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National Express will die Nürnberger S-Bahn nicht mehr

Im jahrelangen Streit um den künftigen Betrieb des Nürnberger S-Bahn-Netzes hat das britische Bahnunternehmen National Express (NX) das Handtuch geworfen.
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Ein S-Bahn steht am Gleis im Hauptbahnhof in Nürnberg. Foto: Daniel Karmann, dpa
Ein S-Bahn steht am Gleis im Hauptbahnhof in Nürnberg. Foto: Daniel Karmann, dpa
Paukenschlag um die Vergabe der Nürnberger S-Bahn.: Der britische Bahnbetreiber National Express Rail (NX) hat überraschend seinen Rückzug angekündigt. Der Gesellschaft ist im Zuge der juristischen Auseinandersetzung nach der Vergabe offensichtlich die Puste ausgegangen.

Eine Betriebsaufnahme des S-Bahnverkehrs im Dezember 2018 sei laut NX mit den "angebotenen Neufahrzeugen" (gemeint sind neue S-Bahnen) durch "die anhaltenden gerichtlichen Verfahren bedingten gravierenden Verzögerung der Zuschlagsentscheidung" nicht mehr zu gewährleisten.

Durch eine "derart kurzfristige Betriebsaufnahme" würden laut NX unverhältnismäßig hohe zusätzliche Kosten entstehen.

Hintergrund ist die Klage der unterlegenen Bahngesellschaft, DB Regio, gegen die Vergabe der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) an die Briten. In einer aktuellen Mitteilung macht die BEG deutlich, dass der Rückzug der Briten nicht gleichzeitig bedeutet, dass nun die DB Regio den Zuschlag "automatisch" erhält. Vielmehr wolle die Eisenbahngesellschaft eine neue Angebotsauswertung vornehmen, um das wirtschaftlichste Angebot zu ermitteln. Dabei sind die britische Bahnbetreiber freilich nicht mehr im Lostopf. "Wir streben eine neue Entscheidung über die Vergabe bis zum Ende des Jahres an", sagte eine Sprecherin der BEG am Dienstag auf Anfrage.

Der Rechtsstreit um die umstrittene Vergabe an die deutsche Tochtergesellschaft der britischen Bahnbetreiber dauert bereits über ein Jahr. Im September hatte das OLG München den Beschluss der Vergabekammer Südbayern zum Vergabeverfahren "S-Bahn Nürnberg" aufgehoben und entschieden, dass die BEG die finanzielle Leistungsfähigkeit von NX erneut prüfen müsse. Nach der Entscheidung der Bahngesellschaft für die deutsche National Express Rail waren Gewerkschafter und Politiker auf die Barrikaden gegangen. Befürchtet wurde neben Chaos im Regionalverkehr auch Stellenabbau und Lohndumping.
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