Nürnberg
Bilanz

Neuer Rekord für Nürnberg-Messe

Die Messe- und Kongressmacher aus der Noris knacken in diesem Jahr die Viertel-Milliarde-Euro-Schwelle beim Umsatz deutlich. Jetzt wagt man viel Neues.
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Foto: Heiko Stahl/Nürnberg-Messe
Foto: Heiko Stahl/Nürnberg-Messe
Sie hatten sich schon vor einem Jahr diese Zielmarke gesetzt. Einen Umsatz von 250 Millionen Euro wollten die Verantwortlichen der Nürnberger Messegesellschaft heuer erreichen, in einem geraden Jahr, einem Jahr, in dem aufgrund vieler Messen so ein Ziel möglich schien. Zuletzt, 2014, hatte man in so einem Jahr einen Umsatz von knapp 229 Millionen Euro ausweisen können.
Gestern bei der Jahrespressekonferenz wurde schnell klar: Die neue Rekordmarke ist nicht nur erreicht, sie wurde deutlich übertroffen. "Nach aktuellen Berechnungen werden wir 275 Millionen Euro plus x erzielen", berichtete Peter Ottmann, einer der beiden Messe-Geschäftsführer.


Immer internationaler

Das Umsatzplus kommt nicht von ungefähr. Insgesamt vier Prozent mehr Besucher, vier Prozent mehr Fläche und vier Prozent mehr Aussteller bei den Messen - auch hier mit mehr als 32 000 Ausstellern ein neuer Höchstwert. "Wir sind doppelt so schnell wie der deutsche Messemarkt gewachsen", sagte Ottmann. "Unsere Messen werden immer internationaler."
Die Stärke der Nürnberger ist die Relevanz, die sie mit ihren internationalen Fachmessen inzwischen erreicht hat. Ob Euroguss, Biofach oder Braubeviale - mit ihrem Angebot ist die Nürnberg-Messe entweder die Nummer eins oder die Nummer zwei in der jeweiligen Branche.


Zahlreiche Varianten im Ausland

Wenn ein Konzept läuft, dann exportieren es die Nürnberger in zahlreichen Varianten ins Ausland. Ein Beispiel ist die Weltleitmesse für Bioprodukte, die Biofach. Sie gibt es inzwischen unter der Führung der Nürnberg-Messe auch in Indien, China, Japan, den USA oder Brasilien.
"Ich bin mir sicher, dass es künftig weitere Produktfamilien unter dem Dach der Nürnberg-Messe geben wird, denn diese Internationalisierungsstrategie ist bei unseren Kunden bestens akzeptiert und in der Praxis sehr erfolgreich", sagte Ottmann.


Zweistelliger Millionengewinn

Sein Kollege in der Geschäftsführung, Roland Fleck, deutete auf Nachfrage an, was nach diesem laut Aussage der Messemacher "fulminanten Jahr" unter dem Strich für die Hauptgesellschafter - die Stadt Nürnberg und den Freistaat Bayern - übrig bleibt: Erwartet werde ein zweistelliger Millionengewinn. Geld, das die Nürnberger gut gebrauchen können. Denn gerade in den kommenden zwei Jahren muss der Hauptanteil der Investitionskosten für die neue Halle 3 C aufgebracht werden. Die neue Ausstellungsfläche, die im Herbst 2018 offiziell in Betrieb gehen soll, verschlingt mit allen Infrastrukturkosten rund 70 Millionen Euro.


Plattform für die Medizintechnik

Fleck gab einen Ausblick auf das kommende Jahr, in dem so viele Innovationen wie noch nie anstünden. Neben sieben neuen Veranstaltungen im Ausland, darunter eine Fahrradmesse für Brasilien, wagt man auch am Standort Nürnberg drei neue Formate: eine Medizintechnikmesse (MT-Connect), eine Messe zum Thema Drohnen und Sicherheit (U.T.Sec) und eine Konferenz für Recht, Gesellschaft & Industrie in der digitalen Welt (Net.Law.S).

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