Augsburg
Feinstaub

In Nürnberg und Würzburg ist die Luft bayernweit am schlechtesten

Im vergangenen Jahr war die Feinstaubbilanz in Bayern erfreulich. Doch seit Beginn des neuen Jahres sind die Werte deutlich nach oben geschnellt.
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In Bayern stehen Nürnberg und Würzburg an der Spitze der Feinstaubbelastung. Symbolfoto: Oliver Weiken, dpa
In Bayern stehen Nürnberg und Würzburg an der Spitze der Feinstaubbelastung. Symbolfoto: Oliver Weiken, dpa
Stark erhöhte Feinstaubwerte haben in den ersten beiden Monaten des Jahres für schlechte Luft in Bayerns Städten gesorgt. Gleich an vier Stationen im Freistaat wurde der Grenzwert von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft in den Wintermonaten Januar und Februar an mehr als 18 Tagen überschritten, wie das Landesamt für Umwelt am Mittwoch in Augsburg bilanzierte.

Trauriger Spitzenreiter war die Messstation an der Nürnberger Von-der-Tann-Straße, wo der Grenzwert im Januar und Februar an 22 Tagen überschritten wurde. Damit gab es dort in nur zwei Monaten bereits fast zwei Drittel der pro Jahr erlaubten 35 Überschreitungen. Nicht viel besser sah es in Würzburg (Stadtring Süd) und in München (Stachus) aus, wo der Grenzwert jeweils an 20 Tagen überschritten wurde. An der Münchner Messstelle Landshuter Allee wurden 19 Überschreitungen registriert. In Würzburg (Stadtring Süd) wurde am 16. Februar ein Tagesmittelwert von 115 Mikrogramm registriert - Luftgüteklasse "sehr schlecht".

Seit 2005 gelten zum Schutz der Gesundheit europaweit Grenzwerte für Feinstaub. Der Tagesgrenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft darf nicht öfter als 35 Mal im Jahr überschritten werden. Im gesamten Jahr 2016 hatte die Münchner Station Landshuter Allee die meisten Überschreitungen im Freistaat aufzuweisen, an 15 Tagen lag die Feinstaubbelastung über dem Grenzwert. Diesen Wert haben nach nur zwei Monaten in diesem Jahr aber bereits neun Messstationen erreicht und überschritten.


Winterwetter beeinflusst Werte

Maßgeblich beeinflusst wurden die stark erhöhten Feinstaubwerte durch das Winterwetter: Vor allem die wiederholt aufgetretenen sogenannten Inversionswetterlagen, bei denen wärmere Luftmassen über kälteren liegen und so verhindern, dass Feinstaub aus der tieferen Schicht sich mit der freien Atmosphäre austauschen kann, waren für die hohen Belastungen mitverantwortlich. In den vergangenen Tagen sorgte stürmisches Wetter endlich für Entlastung - und für befreites Durchatmen.

Mitte Februar hatten die Landtags-Grünen Alarm geschlagen und gefordert, auf die hohe Feinstaub-Belastung mit der Einführung der sogenannten blauen Plakette zu reagieren. Diese war jedoch 2016 auf Bundesebene wegen massiver Kritik gestoppt worden. Nach Ansicht der Grünen könnten die Kommunen mit der zusätzlichen Plakette ältere Autos aus betroffenen Straßen verbannen und die Bevölkerung besser vor Abgasen schützen. Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) warf den Grünen Panikmache vor und verwies auf die winterliche Inversionswetterlage. "Aber am Jahresende wird abgerechnet und nicht schon am Jahresanfang", sagte sie vor gut zwei Wochen im Landtag.
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