Lichtenfels
Unterführung

Wenig Begeisterung für Gestaltungsvorschlag

Wie sich der für den Umbau der Coburger Straße zuständige Architekt die Ausgestaltung der Bahnunterführung vorstellen kann, dürfen sich die Lichtenfelser im Bauhof ansehen. Der Stadtrat hat's schon getan.
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Aluminiumbleche, die ein Geflecht darstellen sollen und verschiedenfarbig illuminiert werden können: Der Architekt stellte im Vorfeld der Stadtratssitzung seine Gestaltungsidee für die Unterführung in der Coburger Straße vor. Alle Fotos: Ronald Rinklef
Aluminiumbleche, die ein Geflecht darstellen sollen und verschiedenfarbig illuminiert werden können: Der Architekt stellte im Vorfeld der Stadtratssitzung seine Gestaltungsidee für die Unterführung in der Coburger Straße vor. Alle Fotos: Ronald Rinklef
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Lichtspiele im Inneren einer dunklen Halle des Lichtenfelser Bauhofes in der Jahnstraße. Grün, Blau, Pink, Gelb und Rot im Wechsel. Im LED-Farbspektrum erleuchtet das drei Meter Breite und 1,60 Meter hohe Modell aus Alu-Blechen. Dass es robust ist, demonstriert Architekt Gunter Ulrichs-Fischer hörbar. Wumm. "Sie können heute schon gut dagegen treten", sagt er. Und dass man die Farben der Beleuchtung natürlich festlegen könne.

Sein Vorschlag für die Ausgestaltung der Bahnunterführung als zentraler Punkt in der Umgestaltung der Coburger Straße war mit Spannung erwartet worden. Gezeigt wurde die von ihm angedachte Flechtoptik in champagnerfarbenen Metall bei einem der Stadtratssitzung vorangestellten Ortstermin im Bauhof. Es wird geschaut. Finger fühlen, ob die Metallstreifen scharfkantig sind. Begeisterung sieht anders aus.
Hinter vorgehaltener Hand hört man von 300.000 Euro Kosten hierfür.

Zurück im Rathaus fasst das Gremium dann den Beschluss für den Umbau der Coburger Straße - allerdings ohne eine Entscheidung über den gezeigten Gestaltungsvorschlag. Dies lässt SPD-Fraktionssprecher Winfred Bogdahn ausdrücklich ins Protokoll aufnehmen. Er wünscht sich, dass viele Lichtenfelser die von der Bürgermeisterin erwähnte Möglichkeit einer Besichtigung des Modells im Bauhof zu den üblichen Öffnungszeiten nutzen. "Schauen Sie sich das an! Dann ist mir um das Ergebnis nicht bange", sagt er und macht keinen Hehl da raus, dass er hierfür kein Geld ausgeben möchte: "Ich halte das für eine Verschandelung!" Bogdahn erwähnt auch, dass es in seiner Fraktion ein starkes positives Votum für den Erhalt der Eisenbahnbilder in der Unterführung gebe, natürlich verbunden mit einer Reinigung und einem neuen Wandanstrich.


"Eine Verschandelung"

Der (einstimmige) Beschluss ist die Voraussetzung für die Ausschreibung der Arbeiten in der Coburger Straße. Laut Stadtbaumeister Jürgen Graßinger liegt es nun im Ermessen der Stadträte, ob in einem Ein- oder Zwei-Schicht(en)-Betrieb gearbeitet wird. Anwohner und vor allem die Geschäftsleute dort hatten sich dafür stark gemacht, die mit neun Monaten anberaumte Bauphase so schnell wie möglich über die Bühne zu bringen. Die SPD-Fraktion hatte sich für den Zwei-Schichten-Betrieb ausgesprochen, um die Belastungen geringer zu halten. Gearbeitet werden könnte von 6 bis 22 Uhr. Ob diese Möglichkeit zum Tragen kommen wird, wird sich bei der Auftragsvergabe in der nächsten Stadtratssitzung im März zeigen, je nach dem, wie groß der Preisunterschied sein wird.

1,5 Million Euro stehen für die Gestaltung der Anbindung des Fachmarktzentrums an die Innenstadt und den Umbau der Coburger Straße im Haushalt der Stadt bereit.

Als gelungen darf man die Anbindung dann ansehen, wenn sie mehr leistet als eine rein optische Verbesserung der Wegstrecke. Doch da gibt es, wie man am Montag in der Stadtratssitzung hört, auch Zweifel. Dass die Lichtenfelser mehrheitlich für das Fachmarktzentrum gestimmt hatten, wird stets betont. Dass in der Mainau aber eine doppelt so große Verkaufsfläche entstanden sei, wie es im zuvor eingeholten Gutachten als innenstadtverträglich empfohlen wurde, das hält Helmar Zipp (SPD) denen vor, die dies mitgetragen hatten. "Jetzt können wir den Weg aus der Mainau zur Innenstadt mit Gold belegen..."

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