Erlenbach am Main
Fahrlässige Brandstiftung

Beherzter Nachbar rettet 61-Jährige aus brennendem Haus in Unterfranken - und wird von Betrunkenem attackiert

Ein 55-jähriger Mann rettete eine 61-Jährige Frau bei einem Brand in Erlenbach am Main vor den Flammen - und wurde dafür von einem betrunkenen Mann angegriffen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Ein Feuer in Erlenbach am Main im Landkreis Miltenberg beschäftigt die Polizei: Wurde ein Helfer von einem Betrunkenen angegriffen? Symbolbild: Ronald Rinklef
Ein Feuer in Erlenbach am Main im Landkreis Miltenberg beschäftigt die Polizei: Wurde ein Helfer von einem Betrunkenen angegriffen? Symbolbild: Ronald Rinklef

Der Brand in Erlenbach am Main liegt bereits einige Tage zurück - doch beschäftigt er die Polizei weiterhin: Denn wie sich erst jetzt herausstellte, rettete ein 55-Jähriger eine Frau vor den Flammen - wurde dabei aber von einem Betrunkenen behindert und sogar tätlich angegriffen.

Rückblick: Am Freitag, 29. März, schreckte ein lauter Knall gegen 21 Uhr die Anwohner in Erlenbach am Main auf: In einem Reihenhaus war ein Feuer ausgebrochen. Dank der sofortigen Alarmierung der Feuerwehr und dem schnellen Eintreffen am Brandort konnte zwar ein weiteres Ausbreiten der Flammen auf benachbarte Häuser der Reihenhaussiedlung verhindert werden. Jedoch beschäftigt ein Vorfall am Rande der Löscharbeiten die Ermittler der Kriminalpolizei Aschaffenburg.

55-Jähriger rettet Frau - und wird dafür angegriffen

Ein 55-Jähriger aus der Nachbarschaft hörte demnach eine Frau aus dem Haus um Hilfe rufen. Der Mann lief in das bereits stark verrauchte Gebäude und führte die 61-jährige Dame nach draußen. Hierbei wurde der mutige Helfer von einem stark alkoholisierten Anwohner tätlich angegangen, ließ sich aber nicht weiter beirren und rettete die Frau und sich ins Freie.

Den Alkoholisierten erwartet nun unter anderem ein Verfahren wegen versuchter Nötigung, Körperverletzung und unterlassener Hilfeleistung. Die Anwohnerin musste ebenso wie der 55-Jährige vom Rettungsdienst mit Rauchgasvergiftungen in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Ermittler gehen von fahrlässiger Brandstiftung aus

Der entstandene Sachschaden dürfte sich dem gegenwärtigen Sachstand nach in einem unteren sechsstelligen Bereich bewegen. Nach Abschluss der Löscharbeiten konnten die Bewohner der angrenzenden Häuser wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.

Brandfahnder der Kriminalpolizei Aschaffenburg gehen inzwischen von fahrlässiger Brandstiftung eines Bewohners des Hauses aus. Ein entsprechendes Ermittlungsverfahren wurde eingeleitet. Die Beamten sprachen dem 55-jährigen Nachbarn nochmals ihre Anerkennung für dessen beherztes Einschreiten aus.

 

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.