Nürnberg
Tiere

Hundetransport in Nürnberg gestoppt

Das Veterinäramt der Stadt Nürnberg hat einen Hundetransport aus Osteuropa gestoppt und elf Hunde beschlagnahmt. Derzeit befinden sich die Vierbeiner im städtischen Tierheim unter Quarantäne.
Artikel drucken Artikel einbetten
Foto: Nikolas Pelke
Foto: Nikolas Pelke
+1 Bild
Die österreichische Tierschutzorganisation "Streunerparadies" hatte die Hunde angeblich aus "Tötungslagern" in Südosteuropa befreit. Anschließend wurden die Tiere mit einem Transporter nach Deutschland gebracht. Bei der Übergabe eines Hundes in Nürnberg verständigte eine Nachbarin die Polizei. Gemeinsam mit der herbeigeeilten Amtstierärztin Daniela Rickert beschlagnahmte die Polizei elf Hunde, weil die Papiere nicht in Ordnung gewesen seien.

"Sobald die Hunde die Einfuhrbedingungen erfüllt haben und gesund sind, können sie abgeholt werden", sagte Rickert. Die beschlagnahmten Tiere werden derzeit tierärztlich untersucht. Immerhin 17 Hunde konnten die Fahrt fortsetzen und werden ihren neuen "Adoptiveltern" übergeben.


Hunde werden angeblich zur Plage

In Ländern wie Rumänien sind Straßenhunde nach Darstellungen des Deutschen Tierschutzbundes mittlerweile zur Plage geworden. Die örtlichen Behörden würden gesunde Tiere töten, um die Zahl der Straßenhunde zu minimieren. Hintergrund sei der tragische Tod eines Jungen in Bukarest, der Medienberichten zufolge durch den Angriff mehrerer Straßenhunde in der rumänischen Hauptstadt verursacht worden sei.

Daraufhin wurde nach Darstellung des Tierschutzbundes ein neues Gesetz zur Tötung von Straßen- und Tierheimhunden verabschiedet. Der Auslandstierschutz ist unter Tierschützern umstritten. Der Verein "Streunerparadies - Zukunft für Straßenhunde" kritisiert das Vorgehen der Nürnberger Behörden. "Die Tiere sind alle kastriert, geimpft, gechipt und haben die 21-tägige Quarantäne durchlaufen", sagte ein Vereinsvertreter einer Nürnberger Zeitung. Die Organisation habe bereits einen Rechtsanwalt eingeschaltet.


Streunerparadies will Hunden helfen

Der Verein habe in diesem Jahr bereits für "einige hundert Hunde" aus Osteuropa ein neues Zuhause gefunden, schreibt die Tierschutzorganisation auf ihrer Facebook-Seite im Internet. "Wir lassen uns von solchen sinnlosen Aktionen von Auslandstierschutzgegnern nicht unterkriegen", geben sich die Tierschützer kämpferisch. Gestoppte Hundetransporte haben zuletzt immer wieder für Schlagzeilen gesorgt.

Im März diesen Jahres hatte die Polizei einen slowakischen Tiertransporter mit 77 Hundewelpen auf der Autobahn bei Nürnberg gestoppt. Laut Papieren sollten die Tiere nach Spanien verkauft werden. Weil die Welpen mit vier Wochen noch viel zu jung für diesen Transport waren, wurden die Hunde ins Tierheim Nürnberg gebracht.
Damals plädierten Politiker wie die Bundestagsabgeordnete Dagmar Wöhrl (CSU) für einen stärkeren Kampf gegen die "Hunde-Mafia" und den illegalen Handel mit Hundewelpen.


was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren