LKR Lichtenfels
Tag des offenen Denkmals

Wie Denkmäler uns verbinden

Zwischen Süden und Norden oder europäischen Ländern setzen historische Gebäude Bezugspunkte. Dazu gibt es im Landkreis Lichtenfels einige Beispiele.
Artikel drucken Artikel einbetten
Das Wappen des Adelsgeschlechtes von Brockdorff über dem Portal von Schloss Schney   Fotos: Popp
Das Wappen des Adelsgeschlechtes von Brockdorff über dem Portal von Schloss Schney   Fotos: Popp
+2 Bilder

Schloss Schney verbindet tatsächlich Jahr für Jahr viele Menschen. Seit 67 Jahren ist es Sitz der Bildungsstätte Franken-Akademie. Seminarteilnehmer, junge und alte, kommen aus dem ganzen Bundesgebiet, manchmal sogar aus dem Ausland. Über Parteigrenzen hinweg wird im historischen, aber gerade in den letzten Jahren immer wieder modernisierten Gebäude politische Bildung geleistet. Nicht zuletzt kommen auch in der Gaststätte Menschen miteinander ins Gespräch. Doch an Verbindungen dieser Art hatte Kreisheimatpflegerin Andrea Göldner zunächst gar nicht gedacht, als sie Schloss Schney als Ort für die zentrale Veranstaltung zum Tag des offenen Denkmals auswählte. Der steht heuer unter dem Motto "Entdecken, was uns verbindet." Die deutsche Stiftung Denkmalschutz, die den Tag koordiniert, stellt damit einen Bezug zum Europäischen Kulturerbejahr 2018 her. Marmor aus Italien, Baumeister, die länderübergreifend tätig waren - unter diesem Aspekt betrachtet wird deutlich, dass Kunst und Kultur in Europa in frühester Zeit Grenzen überwunden haben.

Heirat mit holsteinischem Grafen

Das Wissen um eine historische Verbindung nach Norddeutschland war es, was Schloss Schney Andrea Göldner als zum Motto passend erschienen ließ. Und es gab auch ganz praktische Argumente: die geeigneten Räumlichkeiten. Außerdem die Annahme, dass viele Einheimische das Schneyer Schloss nach den jüngsten Restaurierungen noch nicht aufgesucht haben. Im Speisesaal etwa war dabei eine historische Decke freigelegt worden. Über dem Portal prangt das Wappen des Adelsgeschlechtes von Brockdorff. Ein Zweig dieser holsteinischen Familie lebte von 1706 bis 1873 in Schney. Die Verbindung kam durch die Heirat der erst 15-jährigen Susanna Elisabetha von Schaumberg mit dem elf Jahre älteren norddeutschen Grafen Cai Bertram Benedikt von Brockdorff zustande. Die beiden hatten sich in der Rhön getroffen, wo das in Schney geborene Mädchen als Vollwaise bei ihrer älteren Halbschwester aufwuchs - und der junge Mann wiederum seine Verwandtschaft besuchte. Susanna Elisabetha wurde schon mit 19 Witwe; die Bande zwischen Nord- und Süddeutschland aber blieben lang bestehen.

Weismain und die Familie Handel

Eine der weiteren Besichtungsstationen am Denkmaltag ist die Kreuzkapelle in Weismain. Dort kann sowohl von länderübergreifenden familiären Banden als auch von einem österreichischen Architekten berichtet werden. Zumindest halten es Bauforscher für wahrscheinlich, dass es Christoph Leidner aus Tirol war, der den Plan für die Kapelle gemacht hat. In der ist das Wappen der um 1600 in Weismain ansässigen Familie Handel zu sehen. Ihre Nachkommen sind heute über ganz Europa verzweigt. Zur Vorstellung des Buches zur Stadtgeschichte vor einigen Jahren war ein Vertreter dieser Familie aber eigens nach Weismain gereist.

Wo gibt es was zu sehen am Denkmaltag?

Die Eröffnungsveranstaltung am Sonntag, 9. September, ist um 14 Uhr in Schloss Schney. Nach der Begrüßung durch Landrat und Bürgermeister gibt es einen Kurzvortrag über Schloss und Franken-Akademie durch Susann Biedefeld (Vorsitzende, MdL); Kreisheimatpflegerin Andrea Göldner stellt danach die Besichtigungsmöglichkeiten an diesem Tag im Landkreis Lichtenfels vor:

Schloss Schney: Sitz der Bildungsstätte Franken-Akademie, Gaststätte. Die ältesten Teile stammen aus dem 14. Jahrhundert. Besuchern wird empfohlen, an diesem Tag am Schützenplatz zu parken, da wegen der Kirchweih der Schlossplatz belegt ist. Weismain: Kreuzkapelle, errichtet ab 1701, kürzlich restauriert; 12 Uhr Mittagsläuten mit Orgelmusik und Meditation; Führungen 15 und 16.30 Uhr. Bad Staffelstein: Ausstellung im Bahnhof, 14 bis 17 Uhr, Führung 16 Uhr; Grabungsstelle keltisches Zangentor am Staffelberg: Führungen 15.30 und 16.30 Uhr Ebensfeld: Friedhofskapelle, restauriert 2013-2014, ganztägig geöffnet. pp



Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren