt unter depressiven Zuständen. Demnach könne auch ein Suizidversuch nicht ausgeschlossen werden. Deshalb wurde die Verhandlung auf den 26. September verschoben.

Der iranischstämmige Internist aus Nürnberg habe sich laut Ermittlungen in mindestens drei Fällen in seiner Praxis an seinen Patientinnen sexuell vergangen. Konkret soll er die arglosen Frauen laut Staatsanwaltschaft in den Jahren 2013 und 2014, die zur Behandlung seine Arzträume in der Frankenmetropole aufsuchten, zur eigenen sexuellen Befriedigung unsittlich berührt haben. Meistens habe der Arzt seine nackt auf einer Liege liegenden Patientinnen mit den Händen im Intimbereich ausführlich "erforscht" und "befummelt". Die Geschädigten sollen die "Behandlung" aus Scham und Verunsicherung über sich ergehen haben lassen. In der Regel soll der Mediziner seine Opfer nach der offiziellen Sprechstunde in die Praxis bestellt haben. In mindestens einem Fall soll der Arzt behauptet haben, aus "Forschungszwecken" zu handeln.

In diesem Zusammenhang erinnert der Fall an den sogenannten "Chefarzt-Prozess", der seit einiger Zeit in Bamberg verhandelt wird. Für diese sexuellen Handlungen an den Frauen, die ihm wegen einer körperlichen Krankheit zur Beratung, Behandlung oder Betreuung anvertraut waren, sieht der Gesetzgeber eine Gefängnisstrafe von höchstens fünf Jahren und mindestens drei Monaten vor. Außerdem sei der Facharzt für innere Medizin nicht berechtigt gewesen, in Deutschland einen Doktortitel zu führen. Die Verteidigung hofft in der Verhandlung allerdings auf einen Freispruch für den Mediziner, sagte Rechtsanwalt Christian Fuchs am Rande des geplatzten Prozessauftaktes.

Fest stehen dürfte nach Aussagen des Verteidigers, dass sich der Angeklagte für unschuldig hält und die Taten von sich weist. Der Mediziner befindet sich derzeit unter Auflagen auf freiem Fuß. Nach der Festnahme saß der 51-Jährige im März letzten Jahres zunächst für vier Wochen in U-Haft.

Kommentare (0)

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.