Würzburg
Ermittlungen

Tragödie in Franken: Säugling liegt tot im Bett - Freund der Mutter soll ihn ermordet haben

Im Dezember wurde in Unterfranken ein Säugling tot in seinem Kinderbett gefunden. Hat der Freund der Mutter das Baby ermordet?
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Eine unfassbare Tragödie hat sich in Franken ereignet. Ein Baby ist wohl vom Freund der Mutter ermordet worden. Symbolfoto: Johannes Neudecker/dpa
Eine unfassbare Tragödie hat sich in Franken ereignet. Ein Baby ist wohl vom Freund der Mutter ermordet worden. Symbolfoto: Johannes Neudecker/dpa

Die 20-jährige Mutter des Säuglings lebte gemeinsam mit ihrem Sohn und ihrem Lebensgefährten in einer Wohnung im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart. Sie selbst hatte am Nachmittag des 20. Dezember 2019 den Rettungsdienst verständigt, da ihr Sohn keine Lebenszeichen mehr zeigte.

Es folgte ein Rettungseinsatz - das Kind kam unter Reanimation in ein Krankenhaus, wo es noch am selben Tag verstarb. Die Ursache für den Tod des Säuglings war zunächst völlig unklar. Hinweise auf ein Gewaltverbrechen gab es vorerst nicht. Wie die Polizei am Montag (30. Dezember 2019) mitteilte, hat sich in der Wohnung aber wohl eine schreckliche Tragödie abgespielt.

Obduktion zeigt: Kind kam gewaltsam zu Tode

Wie in derartigen ungeklärten Todesfällen üblich, übernahm zunächst die Kriminalpolizei Würzburg die weiteren Ermittlungen in dem Fall. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Würzburg wurde der Junge am Nachmittag des 23. Dezember 2019 obduziert. Hier ergab sich schließlich der Verdacht eines vorsätzlichen Tötungsdelikts.

Schnell kristallisierte sich der 23 Jahre alte Lebensgefährte der Mutter als dringend Tatverdächtiger heraus. Ihm wird nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen vorgeworfen, Handlungen an dem Kind vorgenommen zu haben, die letztendlich todesursächlich waren. Der Beschuldigte soll den Tod des Jungen zumindest auch billigend in Kauf genommen haben.

Totes Baby in Unterfranken: Trägt die Mutter eine Mitschuld?

Um die genauen Ursachen für die bei der Obduktion festgestellten Verletzungen des Kindes aufzuklären, hat die Kriminalpolizei Würzburg eigens eine Ermittlungskommission gegründet. Die andauernden und aufwendigen Ermittlungen werden in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Würzburg geführt. Geprüft wird unter anderem auch, inwieweit der Mutter ein strafbares Handeln vorgeworfen werden kann.

Wegen des Verdachts eines Tötungsdeliktes ordnete die Staatsanwaltschaft Würzburg die vorläufige Festnahme des Lebensgefährten an, die am vergangenen Freitag von Beamten der Kriminalpolizei Würzburg vollzogen wurde. Der 23-Jährige wurde am Samstag (28. Dezember 2019) dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen erließ. Der Tatverdächtige wurde im Anschluss in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

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