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Vision

Wird der Wallfahrtsort Weltkulturerbe?

Die Stadt Bad Staffelstein möchte das "Dreigestirn" - Basilika Vierzehnheiligen, Kloster Banz und Staffelberg - für den Status "Unesco-Weltkulturerbe" vorschlagen. Erste Untersuchungen der TU München wurden für Vierzehnheiligen erstellt.
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Freies Denken war beim interdisziplinären Seminar der Baureferendare an der TU München gefordert. Heraus kamen interessante Vorschläge. Unter anderem wurde darüber nachgedacht, das gesamte Kirchenumfeld radikal freizuräumen (siehe Fotomontage) und alle umgebenden Gebäude abzubrechen.Fotomontage: TU München
Sicher hätte die Heilige Barbara ihre Freude an dem Projekt. Die Heilige, die zu den 14 Nothelfern zählt, wird unter anderem als Patronin der Bergleute, Geologen, Architekten, Maurer, Steinhauer, Zimmerleute, Dachdecker, Elektriker, Glöckner und Glockengießer verehrt. Ihr Beistand könnte dem Bauprojekt also förderlich sein, das die Stadt Bad Staffelstein jetzt im Zuge der seit 1999 laufenden Rahmenplanung für Vierzehnheiligen angehen will. 
Mit neuen Ansätzen herangehen
Unter dem Titel „DranDenken“ beteiligten sich rund 30 Baureferendare an einem interdisziplinären Seminar, das im Auftrag der bayerischen Obersten Baubehörde an der Technischen Universität München stattfand. Die angehenden Führungskräfte der bayerischen Bau- und Umweltverwaltung nahmen insgesamt vier prominente Orte in Bayern unter die Lupe. Neben der Basilika Vierzehnheiligen (Arbeitstitel: „AnDenken“) untersuchten sie den Hochwasserschutz für die der Passauer Altstadt („VorausDenken“), die Stadtentwicklung in Ingolstadt („MitDenken“) und die verkehrliche Neuordnung von Füssen und am Schloss Neuschwanstein („UmDenken“).
Unkonventionelle Wege suchen
Dabei suchten die angehenden Hoch-, Tief-, Straßen-, und Wasserbau-Fachleute nach neuen Wegen. In Gruppenarbeit wurden bewusst unkonventionelle Denkansätze gesucht, um weg zu kommen vom Spartendenken.
Die Basilika Vierzehnheiligen mit rund einer Million Besuchern im Jahr wurde ausgewählt, weil sie ein religiöser, kultureller und touristischer Anziehungspunkt für Menschen aus aller Welt sei. Die bestehende Situation des Kirchenumfeldes wird von Gremien und Einzelpersonen als verbesserungswürdig befunden.
Bürgermeister Jürgen Kohmann und Stadtbaumeister Andreas Ender freuen sich über die aussagekräftigen und phantasievollen Ergebnisse der Erhebungen. Durch dieArbeit der Referendare habe die Stadt viele Tausend Euro für ein Gutachten gespart, das sie ohnehin gebraucht hätte. Es sei geplant, so Jürgen Kohmann, das „Dreigestirn“ – Basilika Vierzehnheiligen, Kloster Banz und Staffelberg – für den Status „Unesco-Weltkulturerbe“ einzureichen. Dafür müsse freilich noch einiges geschehen. Eine Zeitachse gebe es derzeit ebenso wenig wie eine Vorstellung darüber, was die Sache kosten darf und welche Töpfe zur Finanzierung angezapft werden können. Das Thema müsse nun ausgiebig im Stadtrat erörtert werden.
Interessen berücksichtigen und bündeln

Bürgermeister und Stadtbaumeister äußerten sich am Dienstag begeistert über die Daten und Visionen der Baureferendare. Beim Umsetzen des Projektes sei der Dialog mit allen Beteiligten vor Ort unverzichtbar, so Jürgen Kohmann. Die Vertreter der katholischen Kirche, Gaststätten- und Brauereibesitzer sowie die Betreiber der Devotionalienstände sollen aktiv in das Projekt eingebunden werden. Auch wenn es schwierig sei, sollten alle unterschiedlichen Interessen auf einen Nenner gebracht werden.
Nun müsse die Studie dem Stadtrat zur ausgiebigen Beratung vorgelegt werden.

Hier lesen Sie die Studie.


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