Kaltenreuth
Modellbau

Wenn das Flugzeug senkrecht steht

Beim Schauflugtag der Segelfluggruppe Kordigast Burgkunstadt können die Zuschauer besondere Kunststücke erleben.
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Am 30. Juni steigt  wieder auf dem Modellflugplatz in Kaltenreuth der Schauflugtag der  Segelfluggruppe "Kordigast" Burgkunstadt. Roy Schneider aus Burgkunstadt  hatte vor einem Jahr seinen Hubschrauber schweben lassen. Stephan Stöckel
Am 30. Juni steigt wieder auf dem Modellflugplatz in Kaltenreuth der Schauflugtag der Segelfluggruppe "Kordigast" Burgkunstadt. Roy Schneider aus Burgkunstadt hatte vor einem Jahr seinen Hubschrauber schweben lassen. Stephan Stöckel
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Ein besonderes Kunststück gelingt Georg Hopf aus Lauf bei Nürnberg alle Jahre wieder beim Schauflugtag der Segelfluggruppe "Kordigast" Burgkunstadt: Der Mittelfranke lässt sein Propellerflugzeug Extra 230 senkrecht in der Luft stehen. Wenn ein Flieger nur durch seinen eigenen Antrieb in der Senkrechten gehalten wird, ohne dass er steigt, dann nennt man das in Fliegerkreisen Torquen. Lokalmatador Roy Schneider aus Burgkunstadt hatte im vergangenen Jahr seinen Hubschrauber über den Flugplatz im Burgkunstadter Ortsteil Kaltenreuth schweben lassen. Ihre Vorführungen zählten vor einem Jahr zu den Hinguckern der Traditionsveranstaltung.

In diesem Jahr geht der Schauflugtag am Sonntag, 30. Juni, ab 13 Uhr über die Bühne. Rund 20 Piloten aus ganz Bayern zeigen Hunderten von Besuchern ihr Können. Die Kaltenreuther Hochebene unweit des Weilers gleichen Namens hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem Mekka des Modellflugsports entwickelt.

Ziel: Junge Leute begeistern

Wenn die Himmelsschleusen dicht sind und nur ein laues Lüftchen weht, herrschen auf Burgkunstadts Höhen ideale Bedingungen für die Akrobaten der Lüfte. Sie zeigen den Besuchern mit ihren Modellen waghalsige Manöver, Pirouetten und Loopings. "Mit unserem Schauflugtag stellen wir den Modellflug einer breiten Öffentlichkeit vor und zeigen, dass er von jedermann erlernt werden kann", sagt Vorsitzender Werner Hahn. Zudem wolle man mit der Veranstaltung auch junge Leute für dieses Hobby begeistern.

Angst, beim ersten Mal seinen Flieger in den sprichwörtlichen Sand zu setzen, müsse niemand haben, beruhigt Hahn. Dafür sorgten die Schüler-Lehrer-Anlagen, über die der Verein verfüge. Sie verhinderten Abstürze oder Bruchlandungen. Wie funktioniert das Prinzip? "Der Lehrer kann mit seiner Fernsteuerung auf die seines Schülers zugreifen und das Flugzeug des Anfängers wieder in eine stabile Fluglage bringen", erläutert der Expert. Dazu müsse der Fluglehrer nur den Schalter umlegen. Die moderne Elektronik mache es möglich, so Hahn.

"Warbirds" und Bonbon-Bomber

Beim Schauflugtag drehen 3D-Kunstflughubschrauber ihre Runden, sausen die 80 Stundenkilometer schnellen "Warbirds" durch die Lüfte, werfen die Bonbon-Bomber zur Freude der Kinder ihre süße Fracht ab. Vom Oldtimer über Elektromodelle bis hin zum Kunstflugmodell ist die ganze Palette an Modellflugzeugen zu sehen.

Immer wieder faszinierend ist auch das Schleppfliegen. Bei dieser Startmethode wird ein ferngesteuertes Segelflugmodell von einem ebenfalls ferngesteuerten Motorflugzeug auf die Ausgangshöhe für einen Thermik- oder Kunstflug geschleppt. Bereits am Vormittag kann man den Piloten aus Nah und Fern ab 10 Uhr bei ihren Trainingsflügen zusehen.

Die Mitglieder der Segelfluggruppe, die an ihren blauen T-Shirts erkennbar sind, stehen für Fragen rund um das Modellfliegen gerne zur Verfügung. Wer Interesse hat, selbst einmal eine Maschine zu steuern, kann einen Termin für ein Schnupperfliegen vereinbaren. Bei schlechtem Wetter behalten sich die Veranstalter vor, den Flugtag abzusagen. Der Eintritt ist frei, für Verpflegung ist gesorgt.

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