Bayreuth
Banknoten

Neue 10-Euro-Scheine liegen bereit

Am 23. September werden in allen 18 Euro-Ländern die Zehner der zweiten Generation ausgegeben. Wie schon bei der 5-Euro-Note gibt es auch diesmal neue Sicherheitsmerkmale - und das Porträt einer bekannten Frau.
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Foto: Matthias Hoch
Foto: Matthias Hoch
Von der rosa Farbe ist nicht mehr viel übrig geblieben. Der neue 10-Euro-Schein, der exakt am 23. September in Deutschland und den anderen Ländern der Euro-Zone in Umlauf kommt, präsentiert sich vielmehr in unterschiedlichen Rottönen.

Doch wie schon beim 5-Euro-Schein, der im Mai vergangenen Jahres nach und nach in den Portmonees landete, spielt der optische Eindruck eine sekundäre Rolle. Alles eine Sache der Gewohnheit. Wer denkt jetzt noch an den alter Fünfer?

Die Sicherheit ist das Entscheidende. "Wir wollen immer den Fälschern einen Schritt voraus sein", sagt Johann Rebl, Leiter der Bundesbank-Filiale in Bayreuth. Rebl und seine Mitarbeiter besitzen das, was die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht in Händen halten darf: die neuen Scheine mit der aufgedruckten 10 und dem romanischen Baustil als Motiv. Laut Rebl liegen sie in Kartons auf Paletten bereit.
Auch alte Zehner besitze die Filiale noch. "Die Banken können noch nach dem 23. September die alten Scheine bestellen, solange sie vorrätig sind." Schließlich seien die bisherigen Banknoten auch weiterhin gültig. Selbst wer noch alte Mark-Scheine findet, kann diese kostenlos bei den Filialen der Bundesbank umtauschen. Sechs dieser Filialen gibt es noch in Bayern. Nächstes Jahr im September wird Bayreuth allerdings geschlossen. Es bleiben dann die Standorte Nürnberg, Würzburg, Regensburg, Augsburg und München.

Porträt der Königstochter Europa

Insbesondere drei neue Merkmale sollen die neuen Banknoten künftig noch sicherer machen: Porträt-Wasserzeichen, Porträt-Hologramm und Smaragdzahl. Hält man einen Zehner gegen das Licht, so taucht anders als bisher nicht nur der romanische Fensterbogen schemenhaft als Wasserzeichen auf. Künftig sind dazu auch die Wertzahl der Banknote und ein Kopf zu erkennen.

Es ist das gleiche Porträt einer Frau wie schon beim Fünfer. Zu sehen ist die Königstochter Europa, eine Gestalt der griechischen Mythologie. Vorlage war laut Bundesbank eine mehr als 2000 Jahre alte Vase aus Süditalien, die im Pariser Louvre ausgestellt ist. Das Gesicht gibt der neuen Serie an Banknoten, die im vergangenen Jahr mit dem 5-Euro-Schein startete, den Namen. Nach und nach sollen bei allen sieben Euro-Banknoten die Scheine der Europa-Serie eingeführt werden. Nach dem Zehner in zweieinhalb Wochen wird der Zwanziger ausgetauscht. Wann dies sein wird, steht noch nicht fest.

Das Hologramm, der silberne Streifen rechts auf der Vorderseite der Banknote, zeigt nun ebenfalls das Porträt der Europa. Der Streifen ist aber in vier Felder unterteilt. Ebenfalls zu sehen sind Euro-Symbol, Fensterbogen und Wertzahl.

Und noch etwas Neues hat der Europa-Zehner zu bieten: Die Ziffer 10 auf der Vorderseite unten links verändert beim Kippen die Farbe. Es bewegt sich ein Lichtband auf und ab. Je nach Blickwinkel wandelt sich die Farbe von Smaragdgrün zu Tiefblau.

50-Euro-Schein am häufigsten

Für blinde oder sehbehinderte Menschen finden sich künftig am vorderen Rand deutlich tastbare Linien. Bei den 5-Euro-Noten ist dieses Merkmal durchgängig gestaltet, beim Zehner sind diese Linien jetzt unterbrochen.
Andere Sicherheitsmerkmale wie der in das Baumwolle-Papier eingearbeitete Sicherheitsfaden oder der Glanzstreifen auf der Rückseite haben sich bei den neuen Scheinen erhalten.

Der Zehn-Euro-Schein kommt im europäischen Zahlungsverkehr etwas häufiger vor als der Fünfer. In der Rangliste der ausgegebenen Banknoten liegt er auf dem dritten Platz. Die auch bei Fälschern äußerst beliebten Zwanziger und Fünfziger sind weitaus häufiger in den Geldbeuteln der Europäer zu finden. Spitzenreiter ist mit großem Abstand der 50-Euro-Schein. "Ende 2013 waren 42 Prozent aller Banknoten in Europa Fünfziger", berichtet Rebl. Auch vom Gesamtwert her gesehen liege die 50-Euro-Note noch vor dem 500-Euro-Schein.
Dafür halten die großen Geldscheine länger, ehe sie wegen Beschädigung oder Verschmutzung aus dem Verkehr gezogen werden - oft bis zu zehn Jahre. Ein 5- oder 10-Euro-Schein hat laut Rebl dagegen bisher eine Lebensdauer von zwölf bis 13 Monaten. Das könnte sich jetzt ändern. "Die neuen Scheine sind beschichtet, um die Lebensdauer zu erhöhen", erklärt Rebl.

Wie schnell neue Scheine in Umlauf gebracht werden können, zeigt die Statistik der Bayreuther Filiale beim Fünfer. "Es sind weniger als fünf Prozent alte Scheine, die jetzt noch bei uns anfallen", sagt Rebl.
Womit die Bargeld-Experten der Bundesbank am liebsten gar nicht konfrontiert werden möchten, ist Falschgeld. Zwar hat die Zahl der "Blüten" im ersten Halbjahr 2014 zugenommen. Aber die Menge ist laut Rebl immer noch überschaubar: "Jährlich sechs falsche Noten pro 10 000 Einwohner."

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