Nürnberg
Geschichte

6 Gebäude in Nürnberg, die eine düstere Vergangenheit haben

Ob Justizpalast, Lochgefängnisse, Kunstbunker Henkerturm, Siemens-Schuckertwerke oder Reichsparteitagsgelände: Hinter so manch einem Gebäude in Nürnberg verbirgt sich eine eine düstere Geschichte.
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Hinter so manch einem Gebäude in Nürnberg verbirgt sich eine eine düstere Geschichte. Symbolfoto: pixabay.com/Gellinger
Hinter so manch einem Gebäude in Nürnberg verbirgt sich eine eine düstere Geschichte. Symbolfoto: pixabay.com/Gellinger
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Die Stadt Nürnberg war in der Vergangenheit schon oft Schauplatz für bedeutende und oft finstere Geschichte. In diesem Artikel stellen wir Ihnen 6 Gebäude und ihre düstere Geschichte vor.

Das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg

Insbesondere während der Zeit des Nationalsozialismus wurde Nürnberg auch international bekannt. Der Grund dafür ist, dass hier jährlich die Reichsparteitage der Nationalsozialisten stattfanden. Wenn Sie sich also an die Propaganda-Bilder und Aufmärsche aus dem Geschichtsunterricht erinnern, war das sogenannte Reichsparteigelände hierfür der Schauplatz. Auf dem 16 Quadratkilometer großen Gelände befinden sich zahlreiche Gebäude und Tribünen. Das wohl bekannteste Gebäude ist die Kongresshalle, welche heute unter Denkmalschutz steht. Sie ist eines der größten erhaltenen Bauten der Nationalsozialisten. Auch die Luitpoldhalle, wo die Parteikongresse stattfanden, habt eine düstere Geschichte: 1935 wurden hier die Nürnberger Rassegesetze verlesen, welche die juristische Grundlage für den Holocaust bildeten. Heute kann man das Gelände und das Dokumentationszentrum besichtigen. Während jedoch auf der Zeppelintribüne auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände bei jedem Wetter Touristen unterwegs sind, ist die Rückseite eingezäunt. Betreten darf das Gebäude normalerweise niemand. Wie es in den verborgenen Bereichen des Nazi-Baus aussieht, erfahren Sie hier.

Der Justizpalast

Auch der Nürnberger Justizpalast ist vom Nationalsozialismus geprägt. Beginnend im Jahr 1945 fanden hier die Nürnberger Prozesse statt, in denen 21 Menschen für die grausamen Kriegsverbrechen während des Nazi-Regimes angezeigt wurden. Dieser Ort lässt sich nun besichtigen. Das Memorium Nürnberg klärt am Originalschauplatz mit zahlreichen Informationen, Originalaufnahmen und Original-Gegenständen über die Prozesse auf.

Die Lochgefängnisse im Rathaus

 

Das Mittelalter war eine düstere Zeit. Faire Prozesse und Menschenrechte, wie es sie heute gibt, waren damals noch weit von der Realität entfernt. Nirgendwo lässt sich dies in Nürnberg besser sehen als im Rathaus am Salzmarkt. Dort fanden im Mittelalter auch juristische Prozesse statt, weshalb Zellen für die Gefangenen vonnöten waren - und diese sahen ganz anders aus als heute.

Im Keller des Gebäudes finden sich noch heute die sogenannten Lochgefängnisse. Hierbei handelte es sich um Zellen, die gerade mal zwei Meter in Länge, Breite und Höhe gingen - ohne Fenster und oftmals ohne jegliche Lichtquelle. Je zwei Häftlinge wurden hier angekettet und untergebracht - und oft gefoltert.

Kunstbunker mit düsterer Geschichte

Was heute ein Museum ist, war während des Zweiten Weltkriegs ein Bunker. Nürnberg wurde während des Zweiten Weltkriegs schwer von den Luftangriffen beschädigt. Trotz Bunkern wurden mehrere tausend Menschen in den Bombenangriffen getötet und ein großer Teil der Bevölkerung verlor Ihr Zuhause.

Schon vor Kriegsbeginn begannen Kunstliebhaber mit der Planung für einen Bunker für die kostbare Kunst Nürnbergs. Heimlich, ohne offizielle Genehmigung richteten sie einen Ort ein an dem die Kunstwerke vor Bomben, Feuchtigkeit und schädlichen Temperaturen geschützt sein würden. So konnten sie während der Kriegszeit in den Kellern der Stadt verhindern, dass ein wertvoller Teil der Geschichte verloren geht. Heute sind die Bunker eine bekannte Sehenswürdigkeit in Nürnberg.

Der Henkerturm und -steg

 

Wer ein Interesse an düsterer Kriminalgeschichte hat, sollte eine Besichtigung des Henkerturms nicht versäumen. In dem Turm am Fluss wohnte früher der Henker der Stadt Nürnberg. Eine Ausstellung berichtet nun anhand der intimen Tagebuchaufzeichnungen des bekanntesten Henkers der Stadt, Franz Schmidt, über die Geschichte Nürnbergs. Dabei berichtet der Henker auch über die 361 Hinrichtungen und zahlreichen Leibstrafen, die er in seinem Beruf verrichtete.

Vom Henkerturm können Sie außerdem auch den Henkersteg besichtigen, welcher ebenfalls eine dunkle Vergangenheit hat. Dort verloren 1595 acht Menschen ihr Leben, als der Steg durch Hochwasser zerstört und die Menschen von der Flut mitgerissen wurden.

Die Siemens-Schuckertwerke

Der Vorfahre der heute bekannten Siemens AG war die 1903 gegründete Firma Siemens-Schuckertwerke. In ihrem Werk in Nürnberg-Tafelhof wurde nicht nur Munition für den Krieg der Nationalsozialisten hergestellt, sondern sie profitierten auch anderweitig vom Holocaust. Es handelte sich auch um ein sogenanntes KZ-Außenlager.

Die KZ-Häftlinge wurden von Auschwitz aus in das Werk der Firma Siemens-Schuckert geschickt, um dort als Zwangsarbeiter zu arbeiten. Aufzeichnungen zufolge sollten 593 jüdische Frauen dort arbeiten, doch es kamen nur 550 an. Es bleibt unbekannt, ob diese Frauen auf dem Transport starben oder im KZ verblieben. Von den 550 Frauen starben mindestens drei.

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