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Landkreis Miltenberg: "Love-Scamming" aufgeflogen - Polizei fasst Betrüger bei Geldübergabe

Eine Frau aus Franken sollte Opfer eines Love-Scamming-Betrugs werden. Doch die Frau sorgte dafür, dass der Mann jetzt in U-Haft sitzt: Zusammen mit der Polizei startete sie ein fingiertes Treffen.
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Nach einen fingierten Treffen konnte die Polizei den Betrüger festnehmen. Zuvor forderte der eine Frau auf, ihr fast 90.000 Euro zu überweisen. Symbolfoto: Johannes Neudecker/dpa
Nach einen fingierten Treffen konnte die Polizei den Betrüger festnehmen. Zuvor forderte der eine Frau auf, ihr fast 90.000 Euro zu überweisen. Symbolfoto: Johannes Neudecker/dpa

Am Dienstag konnte ein Geldabholer in einem sogenannten Love-Scamming-Betrugsverfahren von einem Mobilen Einsatzkommando in Baden-Württemberg festgenommen werden. Die Kripo ermittelt in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg. In einer gemeinsamen Presseerklärung berichtet das Polizeipräsidium darüber.

Unbekannter fordert 86.000 Euro

Bereits Ende Juni nahm ein bislang unbekannter Täter über eine "Dating-App" Kontakt mit einer 58-Jährigen auf. Bereits nach kurzer Zeit forderte der Unbekannte 86.000 Euro, die die Frau auf ein ausländisches Konto überweisen sollte. Der Landkreisbewohnerin war die Masche derartiger Betrüger allerdings bekannt, sodass sie das Geld nicht ins Ausland transferieren ließ, sondern die Polizei verständigte.

Finanziellen Schaden in ähnlichen Höhen haben Betrüger in Deutschland angerichtet: Mit perfiden Tricks haben sie Pfandautomaten manipuliert.

Die Kriminalpolizei Aschaffenburg übernahm die Ermittlungen in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg. Zusammen mit der Geschädigten konnten die Ermittler ein fingiertes Treffen arrangieren, bei dem am Dienstag nun ein 28-jähriger Ägypter von einem Mobilen Einsatzkommando der Polizei in Baden-Württemberg festgenommen werden konnte.

Gibt es Hintermänner?

Staatsanwaltschaft und Kripo führen neben dem Verfahren gegen den Geldabholer, der derzeit in Untersuchungshaft sitzt, auch noch Verfahren gegen die noch unbekannten Hintermänner des Ägypters.

Bei Love-Scamming handelt es sich um eine Betrugsmasche im Internet. In Online-Partnerbörsen oder auch in sozialen Netzwerken sind die Scammer auf der Suche nach potenziellen Opfern. Ist ein Kontakt erst einmal hergestellt, werden diese mit Liebesbekundungen und Aufmerksamkeit überhäuft - und zwar einzig und allein mit dem Ziel, an das Geld der (meist) Frauen zu kommen.

So wollen die Betrüger an Geld kommen

Denn die virtuellen Partner geben beispielsweise vor, bei einer Geschäftsreise nach Westafrika in Geldnot geraten zu sein. Oder sie benötigen Geld für eine wichtige Operation ihres Kindes oder eines Angehörigen. Auch gestohlene Koffer und Pässe, unbezahlter Lohn oder eine unbezahlte Hotelrechnung sollen das ahnungslose Opfer dazu bringen, Geld zu überweisen.

Die Kripo Aschaffenburg mahnt hier zur besonderen Vorsicht, höhere Geldbeträge an Personen zu überweisen, zu denen ausschließlich virtueller Kontakt besteht. Letztlich ist nicht sicher, mit wem man es zu tun hat. Sollte ein Opfer erpresst werden, rät die Polizei, nicht darauf einzugehen und Anzeige bei der Polizei zu erstatten.

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