Nürnberg
Nach Großbrand

Ausgebrannte St.-Martha-Kirche: Nutzung als Vesperkirche angedacht

Nach dem Großbrand in der Nürnberger St.-Martha-Kirche im Juni 2014 blickt die Kirchengemeinde nach vorne. Der bevorstehende Wiederaufbau soll eine Nutzung als Vesperkirche für ärmere Menschen und neue Formen des Gottesdienstes ermöglichen.
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Die durch einen Brand zerstörte Kirche St. Martha in Nürnberg, aufgenommen am 01.09.2014. Das am 5. Juni ausgebrannte Gotteshaus ist inzwischen von Schutt und Asche befreit worden. Foto: David Ebener/dpa
Die durch einen Brand zerstörte Kirche St. Martha in Nürnberg, aufgenommen am 01.09.2014. Das am 5. Juni ausgebrannte Gotteshaus ist inzwischen von Schutt und Asche befreit worden. Foto: David Ebener/dpa
Knapp zehn Monate nach dem verheerenden Brand in der Nürnberger St.-Martha-Kirche steht der Beginn des Wiederaufbaus kurz bevor. Pfarrer Dieter Krabbe rechnet mit dem Start der Arbeiten in zwei bis drei Monaten. "Erfreulicherweise kann ein Großteil des Gebäudes aus dem 14. Jahrhundert gerettet werden, einschließlich der historischen Fenster", sagte er am Freitag.

Der Wiederaufbau soll nach den Plänen des Münchner Architekten Florian Nagler erfolgen. Eine Jury aus Mitgliedern der Stadt, der Gemeinde und Fachleuten wählte seinen Entwurf aus sieben eingereichten Vorschlägen einstimmig aus. Das letzte Wort hat allerdings der Kirchenvorstand, der voraussichtlich Ende April tagt.

Eingriffe in den Bestand will Florian Nagler auf das notwendigste reduzieren, Decke und Kirchenschiff sollen allerdings umgestaltet werden.
"Die Zeiten starrer Kirchenbänke mit der einseitigen Ausrichtung nach vorne sind vorüber", erklärte Dieter Krabbe. Die Kirchengemeinde wolle durch eine flexible Bestuhlung "den Herausforderungen unserer Zeit besser gerecht werden, etwa als Vesperkirche". So sollen die Stühle in den Wintermonaten tageweise an die Seite gerückt und Tische mit Essen für arme Menschen aufgestellt werden. "Es ergeben sich auch viele neue Gottesdienstformen neben der klassischen Nutzung als Konzertkirche."

Die mehr als 600 Jahre alte Meistersingerkirche war im Juni 2014 durch einen technischen Defekt vollständig ausgebrannt. Der Schaden geht in die Millionen. Die genaue Summe stehe noch immer nicht fest, sagte der Koordinator des Wiederaufbaus, Georg Rieger. Die Untersuchungen an den Sandsteinen seien noch nicht abgeschlossen. Ein Großteil des Schadens werde von der Versicherung übernommen. Zudem seien rund 300 000 Euro an Spenden eingegangen.

Dieter Krabbe ist optimistisch: Verlaufe der Wiederaufbau nach Plan, könne der erste Gottesdienst womöglich schon am 1. Advent 2016 gefeiert werden.
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