Bischbrunn
Waldbrandgefahr

Frankens Wälder brennen: Die Kehrseite des Kaiserwetters

Für Feuerwehrleute ist es kein ruhiges Ostern: Einige Male müssen die Brandbekämpfer ausrücken, um fränkische Wälder vor der Katastrophe zu bewahren. Die Trockenheit soll anhalten -damit droht weiter Ungemach.
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50 Leute und 25 000 Liter Wasser sind nötig, dass der Waldbrand im unterfränkischen Bischbrunn glimpflich ausgeht. Fränkische Feuerwehrleute müssen über Ostern einige Feuer löschen.  Foto: Benedict Rottmann
50 Leute und 25 000 Liter Wasser sind nötig, dass der Waldbrand im unterfränkischen Bischbrunn glimpflich ausgeht. Fränkische Feuerwehrleute müssen über Ostern einige Feuer löschen. Foto: Benedict Rottmann
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Das Wasser zu besorgen, ist die größte Herausforderung. Mehr als 50 Feuerwehrleute muss Einsatzleiter Harald Merz am Ostermontag zu einem Waldbrand bei Bischbrunn im Landkreis Main-Spessart rufen. In Flammen stehen vor allem Sträucher und Bodenbewuchs auf einer Fläche etwa so groß wie ein halbes Fußballfeld. Weil vor Ort kein Löschwasser greifbar ist, holen Tankwagen von einigen Kilometern entfernten Hydranten Wasser und fahren es in das Waldstück. Ein logistischer Kraftakt. "Der Wind trieb das Feuer voran, aber wir waren zum Glück sehr schnell vor Ort", so Merz.

"Es ist relativ glimpflich ausgegangen", sagt er. Seine Leute bekommen den Brand mithilfe von 25 000 Litern Wasser unter Kontrolle, erst nach fünf Stunden dürfen sie wieder nach Hause. Ein kräftezehrender Akt für die Feuerwehr. Während andere sich die sommerlichen Tage mit Eiscreme erträglich schlecken, schwitzen die Feuerwehrleute unter ihrer schweren Schutzkleidung. "Wir kennen keine Feiertage", sagt der seit 34 Jahren als Feuerwehrler aktive Merz.

Nicht der einzige Waldbrand

Und dies ist an den Ostertagen nicht der einzige Brand in fränkischen Wäldern.Vor allem in Ober- und Mittelfranken sind die Löschtrupps gefordert, wie Polizei und Feuerwehr am Dienstag mitteilten. Mit dem größten Feuer haben die Einsatzkräfte in Hersbruck (Landkreis Nürnberger Land) zu kämpfen. Dort geraten am Ostermontag ein 10 000 und ein 2000 Quadratmeter großes Waldstück in Brand.

Wie schon 2018 setzen die Einsatzkräfte auch heuer schon früh im Jahr auf Unterstützung aus der Luft. In allen fränkischen Regierungsbezirken sind wieder ausgebildete Luftbeobachter unterwegs, um Waldgebiete auf mögliche Brandgefahren hin abzusuchen. Zum Beispiel Roland Eckert, Kreisbrandrat in Kitzingen. "Wir sind am Karfreitag geflogen, jedoch ohne Befund", sagt er. Anders als in Geroldsgrün (Lkr. Hof), wo die Luftrettungsstaffel am Ostersonntag einen Brand entdeckt und den Einsatzkräften vor Ort meldet. Auch dort ist Pendelverkehr nötig, um Löschwasser aus den nächstgelegenen Ortschaften zu holen. Gleichzeitig unterstützt ein Forstunternehmen die Löscharbeiten, indem es mit einem Bagger die brennende Erde abträgt.

Weiterhin hohe Waldbrandgefahr

Weil Niederschläge seit Wochen fast flächendeckend ausbleiben, ringt die hiesige Vegetation weiter mit dem Wassermangel. Besonders anfällig fürs Feuer sind junge Nadelbäume an trockenen Standorten. Hinzu kommt, dass sommerliche Temperaturen mehr Menschen in die Wälder locken. Deshalb geht der Deutsche Wetterdienst (DWD) weiterhin von hoher Waldbrandgefahr aus. In den meisten Regionen Nordbayerns gilt aktuell Stufe 4 (von 5) des Waldbrandgefahrenindex.

Brennende Wälder: Das ist die Kehrseite der warmen und trockenen Frühlingstage. In Teilen Nordbayerns hat es seit mehr als vier Wochen nicht mehr geregnet. Glaubt man den Vorhersagen des DWD für die kommenden Tage, wird sich daran nicht viel ändern. Ganz im Gegenteil: Die Temperaturen steigen auf bis zu 27 Grad Celsius, erst am Freitag kühlt es sich laut Prognose deutlich ab. Der Thermometer-Sturz schlägt sich jedoch nicht direkt auf den Regen nieder: Nur vereinzelt soll es Schauer und Gewitter geben. Ob das ausreicht, um die Waldbrandgefahr in der Region zu reduzieren, wird sich zeigen. Harald Merz und all die anderen Feuerwehrleute aus Franken bleiben vorsichtshalber in Alarmbereitschaft.

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