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Nürnberg bringt Flüchtlinge auf Quelle-Parkplatz unter

Drei winterfeste Leichtbauhallen für rund 450 Flüchtlinge werden derzeit auf dem ehemaligen Quelle-Parkplatz in Nürnberg errichtet.
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Fotos: Nikolas Pelke
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Weil nach wie vor pro Woche über 200 geflüchtete Menschen von der Regierung von Mittelfranken nach Nürnberg zwangszugewiesen werden, lässt die Stadt derzeit auf dem Quelle-Parkplatz neben dem ehemaligen Versandhandelsgebäude eine dreiteilige, winterfeste Leichtbauhalle für die Unterbringung von bis 450 Personen errichten.

Noch wird an den drei Hallen gebaut. Christine Schüßler vom Bürgermeisteramt der Stadt Nürnberg hofft, dass die beheizbaren Hallen spätestens zum Monatsende bezugsfertig sind. Die Stadt wisse nicht mehr, wo sie die viele Flüchtlinge sonst unterbringen könne. "Seit dem Sommer ist die Flüchtlingssituation in Nürnberg immer schwieriger geworden", erklärt Schüßler.

Weil die staatlichen Unterkünfte überfüllt seien, schicke die Regierung von Mittelfranken derzeit rund 200 Flüchtlinge pro Woche nach Nürnberg. "Nächste Woche sollen sogar 280 Asylbewerber kommen", sagt Schüßler. "Wir kommen leider nicht hinterher, die Menschen in guten Einrichtungen unterzubringen." Im Augenblick müsse die Stadt deswegen auch Hallen wie diese für die Unterbringung bauen lassen.


7000 Flüchtlinge leben derzeit in Nürnberg

Derzeit leben in Nürnberg nach Angaben der Stadt rund 7000 Flüchtlinge. 2500 seien in Einrichtungen der Regierung von Mittelfranken untergebracht. Um die restlichen 4500 Menschen müsse sich die Stadt selber kümmern. Insgesamt leben 1500 Flüchtlinge derzeit in Notunterkünften. Die übrigen Menschen wohnen in 70 Unterkünften im gesamten Stadtgebiet.

Goran Marincic, Unternehmer aus Pyrbaum im Landkreis Neumarkt, baut die Hallen mit einer überdachten Gesamtfläche von rund 2200 Quadratmeter im Auftrag der Stadt. Nach eigenen Angaben vermietet der Unternehmer die Hallen an die Stadt für etwa 120.000 Euro im Monat. Der Mietvertrag sei für ein Jahr abgeschlossen worden. Die Kosten für die Unterbringung muss laut Stadt die Regierung von Mittelfranken übernehmen. Die Stadt bezahle lediglich die Sozialbetreuung. Zu den Mietkosten kommen die Ausgaben für ein Catering-Unternehmen, das sich um die Verpflegung der Flüchtlinge kümmern soll.

In zwei Hallen sollen die Flüchtlinge schon bald in abgetrennten Parzellen wohnen können. Geschlafen wird in Stockbetten. In der dritten Halle soll die Essensausgabe stattfinden. Die sanitären Anlagen sollen in einer kleineren Halle untergebracht werden. Damit die ersten Flüchtlinge bereits Ende diesen Monats in die Hallen im Schatten des Quelle-Gebäudes einziehen können, sind die Baumannschaften auch am Wochenende beinahe rund um die Uhr beschäftigt. Frieren werden die Flüchtlinge in den Hallen wohl nicht müssen. Die an ein Festzelt erinnernden Leichtbauhallen könnten gut beheizt werden.
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