Altenkunstadt
Feierstunde

Zeichen für friedliches Miteinander gesetzt

Der Mittelschule Altenkunstadt wurden jetzt Urkunde und Schild durch die Bundeskoordination "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" überreicht.
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Bei einer Feierstunde in der Aula wurde der Altenkunstadter Mittelschule der Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" verliehen. "Die Schüler haben sich damit ein Eigenversprechen gegeben, das für ihr ganzes Leben gelten soll", betonte Jack Pimsai (hinten, Dritter von rechts), der namens der SoR-Bundeskoordination Urkunde und Schild überbrachte. Fotos: Bernd Kleinert
Bei einer Feierstunde in der Aula wurde der Altenkunstadter Mittelschule der Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" verliehen. "Die Schüler haben sich damit ein Eigenversprechen gegeben, das für ihr ganzes Leben gelten soll", betonte Jack Pimsai (hinten, Dritter von rechts), der namens der SoR-Bundeskoordination Urkunde und Schild überbrachte. Fotos: Bernd Kleinert
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"Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" darf sich nun die Mittelschule nennen. Mit der Beteiligung an der gleichnamigen europäischen Jugendinitiative machen Schüler und Lehrer deutlich, dass sie sich als große Gemeinschaft verstehen, in der das Miteinander im Vordergrund steht und kein Platz für Mobbing und Diskriminierung jeglicher Art sein darf. Stargast der Feierstunde in der Aula war Harro Füllgrabe, TV-Moderator bei Pro Sieben und SAT 1.
"Die Initiative für eine Beteiligung an der Aktion ging von unserem Kollegen Steffen Biskupski aus", erklärte Rektor Manfred Heinbuch. In seiner Funktion als Beauftragter für Demokratie und Toleranz habe der junge Pädagoge die entscheidenden Weichen gestellt.
Unterstützt wurde er von einem aus fünf Schülern bestehenden SoR-Team: "Dank ihres beispielhaften Einsatzes konnten in kurzer Zeit alle Kriterien erfüllt und damit der Weg für die Titelverleihung geebnet werden."
Heinbuch berichtete von der Aktion "No Racism" des Weltfußballverbandes, die sich gegen das rassistische Verhalten von Fans gegenüber Spielern anderer Hautfarbe oder Nationalität richtet. Und er erinnerte an die Reichskristallnacht vor 75 Jahren, in der nationalsozialistische Fanatiker ihren rassistischen Hass auf jüdische Mitbürger in grausamer Weise auslebten. "An diesen beiden Beispielen aus Gegenwart und Vergangenheit sehen wir, dass es wichtig ist, mutig einzutreten für die Wahrung der Würde und der Rechte aller Menschen", betonte der Rektor. "Unser Wunsch ist es, dass viele uns folgen auf dem Weg zu mehr Toleranz und Akzeptanz gegenüber anders denkenden und anders aussehenden Menschen."
Sie wollten mit ihrer Aktion ein Zeichen setzen für ein friedliches und harmonisches Miteinander, sagten Jenny Pavel, Manuel Scherer, Julia Andres, Anastasia Fendel und Anna-Lena Wyrwis. Als SoR-Team haben die Schüler viel Zeit und Arbeit in das Projekt investiert.
Schulverbandsvorsitzender Bürgermeister Georg Vonbrunn appellierte an die Schüler, am Ball zu bleiben: "Wir brauchen an unserer Schule keinen Rassismus und Fanatismus, weder von Links noch von Rechts, oder gar religiöser Natur."
"Junge Menschen wollten immer schon die Welt verändern und sie besser machen", sagte Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner. Dazu brauche man allerdings den Mut, "kein Mitläufer und Wegseher zu sein, dumm daher geplauderte Vorurteile nicht einfach nachzuplappern, dem Schwächeren beizustehen, oder auch den Mut, gegen Gewalt und Rassismus einzuschreiten." Die CSU-Politikerin erinnerte an die Einrichtung eines Asylbewerberheims in Weismain im vorigen Jahr. Viele couragierte Menschen aus dem Obermaintal seien auf die Straße gegangen und hätten sich unter dem Motto "Weismain ist bunt" gegen "rechtsradikale Umtriebe und den grauen Irrsinn der NPD" gestellt, die zu einer Kundgebung aufgerufen hatte. Zeulner selbst hatte bei der Gründung des Aktionsbündnisses "Weismain ist bunt" federführend mitgewirkt.

Manuel Scherer rief Moderator an

Die Musikerin Suzan Baker aus Bad Staffelstein, die das SoR-Projekt ebenfalls unterstützt, definierte die Toleranz: "Ein Begriff, der Menschlichkeit, Offenheit und Entgegenkommen beinhaltet und keinerlei Raum für Rassismus bietet." Die Sängerin unterstrich ihre zum Nachdenken anregenden Ausführungen mit dem von ihr geschriebenen Lied "How can I get to you".
Ohrenbetäubender Beifall ließ die Aula erbeben, als Harro Füllgrabe die Bühne stürmte. Der Fernsehmoderator hat für das SoR-Projekt der Altenkunstadter Mittelschule die Patenschaft übernommen. "Zu verdanken habt Ihr das Eurem Manuel Scherer", sagte Füllgrabe. Der Schüler habe ihn angerufen, die Aktion vorgestellt und ihn davon überzeugt: "Du musst zu uns nach Altenkunstadt kommen!"
Unter Beifall überreichte Jack Pimsai von der "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage"-Landeskoordination Bayern an das SoR-Team der Mittelschule eine Urkunde und ein Schild mit dem Aufdruck "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage". Pimsai wurde wegen seiner Nationalität und Hautfarbe selbst schon einmal Opfer rassistischer Gewalt.
/>Ganz nach dem Geschmack von Jugendlichen und Erwachsenen war der musikalische Teil der Feier, gestaltet von der Lehrerband (Bernd Schick, Wolfgang Schnabel, Hans Ehm und Stefan Sniehotta), der Schulband The Enemey Heroes und Suzan Baker. Ein Ohrenschmaus war das Lied "Es ist mir egal", das der frühere Mittelschüler Lukas Prybil eigens für das SoR-Projekt geschrieben hat. Ein Beitrag, der unter die Haut ging. Anna-Lena Wyrwis trug mit ihrer faszinierenden Stimme den Song vor, Lukas spielte dazu Gitarre. Mit Michael Jacksons Hit "We are the World" brachten die Mitwirkenden den Wunsch nach mehr Toleranz unter den Menschen musikalisch auf den Punkt. "Schöner hätte diese Feier wirklich nicht enden können", stellte Rektor Manfred Heinbuch fest.
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