Nürnberg
Bardentreffen

Bardentreffen in Nürnberg 2017: Das Motto steht fest

Auf Blasmusik setzt das Bardentreffen heuer vom 28. bis zum 30. Juli in Nürnberg.
Artikel drucken Artikel einbetten
Foto: Nikolas Pelke
Foto: Nikolas Pelke
Unter dem Motto "Gegenwind" sollen bei einem der größten europäischen Weltmusikfestivals unter freiem Himmel der musikalische Schwerpunkt auf Trompete, Posaune & Co. gelegt werden.



Blasinstrumente finde man nicht mehr nur im Festzelt und auf dem Dorffest. Blechbläser würden heute auch in angesagten Clubs auftreten, ist sich Festivalleiter Rainer Pirzkall sicher. "Das Image von Blasmusik hat sich hierzulande seit ein paar Jahren stark verändert", betonte Pirzkall bei der Vorstellung des Musikprogramms für das 42. Bardentreffen am Freitag im Rathaus am Hauptmarkt. "Uns geht es weniger um das traditionelle Verständnis von volksmusizierenden Bayern in Lederhosen, als vielmehr um den Einfluss der Blasmusik auf die aktuelle Popmusik zwischen Heimat, Hip-Hop und House", argumentierte der Festivalleiter.

Ganz auf Lederhosen verzichten will das Festival aber auch nicht. Mit dabei sei beispielsweise Matthias Schriefl mit seiner Unterbiberger Hofmusik. Vom Alphorn bis zum australischen Didgeridoo sei alles dabei, versprach Rainer Pirzkall vom Kulturreferat der Stadt Nürnberg, dass das kostenlose Openair-Festial seit über 40 Jahren jedes Jahr auf die Beine stellt. "Der Trend ist nicht ganz neu", sagte Pirzkall im Hinblick auf bekannte Blasmusik-Popbands wie beispielsweise "La Brass Banda", die bereits unter freiem Himmel auf der Bühne in der Nürnberger Altstadt gestanden sind. Allerdings sei der Blasmusik-Trend so nachhaltig, dass man heuer ein ganzes Festival unter das Motto stellen wolle. Brass-Beats auf Afrika seien genauso wie Balkan-Sounds oder Jazzbläser aus New Orleans beim diesjährigen "Blasmusik-Bardentreffen" auch nicht fehlen. Mit den "Red Hot Chilli Pipers" hat der Festivalleiter sogar eine Dudelsack-Band aus Schottland engagiert. Der Leiter des Bardentreffen freut sich besonders auf den Auftritt von "Electro Deluxe" aus Frankreich. "Das ist eine sagenhafte Funk-Band aus Frankreich, die am Samstagabend auf dem Hauptmarkt spielt."

Keine Panik bekommen müssen übrigens Musikfreunde, die mit Blechbläsern partout nichts am Hut haben. "Nur 20 Bands setzten auf Blasinstrumente. Das sind ein Viertel aller Bands auf dem diesjährigen Bardentreffen. Beim restlichen Programm bleiben wir unserer gewohnten Songwriter-Tadition treu", erklärte Pirzkall. Die konkreten Namen der Musikgruppen aus dem Bereich der Folk- und Weltmusik stünden allerdings noch nicht hundertprozentig fest und könnten daher erst in einigen Wochen bekannt gegeben werden, nachdem die Verträge mit den Künstlern unterschrieben worden seien.

Vor dem Hintergrund der Bewerbung der Stadt Nürnberg zur europäischen Kulturhauptstadt betonte Kulturreferentin Julia Lehner (CSU), dass von dem Bardentreffen eine "europäische Strahlkraft" ausgehe. Gleichzeitig sei das Bardentreffen als kultureller Anker auch wichtig für das Zusammenleben in der Stadt selbst. "Mit der Kraft der Kultur kann die Stadtgesellschaft lernen, friedlich, demokratisch und respektvoll miteinander umzugehen. Wir wollen alle Menschen willkommen heißen. - auf, vor und hinter der Bühne", sagte Lehner. Für diese Ziele seien Veranstaltungen wie das Bardentreffen von ganz großer Bedeutung, betonte Kulturreferentin Julia Lehner. Gleichzeitig könne man das diesjährige Motto "Gegenwind" auch als kritische Haltung von Liedermachern gegenüber demokratischen Fehlentwicklungen verstehen, sagte Andreas Radlmaier, Leiter des Projektbüros im Kulturreferat. Mit diesem weltoffenen Ansatz des beliebten Folkfestivals in der Frankenmetropole wolle die Stadt auch in der Bewerbungsphase zur europäischen Kulturhauptstadt punkten. "Es gibt so viele wunderbare Musik auf diesem Planeten. Lasst sie uns gemeinsam entdecken", forderte Radlmaier die Besucher des 42. Bardentreffens auf.

Das 42. Bardentreffen findet vom 28. bis zum 30. Juli in Nürnberg unter dem Motto "Gegenwind statt.

Blasinstrumente im Global Pop bilden den musikalischen Schwerpunkt beim diesjährigen Bardentreffen. Präsentiert wird neben Größen und Newcomern der deutschen Brass-Szene wie Moop Mama, Fiva & Jazzrausch Bigband, Meute oder Loisach Marci weltumspannender urbaner Blasmusiksound mit unter anderem den Red Hot Chilli Pipers aus Schottland, der Hot 8 Brass Band aus New Orleans, Bixiga 70 aus Brasilien, Electro Deluxe aus Frankreich, dem Džambo Agusevi Orchestra aus Mazedonien, Fanfaraï aus Algerien oder Rosario Smowing aus Argentinien.

Alle weiteren Infos rund um das kostenlose Openair-Festival gibt es im Internet unter www.bardentreffen.de.
Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren