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Nürnberg
Festival-Aufbau

Harte Kerle packen bei Rock im Park in Nürnberg an

Festival der Superlative: Am Freitag beginnt "Rock im Park". Das Spektakel feiert heuer seinen 20. Geburtstag. Die letzten Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, der Wetterbericht prophezeit Spitzentemperaturen. Rund 75.000 Besucher werden am Volkspark Dutzendteich erwartet.
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Vor der "Park Stage" wird am Mittwoch fleißig aufgebaut.  Foto: Pelke
Vor der "Park Stage" wird am Mittwoch fleißig aufgebaut. Foto: Pelke
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Ohne Spitznamen läuft hinter den Kulissen von Rock im Park kaum etwas. "Ich bin der Dirty", sagt "Dirty" und hievt lange Eisenstangen aus einem Metallkorb. "Ich bin von der Sidecrew. Ich bereite hier die Barrikaden vor", erzählt der Mann mit dem schmutzig-schönen Spitznamen und zeigt auf massive Eisengitter, die zu Wellenbrechern zusammengeschraubt werden. Damit sollen die vielen Zuschauer, wenn es am Freitag hier zwischen Zeppelintribüne und Stadion losgeht, in geordnete Bahnen gelenkt werden. Insgesamt 1000 Security-Mitarbeiter sorgen zusätzlich für Ordnung.

Sicherheit sei schließlich das oberste Prinzip bei den Vorbereitungen zu dem dreitägigen Musik-Spektakel unter freiem Himmel, betont "Sully". Hinter diesem Kosenamen steckt der langjährige Technische Leiter des Festivals. Sully alias Rainer Sülzer ist so wichtig, dass er sogar noch einen zweiten Spitznamen tragen darf.
"Wir nennen ihn alle nur den Commander", sagt Carolin "Caro" Hilzinger hinter vorgehaltener Hand. Die Producerin der Konzertagentur zeigt auf zusätzliche Fluchttreppen und betont: "Wir sind wirklich stolz, dass Rock im Park von unseren Gästen als eines der sichersten Festivals in ganz Europa empfunden wird."


Vier statt drei Bühnen
Ein paar Neuheiten gibt es im Jubiläumsjahr natürlich auch. "Wir haben heuer vier statt drei Bühnen. Neu ist das Club Tent auf der Großen Straße. Außerdem haben wir den Bühnen neue Namen gegeben. Die ehemalige Center Stage heißt jetzt zum Beispiel Zeppelin Stage", berichtet Hilzinger. Die neuen Bühnennamen sollen den Besuchern signalisieren, dass man das Festival pünktlich zum 20. Geburtstag noch besser in das geschichtsträchtige Areal rund um den Dutzendteich integrieren will.

Die Karten für das Musik-Spektakel sind heuer im Gegensatz zum letzten Jahr übrigens fast restlos ausverkauft. "Wir haben 75.000 Festivaltickets für alle drei Tage verkauft. Es gibt nur noch Tagestickets für Freitag und Sonntag", sagt Hilzinger. Derweil steigt rund um Nürnberg die Vorfreude auf das Festival. "Ich freue mich auf ,Netsky` am Freitag in der Alternarena", sagt "King Cobra" beim Chillen in der prallen Sonne. "Wir bauen erst später unseren Stand auf. Wir verkaufen tolle T-Shirts aus Belgien", erklärt der "King" im Sonnenstuhl und die Freunde aus Flandern nicken im Chor.

Nebenan hantiert eine bunte Truppe mit Holzbanken herum. "Wir müssen unseren Stand erst noch bauen", sagt Tom und zeigt auf das Wirrwarr aus Balken und Brettern. "Wir kommen alle aus Israel", erklärt Asaf während sich die anderen wieder den Bausteinen aus Brettern widmen. "Wir malen den Besuchern hier Henna-Tattoos", erklärt Liör, die ausnahmsweise keinen Spitznamen trägt. Ein Problem mit der Nazi-Vergangenheit des Festival-Geländes haben die Freunde aus Israel nicht. "Das ist so lange her. Das kenne ich höchstens noch aus dem Geschichtsbuch", sagt Ofri und winkt freundlich zum Abschied.


Wasserberieselung gegen Überhitzung
Derweil lassen sich Kashi und Sammi auf den Stoßzähnen eines Gabelstaplers durch die Gegend chauffieren. "Wir schneiden ein paar Äste ab, damit alle die Hinweisschilder für die Fluchtwege besser lesen können", sagt Kashi und steigt auf den Stoßenzähnen in die Höhe.

Ein paar hundert Meter weiter heben Marko und Martin riesige Schweinwerfer in den Himmel. "Das ist der Follow-Scheinwerfer. Damit werden die Stars auf der Bühne immer ins rechte Licht gesetzt. Wenn wir fertig sind, kann die Party beginnen", sagt Marko (Spitzname: Marko mit K), während Dirty irgendwo im Hintergrund die Berieselungsanlagen vorbereitet, damit die vielen Musikfans am Wochenende in der Hitze nicht zerschmelzen.


Info-PDFs: Verkehrshinweise und Lautstärke
Von Freitag bis Sonntag, 05. bis 07. Juni 2015, findet auf dem Zeppelinfeld und rund um den Dutzendteich das Musikfestival "Rock im Park" statt. Seitens der Stadt Nürnberg werden zur Vorbereitung auf den zu erwartenden An- und Abreiseverkehr die gesonderte Verkehrsregelungen getroffen. Details können Sie dem beigefügten PDF entnehmen.

Rock im Park ist für Nürnberg eine herausragende Veranstaltung. Die Organisation, die Sicherheitsvorkehrungen, die Zusammenarbeit aller Beteiligten und auch der Lärmschutz gelten als vorbildlich. Ein dreitägiges Open-Air-Konzert bringt dennoch erhebliche Störungen für die Anwohnerinnen und Anwohner rund um das Festivalgelände mit sich. Die Musik ist oft auch noch in weiter entfernten Bereichen zu hören, was aber nicht bedeutet, dass die zulässigen Richtwerte überschritten sind. Wie weit die Musik hörbar ist, ist stark vom Wetter abhängig. Lesen Sie hierzu das angehängte PDF, dort finden Sie auch Kontaktinformationen für Beschwerden.

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