Nürnberg
Wachstum

Nürnberg-Messe in Baulaune

Im nächsten Jahr wollen die Nürnberger Messe- und Kongressmacher die 250-Millionen-Euro-Schwelle beim Umsatz knacken. Dann fällt auch der Startschuss für eine neue Ausstellungshalle im Süden des Messegeländes.
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Die Halle 3 A ist derzeit das Schmuckstück des Messegeländes. Die geplante neue Halle 3 C soll ähnlich aussehen. Foto: Matthias Litzlfelder
Die Halle 3 A ist derzeit das Schmuckstück des Messegeländes. Die geplante neue Halle 3 C soll ähnlich aussehen. Foto: Matthias Litzlfelder
Was unter dem Strich übrig bleibt, darüber wird bei der Nürnberger Messegesellschaft selten gesprochen. Aussteller, Besucher, Umsatz - solche Zahlen stehen im Mittelpunkt. Und zuletzt sorgten diese Werte für strahlende Gesichter bei den Verantwortlichen.
"Wir werden 2015 deutlich weniger Verlust machen", berichtete Messe-Geschäftsführer Roland Fleck am Dienstag dann doch am Ende der Jahrespressekonferenz der Messe GmbH. Es werde ungefähr die Hälfte dessen sein, was die Nürnberg-Messe jeweils in den vergleichbaren Jahren 2013 und 2011 in der Bilanz ausweisen musste. Damals hatte der Verlust rund fünf Millionen Euro betragen.


70-Millionen-Euro-Investition

Schulden sind in der deutschen Messelandschaft keine Seltenheit. Die Investitionen, unter anderem in moderne Hallen, hinterlassen ihre Spuren. So haben zum Beispiel die Nürnberger in den mehr als 40 Jahren des Bestehens der Messegesellschaft rund 775 Millionen Euro in das Gelände im Süden der Stadt investiert.
Und die Eigenkapital- und Zinssituation lässt es zu, dass in Nürnberg schon die nächste Großinvestition ansteht. Im Frühjahr soll der Bau der neuen Halle 3 C im Süden des Geländes beginnen. Sie wird 70 Millionen Euro kosten. "Die können wir aus eigener Kraft finanzieren, ohne Leistungen der Gesellschafter", stellt Fleck klar. Die Stadt Nürnberg und der Freistaat Bayern sind zu gleichen Teilen Gesellschafter, IHK Nürnberg und die Handwerkskammer für Mittelfranken haben minimale Anteile.


Puffer für Sanierungen

Die neue Halle mit 10 000 Quadratmeter Fläche soll der zuletzt errichteten Halle 3 A ähneln. Erneut ist Stararchitektin Zaha Hadid dafür engagiert worden. Mit dem Gebäude, das Ende 2018 fertig sein soll, wird sich die Hallen-Ausstellungsfläche in Nürnberg auf 180 000 Quadratmeter erhöhen. Fleck sieht den Zugewinn an Ausstellungsfläche als Puffer, wenn von 2020 an die anderen Hallen auf dem Messegelände nach und nach saniert werden müssen.
"Unsere Halle 3 A kommt hervorragend an, was Höhe und Luftqualität angeht", berichtete der Geschäftsführer. Mit der neuen Halle 3 C setze man auf diese Bauart und Konstruktion im Inneren.


Umsatzstärkstes ungerades Jahr

Flecks Kollege in der Geschäftsführung, Peter Ottmann, sprach im Rückblick auf 2015 vom "besten ungeraden Jahr unserer Firmengeschichte". Ungerade Jahre sind wegen der unterschiedlichen Messezyklen - manche Messe findet nur alle zwei Jahre statt - in Nürnberg immer etwas umsatzschwächer als gerade Jahre. Mit prognostizierten 195 Millionen Euro verbucht die Nürnberg-Messe das umsatzstärkste ungerade Geschäftsjahr ihrer Geschichte.
Ottmann verhehlte jedoch nicht, dass es "noch besser" hätte ausfallen können. Infolge des Wechselkurses habe aber die brasilianische Tochter einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Was internationale und national Fachmessen angehe, setze die Nürnberger Messegesellschaft ihr Wachstum fort. Vier Prozent mehr Aussteller und sechs Prozent mehr Fachbesucher gegenüber dem Vorjahr zeigten dies.


Indien und Iran

Für das nächste Jahr prognostizierten Ottmann und Fleck einen Umsatz von "250 Millionen Euro + x", es wäre ein neuer Allzeit-Spitzenwert. Im vergleichbaren Messejahr 2014 hatte der Umsatz bei 229 Millionen Euro gelegen. Gelingen soll dies mit weiterer Internationalisierung. "Wir sind mittlerweile in Indien präsent und haben den großen Zeh in den Iran reingestreckt", nannte Ottmann zwei Beispiele.
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