Nürnberg
Aufruf

AfD will Adressen von Nürnberger Flüchtlingsheimen veröffentlichen

Die AfD will im Internet die Adressen von Flüchtlingsheimen in Nürnberg veröffentlichen. In Facebook haben sie Bürger aufgerufen, Adressen zu melden.
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Die AfD will im Internet die Adressen von Flüchtlingsheimen in Nürnberg veröffentlichen. In facebook haben sie Bürger aufgerufen, Adressen zu melden. Foto:dpa
Die AfD will im Internet die Adressen von Flüchtlingsheimen in Nürnberg veröffentlichen. In facebook haben sie Bürger aufgerufen, Adressen zu melden. Foto:dpa
Die AfD in Nürnberg will im Internet die Adressen von Flüchtlingsunterkünften in der Stadt veröffentlichen. Dazu werde in den kommenden Tagen auf der Facebook-Seite der Partei ein Aufruf an die Bürger veröffentlicht, die Adressen von Heimen zu melden, sagte der AfD-Vorsitzende Martin Sichert am Donnerstag. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet. Ziel sei es, einen Überblick über die Verteilung der Flüchtlinge im Stadtgebiet zu bekommen, sagte Sichert. Denn viele Bürger hätten den Eindruck, dass die Asylbewerber sehr ungleich verteilt seien - in manchen Stadtgebieten lebten mehrere Hundert und in anderen gar keine.

Christine Schüßler, Leiterin des Bürgermeisteramtes, sagte: "Natürlich sind die Unterkünfte nicht gleichmäßig verteilt." In einigen Stadtteilen gebe es mehr Heime als in anderen. Der Grund: Die Stadt sei immer darauf angewiesen, passende Gebäude zu finden. "Wir verheimlichen aber nicht, wo die Unterkünfte sind", sagte Schüßler. Die Nachbarn würden stets informiert. Es gebe zwar immer Bedenken, gerade gegen sehr große Einrichtungen, "doch die Reaktionen sind stets gemischt. Aggression war bisher nicht dabei".

Derzeit sind etwa 8500 Flüchtlinge in Nürnberg untergebracht. Einen Antrag der AfD auf Herausgabe der Adressen hatte die Stadt zuvor aus Sicherheitsgründen abgelehnt. Der rechtsextreme "III. Weg" betreibt im Internet ebenfalls eine Deutschlandkarte mit Standorten von Flüchtlingsunterkünften.


AfD dementiert

In einer Mitteilung vom Freitag wehrt sich die AfD gegen die Formulierung, sie würde zur Meldung von Adressen aufrufen. Martin Sichert, Vorsitzender der AfD Nürnberg schreibt:

"Von einer Veröffentlichung der Adressen habe ich nie gesprochen. Meine Aussage gegenüber der dpa am Donnerstag bekräftigte nur das, was wir am Wochenende bereits bekannt gegeben haben: "Wir werden daher in Kürze einen Aufruf an alle Nürnbergerinnen und Nürnberger starten, uns die ihnen bekannten Unterkünfte mitzuteilen und selbst eine Übersicht nach Stadtteilen erstellen. Wenn der Oberbürgermeister seine Bürger nicht informieren will, werden wir das für ihn übernehmen."


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