Nürnberg
Rock im Park

Das war Rock im Park 2017 aus Sicht von Polizei, Feuerwehr und Veranstalter

Fast 90.000 Menschen haben am Pfingstwochenende bei Rock im Park 2017 am Nürnberger Dutzendteich gefeiert. Die Einsätzekräfte sind zufrieden.
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Rock im Park 2017 - fast 90.000 Menschen waren da. Foto: Daniel Karmann, dpa
Rock im Park 2017 - fast 90.000 Menschen waren da. Foto: Daniel Karmann, dpa
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Rock im Park 2018: Die ersten Bands sind bestätigt

 

Eine Terrorwarnung am Schwesterfestival Rock am Ring, ein Unwetter, Hitze, 90 Bands und fast 90.000 feiernde Besucher: Rock im Park 2017 war ereignisreich.

Das Festival neigt sich am Sonntag dem Ende. Zeit, Bilanz zu ziehen: Insgesamt 88.500 Besucher waren in den drei Tagen auf dem Festivalgelände in Nürnberg zu Gast. Im Allgemeinen ziehen die Verantwortlichen auf der Pressekonferenz am Sonntagmittag eine positives Fazit.


2700 Mal musste das Rote Kreuz am Festival ausrücken

Die Einsatzkräfte des Rettungsdienstes hatten in diesem Jahr etwas mehr zu tun, als noch 2016 zuvor. 2700 Mal wurde ihr Einsatz gefragt. Ungefähr ein Drittel der Einsätze sind laut Bayerischen Roten Kreuz (BRK) der Hitze geschuldet.

Durch die verschärften Sicherheitsbestimmungen hatten es den Park-Besuchern untersagt, Getränke mit auf das Gelände zu bringen. Auch die Tetrapaks, die im Jahr zuvor noch erlaubt waren,durften nicht mitgebracht werden. Der Veranstalter hatte aber nach eigenen Angaben ausreichend Trinkwasserstellen zur Verfügung gestellt.


Rock im Park: Weniger Polizeieinsätze 2017

Am Freitag kam es dennoch zu einem größeren Zwischenfall auf dem Zeltplatz: Eine Gruppe von Campern hatte versucht mit Trockeneis ihre Getränke zu kühlen. Sie füllten das Trockeneis in eine Plastikflasche. Es kam zu einer chemischen Reaktion und die Flasche explodierte. Drei Campbewohner wurden bei dem Unfall verletzt. Einer erlitt eine Schnittverletzung und konnte vor Ort versorgt werden, zwei weitere Festivalbesucher mussten mit Verätzungen der Haut in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Polizei stellt nun Anzeige wegen herbeiführen einer Sprengstoffexplosion.


Aus Sicht der Polizei verlief das Rock-Wochenende positiv, wie Klaus Wild, Einsatzleiter der Polizei,erklärte. Die Zahlen der Verbrechen sind im Gegensatz zum Vorjahr gesunken. Die Zahl der Diebstahlsdelikte hat sich im Gegensatz zum Vorjahr auf 40 halbiert. Vier Mal musste die Polizei wegen Körperverletzungen ausrücken, 2016 waren es noch 16 Fälle. Zu größeren Prügeleien sei es laut Wild nicht gekommen. Ebenfalls gesunken sind auch die Vergehen im Zusammenhang mit Betäubungsmitteln. Nur zehn Vorfälle waren bis Sonntagmittag der Polizei bekannt, 2016 waren es noch 21.

Die Zahl der Hausfriedensbrüche und Leistungserschleichungen ist 2017 dafür aber deutlich angestiegen. 26 dieser Vorfälle sind der Polizei bekannt. Darunter fallen hauptsächlich das Betreten des Festivalgeländes ohne gültige Karte oder auch Pfandflaschensammler, die sich auf den Campingplätzen herumtrieben.

In diesem Jahr war das Festival komplett ausverkauft, 2016 war das nicht der Fall. Trotz einer gestiegenen Besucherzahl ist die Zahl der Polizeieinsätze deutlich zurück gegangen.


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Besonderer Fokus lag in diesem Jahr laut Wild auf dem Thema Sicherheit. Im Vorfeld zu Rock im Park war ein Maßnahmenbündel geschnürt worden. Dieses sah unter anderem vor, dass verstärkt Polizisten sowohl offen, als auch verdeckt auf dem Gelände unterwegs sind.

Am Freitag kam es bei dem Schwesterfestival Rock am Ring zu einem Zwischenfall. Die Konzerte mussten wegen Terrorgefahr abgesagt werden. "Wir wussten, wenn Rock am Ring unterbrochen wird, dass das auch Auswirkungen für unser Festival haben könnte", erklärt Wild. Sofort nach Erhalt der Nachricht vom Nürburgring sei ein Krisenstab zusammen gekommen, um die Lage zu besprechen, erklärt Wild weiter. Dieser entschloss sich, die Rock im Park-Besucher direkt über die Vorkommnisse bei Rock am Ring zu informieren und über die Sicherheitslage bei RIP aufzuklären, um eine Panik zu vermeiden.
 

 


Auch die Feuerwehr zeigt sich zufrieden. Laut Stephan Gräser, Einsatzleiter der Feuerwehr, ist es am Wochenende nur zu kleineren Einsätzen gekommen, Menschen kamen nicht zu Schaden. Die Feuerwehrler mussten sich um auslaufende Gaskartuschen und Batterien kümmern. Außerdem mussten sie einen Ring von einem Finger schneiden und die Campbewohner vor Insekten und Spinnen retten. Nach dem starken Regen kam es außerdem in den Camps teilweise zu Überflutungen, bei denen die Feuerwehr eingreifen musste. Dennoch betont Gräser, dass es ein ruhiges und erfreuliches Rock im Park 2017 war.

Ganz ist das Festival auch noch nicht vorbei. Das Line-up am Sonntag hat es noch einmal in sich. Am Nachmittag dürfen sich die Fans auf Bands wie Simple Plan und Rag"n"Bone Man freuen. Der Abend auf der Zeppelin Stage startet mit den Broilers, bevor um 21.30 Uhr das absolute Highlight wartet: Rammstein.

 

 

Bis Montag 10 Uhr müssen dann alle Camper ihre Zelte abgebrochen haben und die Heimreise antreten. Am Freitag um 12 Uhr müssen dann die letzten Reste von drei Tagen Festival beseitigt werden, denn dann muss das Gelände wieder übergeben werden.

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