Lichtenfels
Jeder gegen Jeden (22)

Wie gewährleisten Sie Sicherheit?

Zum verbalen Schlagabtausch treffen sich Markus Tutsch (Bündnis 90/Die Grünen) fordert Oswald Greim (Die Linke).
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Die Regeln unserer Serie "Jeder gegen jeden" zur Bundestagswahl sind denkbar einfach: Jeder Kandidat darf jedem anderen Kandidaten eine Frage stellen. Nach der Antwort des Befragten hat der Fragesteller noch die Möglichkeit, darauf zu reagieren. Heute will Markus Tutsch (Bündnis 90/Die Grünen) von Oswald Greim (Die Linke) wissen, was die Menschen von seiner Partei zum Thema innere und äußere Sicherheit erwarten kann.

Markus Tutsch: Die Linke lehnt die Einbindung Deutschlands in die Nato ab. Wo sieht Ihre Partei Deutschland bei innerer und äußerer Sicherheit in einem von Konflikten geprägten Umfeld?

Oswald Greim: Wir haben eine von Konflikten geprägte Welt, in der nach wie vor Wirtschaftsinteressen (Rohstoffe, Märkte, usw.) mit militärischen Mitteln gesichert werden. Wir liefern als drittgrößter Waffenexporteur die Waffen dazu. Gleichzeitig wundern wir uns über die vielen Flüchtlinge, die sich auf den Weg zu uns machen, und über Terrororganisationen, die Angst und Schrecken auch bei uns verbreiten.
Die Linke lehnt die Nato als militärisches Bündnis ab, weil die Nato aus Gründen der Rechtfertigung ihrer eigenen Existenz auf das Vorhandensein von äußeren Gegnern angewiesen ist. Wir setzen auf den Ausbau der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa), weil sie gemeinsame Sicherheit für alle Mitglieder anstrebt und nicht Sicherheit auf Kosten anderer erlangen will. Abrüstung und strukturelle Nichtangriffsfähigkeit dienen dem Frieden in Europa und der Welt. Und natürlich sind wir für einen Stopp unserer Rüstungsexporte.

Markus Tutsch:
Grundsätzlich ist eine Welt ohne Waffen mehr als wünschenswert, um das Jahrtausende dauernde Leiden der Menschen unter Krieg und Vertreibung zu vermeiden. Die aktuell existierende Welt ist bedauerlicherweise weit von diesem Ideal entfernt. Unter unbedingter Wahrung unserer freiheitlichen Grundordnung halte ich die Nato und auch die Bundeswehr für die Sicherheit unserer Gesellschaft im Moment für unverzichtbar. Unseren Soldaten und Polizisten gilt es, die bestmögliche Ausbildung und Ausrüstung zur Verfügung zu stellen, um sie im Einsatz zu schützen. Rüstungsexporte gilt es zu kontrollieren und auf zuverlässige Partner zu beschränken.

Im Teil 23 unserer Serie fragt Markus Tutsch (Bündnis 90/Die Grünen) morgen Thomas Bauske (SPD) nach der sozialen Gerechtigkeit.

Hinweis der Redaktion: Argumente und Thesen stammen vom jeweiligen Kandidaten und sind redaktionell weder gegenrecherchiert noch in irgendeiner Weise bearbeitet.

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