Lichtenfels
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Wissen, wie der Hase läuft

Eine neue Jugendgruppe des Tierheims möchte bei Kindern den Umgang mit Tieren und das Verständnis für die Natur wecken.
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Stefan Wich (hinten) mit einigen Kindern der neu gegründeten JugendgruppeTierheim
Stefan Wich (hinten) mit einigen Kindern der neu gegründeten JugendgruppeTierheim

Zwei Staffelsteiner, Jana Jakob und Stefan Wich, gründeten kürzlich die Jugendgruppe "Tierheim Kids". Gemeinsam mit dem Lichtenfelser Tierschutzverein möchten sie bei Kindern das Verständnis für den Umgang mit Tieren wecken.

"Wir arbeiten gern mit Kindern und mit Tieren", sagt Stefan Wich, "und wir möchten Kindern die Liebe zum Tier und zur Natur näherbringen." Die Jugendgruppe, die Ende 2018 ins Leben gerufen wurde, arbeitet eng mit dem Lichtenfelser Tierschutzverein zusammen. Im Tierheim werden die Kinder - derzeit sind es zehn - spielerisch mit dem verantwortungsvollen Umgang mit Kleintieren vertraut gemacht. Es gehe darum, das Einfühlungsvermögen der Kinder zu schulen, denn Tiere seien keine Gegenstände, sondern lebendige Wesen. "Wer respektvoll mit einem Tier umgeht, geht auch mit Menschen so um", erklärt Stefan Wich die Inhalte. "Wir führen Jugendliche an den Tierschutz heran", ergänzt der 54-Jährige.

"Kinder verstehen automatisch, was gut oder schlecht für ein Tier ist", sagt Jana Jakob. Die Gruppe sei für Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 15 Jahren konzipiert. "Wir arbeiten im Tierheim mit - etwa beim Füttern der Katzen und Kaninchen", fährt die 37-Jährige fort. Anschließend finde jeweils eine Gruppenstunde statt, die unter einem besonderen Motto stehe. Beispielsweise werde gemeinsam Spielzeug für Hunde gebastelt. Die Kinder erfahren, wie viel Pflege und Zuneigung ein Tier brauche, aber auch welches Tier zu wem passt.

Ausflüge zum Tierarzt und Imker

Stefan Wich umreißt, welche Pläne er gemeinsam mit Jana Jakob und Alexandra Hümmer, der Vorsitzenden des Tierschutzvereins, ausgearbeitet hat: "Wir wollen mal einen Gnadenhof besuchen und zu einem Tierarzt gehen." Zudem werde ins Auge gefasst, sich bei einem Hundetrainer zu informieren sowie bei einem Imker, einem Falkner und einem Schäfer vorbeizuschauen.

Auch der Naturschutzgedanke komme nicht zu kurz.Hierzu sei ein Besuch beim Amt für Landwirtschaft denkbar, sagt der Jugendleiter. Im Grunde gehe es darum zu vermitteln, wie man sich in der Natur verhält - etwa indem man seinen Müll mit nach Hause nehme und dort sachgerecht entsorgt. Zudem soll der Kontakt zu anderen Jugendgruppen gepflegt werden.

Jana Jakob hat zwei Bulldoggen namens "Dottie" und "Bella", Stefan Wich eine Leonberger-Hündin "Pina". Beiden Jugendgruppenbetreuern ist es wichtig, dass die Kinder sich nur solche Tiere anschaffen, für die sie auch selbst sorgen, für die sie Verantwortung übernehmen können. Deshalb wollen sie Kindern nahebringen, dass Tiere kein Spielzeug sind, das man mal so nebenbei zu Weihnachten oder zum Geburtstag geschenkt bekommt. Wer sich für ein Tier entscheide, sollte das in vollem Bewusstsein tun. Denn wer ein Tier habe, müsse sich vorher im Klaren darüber sein, wie viel Auslauf es braucht, welchen Pflegeaufwand das erfordert und auch wo das Tier bleibt, wenn sein Besitzer in der Schule ist oder in den Ferien verreist. Stefan Wich: "Es ist gut zu wissen, welche Hunderasse zu meinen Lebensumständen passt."

Hühner, Kaninchen und Hunde

Kinder und Jugendliche, die sich noch intensiver mit Tieren beschäftigen möchten, können zudem ein Praktikum im Tierheim machen. In den Gruppenstunden, sagen die beiden Initiatoren, gehe es vor allem um Kleintiere - von Hühnern über Kaninchen bis zum Hund. Bei der Arbeit im Tierheim dürfen die Kinder richtig mit anpacken, sowohl beim Füttern als auch beim Ausmisten.

Alle vier Wochen Gruppenstunde

Die Kinder sind über die Mitgliedschaft im Tierschutzverein (12,50 Euro pro Jahr) versichert. Die Treffen der Gruppe im Lichtenfelser Tierheim, Krappenrother Straße 18, finden alle vier Wochen statt. Wer einmal probeweise teilnehmen möchte, kann sich bei Stefan Wich (Telefon 0176 / 100 548 50) informieren. Zudem sind die Infos und Termine auf der Webseite des Tierheims www.tierheim-lichtenfels.de zu erfahren.

Grundsätzlich, sagen Jana Jakob und Stefan Wich, seien auch gemeinsame Spaziergänge mit Hunden möglich. Nur eines sollte klar sein: Ein Smartphone wird nebensächlich, wenn die Kinder sich um die Tiere kümmern.

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