Altenkunstadt
Entwicklungskonzept

Zu schmale Gehsteige in Altenkunstadt - was tun?

Viele konkrete Vorschläge für die neue Mitte von Altenkunstadt gab's beim jüngsten Arbeitstreffen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Gehsteige in der Rechtsanwalt-Krauß-Straße sind zu schmal für Rollstuhl- und Rollator-Fahrer sowie Eltern mit Kinderwagen. Gemeinderat Ludwig Winkler spricht sich für eine Fahrbahnverengung aus, um auf einer Seite durchgängig einen Gehweg zu schaffen.  Foto: Stephan Stöckel
Die Gehsteige in der Rechtsanwalt-Krauß-Straße sind zu schmal für Rollstuhl- und Rollator-Fahrer sowie Eltern mit Kinderwagen. Gemeinderat Ludwig Winkler spricht sich für eine Fahrbahnverengung aus, um auf einer Seite durchgängig einen Gehweg zu schaffen. Foto: Stephan Stöckel

Wie kann der Bereich zwischen Weismainer Straße und der Grundschule attraktiver gemacht werden? Darüber machten sich rund ein Dutzend Bürger am Montagabend beim dritten Arbeitstreffen zum integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (Isek) Gedanken.

Während in den vergangenen beiden Sitzungen, der Raiffeisenplatz im Mittelpunkt stand, waren es diesmal andere Abschnitte dieser Entwicklungsachse von Altenkunstadt. "Der unmittelbare Bereich rund um die Raiffeisenbank ist sicherlich der Fixpunkt von Altenkunstadts neuer Mitte. Sie definiert sich aber auch über weitere Bereiche der Entwicklungsachse zwischen Weismainer Straße und Grundschule", betonte der Hofer Architekt Hans Greim. Gemeinsam mit ihm und Landschaftsarchitektin Susanne Augsten aus Naila schritten die Bürger gedanklich die Achse ab, um nach Problemen und gestalterischen Verbesserungsmöglichkeiten zu suchen.

Die Gehsteige in der Rechtsanwalt-Krauß-Straße sind zu schmal für Rollstuhl- und Rollator-Fahrer sowie Eltern mit Kinderwagen. Wie kann man Abhilfe schaffen? Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) schlug vor, den Fußgängerverkehr über den Fronleichnamsweg und die Klosterstraße beziehungsweise die Missionsstraße und die Langheimer Straße umzuleiten. "Es ist illusorisch, dass sich Fußgänger auf einen Umweg begeben. Das macht keiner", widersprach Gemeinderat Ludwig Winkler von den Freien Bürgern der Ortsteile (FBO). Sein Vorschlag: Die Fahrbahn sollte verengt werden, um auf einer Seite einen durchgängigen Gehweg zu schaffen.

Eine Überlegung wert

Um in der Theodor-Heuss-Straße mehr Gestaltungsraum und Platz für andere Verkehrsteilnehmer zu schaffen, plädierte Winkler dafür, die Fahrbahn von 7,50 auf 6,50 Meter zu verkleinern. Greim hielt den Gedanken grundsätzlich für eine Überlegung wert. Allerdings dürfe man auch das hohe Verkehrsaufkommen nicht außer Acht lassen. Pro Tag würden 4500 bis 5000 Fahrzeuge die Straße befahren. Greim machte sich dafür stark, die Gehsteige und deren Beläge in der Theodor-Heuss-Straße barrierefreundlich zu vereinheitlichen. Die Schaffung von Stellplätzen für Fahr- und Motorräder liegt Winkler ebenfalls am Herzen.

Almut Schuhmann (SPD) hielt den Platz vor dem ehemaligen Awo-Gebäude neben der Eisdiele als einen idealen Ort zum Abstellen von Fahrrädern. "Dort könnte man auch eine Ladestation für E-Bikes errichten", schlug die Sozialdemokratin vor. Inge Goebel sprach das Areal neben dem Mack-Haus in der Theodor-Heuss-Straße an. Die Grünfläche mit den Parkplätzen, die nicht gerade einladend aussieht, sollte verschönert werden. An der Einmündung von der Weismainer in die Theodor-Heuss-Straße befindet sich ein kleiner Park mit Bäumen, an den sich eine größere brachliegend Fläche anschließt.

Grünzone aufhübschen

Goebel schlug vor, die Grünzone aufzuhübschen und zu vergrößern. "Das Gelände gehört der Firma Baur", bemerkte der Bürgermeister. Jutta Löbling würde es begrüßen, wenn der Bereich "Am Bach" zu einem kleinen Erlebnisbereich mit Spielgeräten für Familien mit Kindern aufgewertet würde. Den Gedankenspielen, aus dem Haus Gerbergasse 2 ein Gebäude für Ausstellungen zu machen, erteilte Winkler eine Absage. Mit der Synagoge habe man bereits eine solche. Was Altenkunstadt benötige, so Winkler, sei mehr Wohnraum. Auch der Wunsch nach Einkaufsmöglichkeiten wurde geäußert.

Hümmer teilte mit, dass es Überlegungen gebe, in die leerstehende Porzellanfabrik Nehmzow einen Laden einzurichten. Aufgrund des neu geschaffenen Wohnraums im Ortskern - der Bürgermeister verwies auf die Wohnungen in der Neumühle - bestehe ein Bedarf nach einem solchen Geschäft. Der Etterweg, der von vielen Fußgängern als Abkürzung in die Langheimer Straße benutzt wird, sollte verbessert werden. Ebenso die Verkehrssituation für Fußgänger rund um Rathaus und Kirche.

Wie es nach Fertigstellung des Konzepts weitergehe, wollte Schuhmann wissen. "Es kann sich eine konkrete Objektplanung anschließen", klärte sie Greim auf.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren