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1. FC Nürnberg

Nürnberg scheitert bei Suche nach Stadion-Sponsor

Auf der Suche nach einem finanzstarken Namensgeber für das städtische Stadion ist Nürnberg vorerst gescheitert.
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Symbolbild: Klaus Groh
Symbolbild: Klaus Groh
Ab sofort heißt das ehemalige "Grundig-Stadion" schlicht und einfach wieder "Stadion Nürnberg".


Enttäuschende Sponsorensuche

Einen Monat vor dem Start in die neue Saison der 2. Fußball-Bundesliga steht die Heimstätte des 1. FC Nürnberg ohne finanzstarken Namensgeber da. Die CSU zeigt sich enttäuscht über die erfolglose Sponsorensuche und wirft Bürgermeister Christian Vogel (SPD) vom großen Koalitionspartner im Rathaus explizit Versagen vor.

Seit Oktober letzten Jahres sucht der Stellvertreter von Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) ohne Erfolg nach einem neuen Namenssponsor für das Stadion. Dass der Fußballtempel nun wieder "Stadion Nürnberg" heiße, offenbare das Versagen "nun auch deutlich nach außen", kritisiert der CSU-Fraktionsvorsitzende Sebastian Brehm. Vogel hätte den Deal mit Lotto-Bayern nicht gleich ausschlagen dürfen, findet Brehm. Finanz- und Heimatminister Markus Söder (ebenfalls CSU) hatte vor einem Jahr vorgeschlagen, dass die staatliche Lotterie der Stadt Geld überweist, damit diese das Stadion nach der Club-Legende Max Morlock benennen kann.

Diesen Stadionnamen wünschen sich die meisten Anhänger des 1. FC Nürnberg seit Jahren.Vor zwei Monaten scheiterten die Gespräche, weil die finanziellen Vorstellungen beider Seiten zu weit auseinander lagen. Laut Söder sei Lotto Bayern bereit gewesen, rund 150.000 Euro pro Jahr zu bezahlen. Die Stadt erhofft sich von der Vergabe der Namensrechte freilich mehr. Vogel spricht von rund 800.000 Euro pro Jahr. Soviel habe die staatliche Lotteriebehörde laut Söder nicht berappen können. Schließlich hätte die Lotterie das Stadion nicht nach dem eigenen Namen benannt.


Keine Einnahmen

"Max Morlock Stadion sponsored by Lotto Bayern", sollte der offizielle Titel lauten. Gegenüber dieser Zeitung hat sich Finanzminister Söder skeptisch gezeigt, dass die Stadt ihre finanziellen Forderungen für die Namensrechte in der aktuellen Situation realisieren kann. Nach Meinung des Finanzministers sei es derzeit schwer, Stadionnamen für hohe Summen zu vermarkten. Söder findet, die Stadt wäre besser beraten gewesen, das Geld aus dem Glücksspielgeschäft zu nehmen und das Stadion nach Max Morlock zu benennen. Nun stehe die Stadt komplett mit leeren Händen da. In die gleiche Kerbe haut der CSU-Fraktionsvorsitzende im Rathaus. "Jetzt gar keine Einnahmen zu haben, ist die schlechteste aller Möglichkeiten", findet Brehm.

Der für das städtische Stadion zuständige Bürgermeister Christian Vogel (SPD) wehrt sich gegen die Kritik und gibt sich kämpferisch. Zwei Interessenten seien noch im Rennen, sagt er. Diese seien unter Umständen bereit, bis zu 800.000 Euro für die Namensrechte am Stadion pro Jahr auf den Tisch zu legen. Vogel hat sich im Gespräch mit dieser Zeitung zuversichtlich gezeigt, bald einen potenten Namenssponsor präsentieren zu können. Die Kritik der CSU bezeichnet er als "Zinnober".


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