Nürnberg
Aufruhr

Mehrere Verletzte bei Festnahme von mutmaßlicher Ladendiebin

Am Montagnachmittag mussten sich mehrere Streifenbesatzungen der Polizeiinspektion Nürnberg-Mitte mit einer gewalttätigen Frau auseinandersetzen. Letztlich war die Einweisung in eine psychiatrische Fachklinik erforderlich. Drei Beamte wurden bei der Festnahme verletzt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Symbolbild: Markus Führer/Polizeipräsidium Oberfranken
Symbolbild: Markus Führer/Polizeipräsidium Oberfranken
Gegen 15:30 Uhr wurde der Ladendetektiv eines Kaufhauses am Nürnberger Plärrer auf die Frau aufmerksam. Sie hatte Ware genommen und war im Begriff, das Haus zu verlassen. Der Detektiv sprach sie nun an.

Schon während des nur kurzen Gespräches wurde die 23-Jährige immer aggressiver, griff den Detektiven an und versetzte ihm sogar mehrere Schläge ins Gesicht. Außerdem trat sie mit den Beinen nach ihm und traf ihn auch mehrfach. Die Polizei musste verständigt werden.

Auch der eintreffenden Streife gelang es nicht, die inzwischen sehr aggressive Frau zu beruhigen. Bei der unvermeidlichen Festnahme kam es dann zu erheblichen Widerstandshandlungen, derer die Beamten alleine nicht Herr wurden.
Zur Unterstützung mussten weitere Streifenbesatzungen angefordert werden.

Schaulustige behindern die Festnahme

In der Zwischenzeit beobachteten immer mehr Kunden des Marktes den Vorfall und bedrängten die immer noch mit der Frau beschäftigten Beamten. Teilweise wurden diese aus der Menge heraus beschimpft, teilweise wollte die Zuschauer die 23-Jährige befreien. Deshalb mussten einige Beamte mehrere Dutzend Schaulustige und Personen, welche den Einsatzkräften zu nahe kamen, vom eigentlichen Geschehen zurückhalten.

Ein 19-jähriger "Zuschauer" fiel dabei besonders auf. Er hatte sein Mobiltelefon in der Hand und zeichnete den Einsatz auf. Nachdem er durch dieses Vorgehen möglicherweise Beweismaterial auf dem Handy gespeichert hatte, wurde es sichergestellt. Der 19-Jährige riss einem Beamten das Telefon jedoch wieder aus den Händen und übergab es einer anderen Person. Diese flüchtete und ist zurzeit noch unbekannt.

Als der 19-Jährige festgenommen werden sollte, leistete auch dieser heftigen Widerstand. Mehrere Beamte waren erforderlich, um ihn zu überwältigen und zur Dienststelle zu bringen.

Die 23-jährige mutmaßliche Ladendiebin wurde letztlich überwältigt und ebenfalls zur Dienststelle verbracht. Zuvor schlug sie immer wieder um sich, sogar im Streifenfahrzeug trat sie nach den Beamten.

Mehrere Strafverfahren

Bilanz des Einsatzes: drei verletzte Polizeibeamte, davon eine Beamtin bis auf Weiteres dienstunfähig, ein verletzter Detektiv sowie ein verletzter Beschuldigter. Ob am Streifenwagen Sachschaden entstanden ist, muss noch geprüft werden.

Die 23-Jährige musste auf Grund ihres offensichtlich psychisch schlechten Zustandes in ein Krankenhaus gebracht werden. Gegen sie wurden mehrere Strafverfahren, unter anderem wegen Körperverletzung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte, eingeleitet.

Auch gegen den 19-Jährigen leiteten die Polizei mehrere Strafverfahren ein, unter anderem auch wegen Verwahrungsbruches und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte. Er konnte nach abgeschlossener Sachbearbeitung wieder entlassen werden.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.