Bad Staffelstein
DJ Party

Zwei lausbubenhafte Legenden in Bad Staffelstein

An die 10 000 Zuschauer kamen, um den Späßen und der Musik von Gottschalk und Egner zuzuhören.
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Die Radiolegenden mit Showmaster-Vergangenheit harmonierten auf der Bühne perfekt.
Die Radiolegenden mit Showmaster-Vergangenheit harmonierten auf der Bühne perfekt.
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Live dabei waren die Zuschauer gleich doppelt: Einmal sahen sie Thomas Gottschalk und Fritz Egner auf der Bühne in Aktion und dann wurde das Ganze am Sonntagabend auch noch im BR übertragen. Was sich vor und hinter dem Gelände der Seebühne auf dem Parkplatz des Aqua-Riese-Bades abspielte, war so noch nicht dagewesen und wird es so schnell auch nicht wieder. Die BR-Radltour holte sich Gottschalk und Egner für drei Stunden als DJs bei kostenlosem Eintritt. An die 10 000 Zuschauer kamen.

Die Bayern1-Band heizte inmitten zweier riesiger Leinwände, die das Geschehen auf der Bühne zeigten, den Massen schon mal mit Rock-Klassikern ein. Noch war es nicht 19 Uhr, noch war von Gottschalk und Egner nichts zu sehen. Stattdessen: Rund um den Parkplatz waren kulinarische Versorgerstände aufgebaut. Zwei Dutzend, wie Markus Riese über den logistischen Aufwand des Feierlaunigen bei einer BR-Radltour Bescheid wusste. Der Eventleiter des Ganzen saß in der BR-Lounge, einem von vielen Zelten, welche der Sender aufstellen ließ und hatte den Überblick über das Festivalgelände.

Eisi Gulp auf der Bühne

Doch dem allem vorgeschaltet war auch ein kleines Info-Dorf mit Ständen, an denen man sich beispielsweise die Fernsehserie Dahoam is Dahoam schlau machen konnte. Man sah Eisi Gulp auf der Bühne über Dreharbeiten reden, man sah Info-Stände des THW, des ASB, einer Krankenkasse oder der Polizei. Denn all das waren zumeist auch Begleitkräfte, welche die Radltour mitfahren, ihr vorausfahren, ihr dieser Tage zwischen Bad Staffelstein und Zielort Bad Füssing den Weg bereiten. "Am Tag der Zeugnisvergabe werden die Turnhallen frei", erklärt Riese zu nur einer der festen einzuplanenden logistischen Größen. Acht Tage lang hat er einen Arbeitstag von 6.30 bis 2.30 Uhr.

Von alledem wissen die Besucher kaum etwas, was sie sehen wollen, heißt Gottschalk und Egner. Dann, kurz vor 19 Uhr sind sie da, werden lautstark begrüßt und zeigen sich völlig unverkrampft und im Grunde lausbubenhaft.

Bagger-Wette um halb elf

Das ist er, der Tommy, wie man in Franken zu dem gebürtigen Bamberger Gottschalk sagt, der in Kulmbach aufwuchs, Abitur machte und DJ war. Und Gottschalk ließ sofort den Oberfranken in sich hören: "Alle vier Wochen bin ich nach Vierzehnheiligen, da musste ich mich segnen lassen", erklärte er und schob nach: "Bad Staffelstein - dass ich das noch erleben darf."

Auch an Kulmbach und seine Zeit als DJ erinnerte er sich gerne, sprach im Kulmbacher Dialekt vom "Old Castle" und der Disco "Butterfly". "Kanner hat g'wusst, wie mer des schreibt." Dann kokettierte er mit seinem Alter, damit, dass ihm offensichtlich die Hose nicht recht saß ("Die einzige Hose, die mir noch zu weit ist!") und versprach - auch im Rückblick auf seine Zeit als Moderator von Wetten, dass..? - launig zweierlei: "Gegen 21.30 Uhr nehme ich die Sonnenbrille ab" und "um halb elf kommt die Bagger-Wette". Zu zwei Männern, die am Fotograben dicht bei der Bühne beieinander standen und Hemden mit Karos trugen, frotzelte er liebenswert gekonnt, sie würden "im Fernsehen als Testbild durchgehen" und seinem Kumpel Egner unterstellte er, bei den Original Egnerländern mitzuspielen.

Fritz der bessere Tänzer

Der wiederum war nicht ganz so schlagfertig, aber er war eindeutig der bessere Tänzer auf der Bühne. Der Mann hatte kein Problem damit, Luftgitarre zu spielen und seine Begeisterung für Gitarrenriffs auch mimisch zu zeigen. Immer wieder schielten Gottschalk und Egner zur an der Bühne angebrachten Playlist und kündigten einen Hit nach dem anderen an: Status Quo, ELO, Earth, Wind & Fire und viele Rock- und Pop-Legenden mehr waren drei Stunden lang zu hören. Der Jubel der Menschen auf dem Festival-Gelände ging live über den Äther und ein Slogan des Abends wurde mit "Staffelstein statt Gallenstein" auch geboren. Ein Gottschalk-Satz des Abends aber bezog sich auf seine Begegnung mit Markus Söder auf dem Altstadtfest: "Der Söder war da - den gibt's wirklich!" Drei Stunden lang zeigten Gottschalk und Egner, warum sie solche Sympathiewerte genießen. Zwei Lauser eben, live und nicht abgehoben.

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