Burgkunstadt

Wie eine Berührung der Seele

Ein "musikalischer Maler" und ein Künstler, dessen Hauptmotiv Frauenporträts sind, zeigen ihre Werke in der Produzentengalerie.
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Udo Langer lässt sich beim Malen vom Musik inspirieren. Er erreicht den Betrachter auf emotionaler Ebene.M. Walther
Udo Langer lässt sich beim Malen vom Musik inspirieren. Er erreicht den Betrachter auf emotionaler Ebene.M. Walther
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Offizieller Titel der jüngsten Ausstellung in der Produzentengalerie Burgkunstadt ist "Die Vierzehnte". Er könnte aber auch problemlos "Menschen und Emotionen" lauten.

Denn den rund 100 Besuchern, die am Samstag zur Vernissage in die Galerie am Schönberg angereist waren, bot sich genau das. Büstenporträts - meist im Format 50 x 40 kraftvoll in Öl und Acryl auf gebrauchtes Papier gebracht - und emotionale Farbexplosionen: impulsiv und eindrucksvoll. Gezeigt werden noch bis 9. Februar zum einen Werke des in Nürnberg lebenden und arbeitenden Südkoreaners Changhee Nam und des Burgkunstadter Musikers Udo Langer.

Hauptmotiv der Gemälde Changhee Nams sind junge Frauen, die dem Betrachter in entspannter Gelassenheit entgegenblicken. Die eine oder andere Frau ist zu erkennen - etwa Sophia Loren -, andere wiederum sind aus der Welt der asiatischen Prominenz und erschließen sich dem fränkischen Beschauer nicht so leicht. Was freilich gar nicht wichtig ist. Nicht einmal gewollt, wie der Künstler selbst betont.

Ohne Titel

Das ist auch ein Grund, weshalb seine Gemälde entweder keinen Titel haben oder einfach durchnummeriert sind. Was bleibt, ist die eindrucksvolle expressionistische Darstellung, die in gewisser Tradition zur ostasiatischen Tuschemalerei steht. Der Übergang von der Gegenständlichkeit zur Abstraktion ist fließend.

So sah das der Bamberger Kunsthistoriker Matthias Liebel bei der Vernissage, der zu Changhee Nam unter anderem ausführte: "Ostasiatisch sind überdies nicht nur die Modelle, nach denen der Künstler seine Bildnisse schafft, ostasiatisch ist auch des Malers Neigung, nicht auf Leinwand oder auf harten Holzplatten oder sonstigen starren Tafeln zu arbeiten, wie wir das aus der europäischen Malerei kennen, sondern auf weichem fließenden Papier."

Kontrastprogramm

In motivischem wie stilsprachlichem Gegensatz dazu verhalten sich die Gemälde Udo Langers aus Burgkunstadt, der dem größten Teil des Publikums bislang vor allem als Komponist und Musiker bekannt war. Tatsächlich befasst sich Langer, von Beruf Werbegrafiker, seit geraumer Zeit auch mit Malerei.

"Auf einen bestimmten Motiv- oder Themenkreis hat er sich dabei nicht kapriziert", führte Liebel aus. Langer ist Autodidakt und malt in erfrischender Unbekümmertheit, nicht selten geleitet von Musikstücken, die ihn zu seinen Bildern inspirieren.

Manche seiner Gemälde scheinen aus einem gestalterischen Zentrum heraus förmlich zu explodieren. Liebel: "Aus einer imaginären Mitte strahlen sie in den realen Raum des Betrachters und berühren ihn dort, wo er am empfänglichsten ist: nämlich in seiner Seele, in seinen Emotionen."

Das sei, so der Kunsthistoriker, "eine zutiefst musikalische Malereiauffassung". Musik sei die abstrakteste Kunstform. Normalerweise würden wir versuchen, Bildwerke logisch zu analysieren und die charakteristischen Gesetzmäßigkeiten eines Bilds zu ermitteln. Doch genau diesem logischen, rationalen und vernunftgeleiteten Zugriff würden sich die Gemälde von Udo Langer beharrlich verweigern. Das sei das "Musikalische" daran. Und er erinnerte an Wassily Kandinsky, der vom "Klang der Bilder" sprach.

Apropos Klang und Musik. Die Vernissage in der Produzentengalerie Burgkunstadt erlebte in dieser Hinsicht eine hörenswerte Premiere. Erstmals traten Gitarrist Thomas Schaller und Saxophonist Viktor Neuwert gemeinsam auf - überzeugend und eingängig. Man darf auf weitere musikalische Leckerbissen des Duos gespannt sein.

Plastische Kunst

Begleitet wurden im weitesten Sinn auch die Gemälde von Udo Langer und von Changhee Nam durch kleinplastische Arbeiten des Bamberger Bildhauers Adelbert Heil, durch Skulpturen von Gerhard Nerowski aus Königsberg und durch Bronzeplastiken von Sibylle Waldhausen aus Berlin.

Die Ausstellung "Die Vierzehnte" ist bis zum 9. Februar 2020 in der Produzentengalerie Burgkunstadt, Schönberg 3, zu sehen. Öffnungszeiten sind immer samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr.

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