Nürnberg
Tourismus

Franken lockt immer mehr Touristen an

Immer mehr Touristen kommen nach Franken. Innenminister Herrmann vermeldet einen "Allzeitrekord". 2017 setzt der Tourismus-Verband auf Coburg und Luther.
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Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) posiert mit einem Playmobil-Luther vor einem Foto der Veste Coburg. Foto: Nikolas Pelke
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) posiert mit einem Playmobil-Luther vor einem Foto der Veste Coburg. Foto: Nikolas Pelke
Der Tourismus in Franken boomt. Einen neuen "Allzeitrekord" bei den Besucherzahlen hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Freitag in Nürnberg präsentiert. "Noch nie haben so viele Menschen in Franken ihren Urlaub verbracht", sagte Herrmann, Vorsitzender des Tourismusverbandes Franken, sichtlich zufrieden.



Die Zeiten, in denen sich die Franken vor den Bayern verstecken mussten, sind offensichtlich vorbei. Nach dem Motto "Wer kann, der kann" hat der Verband ins edle "Grand-Hotel" nach Nürnberg zur Pressekonferenz eingeladen. Kronleuchter illuminieren den stuckverzierten Saal während Herrmann feststellt: "Wir brauchen uns nicht zu verstecken. Wir können etwas vorzeigen." Franken sei eine Tourismus-Destination mit Niveau. "Wir präsentieren die Rekordzahlen selbstbewusst und nicht im Hinterzimmer einer Kaschemme", erklärte Herrmann den edlen Rahmen und erläutert den Rekord in Zahlen. "Mit einem Zuwachs von 3,9 Prozent bei den Gästeankünften und einem Plus von 3,3 Prozent bei 21,5 Millionen Übernachtungen haben wir unser Rekordergebnis von 2015 nochmals deutlich getoppt", sagte Herrmann. Bereits jeder fünfte Gast komme aus dem Ausland nach Franken.


Franken profitiert von Inlands-Touristen

Motor des boomenden Tourismus in Franken sind allerdings die "Preußen" aus Nordrhein-Westfalen, Hessen oder Baden-Württemberg. Anstatt sich in den Flieger nach Ägypten oder Tunesien zu hocken, würden die Deutschen immer häufiger Urlaub im eigenen Land machen. Dementsprechend seien die Übernachtungen von Gästen aus dem Inland um 3,6 Prozent gestiegen.

Als Quotenbringer hätten sich einmal mehr die Städte entpuppt. Bestes Beispiel sei Nürnberg mit über drei Millionen Übernachtungen. Diese Plus von knapp sieben Prozent sei sicherlich auch auf die Hohe der Zahl der Geschäftsreisenden zurückzuführen. 2016 fanden in Nürnberg viele große Messen statt.


Deutlich mehr Übernachtungsgäste in Bayreuth und Bamberg

Den größten Sprung nach vorne machte Bayreuth mit einem satten Zuwachs von über zwölf Prozent bei den Übernachtungszahlen. Dieser enorme Anstieg sei allerdings auf die Gartenschau zurückzuführen. Mit einem dicken Plus von 8,7 Prozent bei insgesamt knapp 660.000 Übernachtungen profitierte besonders Bamberg von dem Deutschland-Boom in der Tourismus-Branche, der durch die Terroranschläge in Frankreich im vergangenen Jahr ausgelöst worden sei.

Die erfreuliche Entwicklung spiegele sich laut Herrmann in allen 16 fränkischen Reisegebieten wieder. Sprunghaft seien die Übernachtungszahlen in der Fränkischen Schweiz und im Fichtelgebirge mit jeweils über sieben Prozent angestiegen. Die Bierregion rund um Bamberg und Forchheim habe von der Kampagne "Bierland Franken" und dem Jubiläum des Reinheitsgebotes profitiert. Nur die Rhön musste einen leichten Rückgang in Höhe von 1,3 Prozent hinnehmen. Bei den absoluten Übernachtungszahlen nimmt das Land der offenen Fernen mit knapp drei Millionen aber einen Spitzenplatz gleich hinter Nürnberg und dem Fränkischen Weinland ein. Apropos Weinland: Die Entwicklung in der sonnenverwöhnten Mainregion rund um Würzburg gefällt dem Tourismusverband besonders gut. "In Weinfranken läuft der Generationswechsel super. Deswegen wird hier auch besonders viel in die Qualität investiert", erklärte Verbandspräsident Olaf Seifert und schwärmte von Winzern wie Horst Sauer und Tochter Sandra, die den Betrieb in Escherndorf in eine gute Zukunft führen werde. "Wenn die Jungen wollen, dann wird auch investiert", ist sich Seifert sicher.


"Billigtourismus kann nicht unsere Zukunft in Franken sein"

Auch Herrmann schwärmte vom Land des Frankenweins, das sich in der letzten Dekade vorbildlich entwickelt habe. "Wir müssen auf Qualität achten. Der Billigtourismus kann nicht unsere Zukunft in Franken sein", betonte Herrmann und verwies auf staatliche Fördergelder, die beispielsweise in das Gesundheitsressort "Siebenquelle" in Weißenstadt im Fichtelgebirge oder in das neue Kurmittelhaus in Bad Alexandersbad im oberfränkischen Landkreis Wunsiedel geflossen seien. Die Einnahmen aus dem Fremdenverkehr seien besonders für die Stabilisierung der Wirtschaft im ländlichen Raum wichtig. Allein im letzten Jahr habe die Branche in Franken rund neun Milliarden Euro umgesetzt.


Franken setzt auf Coburg und Luther

Damit die Zahlen für den Tourismusverband auch in diesem Jahr erfreulich bleiben, setzt der Verband besonders auf ein Thema und eine Stadt: Martin Luther und Coburg.

Die Landesausstellung "Ritter, Bauern, Lutheraner" wird im Mai eröffnet und soll das ganze Jahre zahlreiche Gäste nach Coburg und Franken locken. Auf der Burg verbrachte der Reformator mehrere Monate seines Lebens. Auf der Veste wird auch die Landesausstellung zu sehen sein. Die dicken Mauern boten Luther fünf Monate Schutz vor seinen Verfolgern. An die Wand seines Zimmers schrieb Luther den tröstenden Spruch: "Ich werde nicht sterben, sondern leben und des Herrn Werke verkündigen." Der Rest ist Geschichte.

Die beiden "Lutherzimmer" auf der Veste Coburg, die der Reformator im Jahr 1530 bewohnte, sollen das Herz der Landesausstellung bilden. Daneben soll die "Große Hofstube" auf der Veste ein zentraler Ausstellungsort werden. In dem prächtigen spätgotischen Saal lassen die Macher der Schau vom "Haus der Bayerischen Geschichte" die reformatorischen Ideen von Martin Luther mit der gesellschaftlichen Realität in Zeitalter der Renaissance um 1500 aufeinanderprallen.

Innenminister Herrmann freut sich auf die Eröffnung der Schau in Coburg am 9. Mai und setzt im Hinblick auf die Stärkung des Tourismus in der Region große Hoffnungen in die Ausstellung im Jubiläumsjahr der Reformation. "Wir erwarten uns von der Landesausstellung einen deutlichen Zuwachs der touristischen Gäste in Coburg." Der Minister ist sich sicher, dass die Ausstellung den Fremdenverkehr rund um Coburg spürbar beleben wird. Schließlich können die Besucher auf Luthers Spuren durch die Vestestadt wandeln und die Geschichte hautnah erleben. "Es ist herrlich, sich in Coburg aufzuhalten", schwärmte Herrmann von der Vestestadt mit seiner großen Tradition und langen Geschichte.

Derzeit rangiert Coburg in puncto Übernachtungszahlen in Franken eher im Mittelfeld und kämpft mit Städten wie Eichstätt (106.000) oder Dinkelsbühl (150.000) um die Plätze auf der Beliebtheitsranglisten. Im letzten Jahr gab es allerdings auch in Coburg eine Steigerung bei den Übernachtungen in Höhe von 3,7 Prozent auf insgesamt rund 136.000.
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