Bad Staffelstein
Investition

Wellness als Wachstumsmarkt in Bad Staffelstein

Mit der größten privaten Investition der vergangenen Jahre im Bereich Tourismus will das Kurhotel in Bad Staffelstein eine Lücke im Angebot schließen.
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Attia Mohamed zeigt Melina Bäuerlein eine Behandlung mit Kräuterstempeln. Zur Zeit bereiten sich die neuen Mitarbeiter auf ihre Aufgaben im umgebauten Wellnessbereich vor. Fotos: Tobias Kindermann
Attia Mohamed zeigt Melina Bäuerlein eine Behandlung mit Kräuterstempeln. Zur Zeit bereiten sich die neuen Mitarbeiter auf ihre Aufgaben im umgebauten Wellnessbereich vor. Fotos: Tobias Kindermann
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Hier fehlt noch eine Türklinke und da wird noch geschult. Am Montag, 1. September, wird ein neuer, 1100 Quadratmeter großer Wellnessbereich im Kurhotel an der Obermain-Therme eröffnet.
Das ist der Abschluss eines Prozesses, der sich über rund fünf Jahre erstreckte. 1,9 Millionen Euro investierte das Hotel in den Umbau vorhandener Räume und neue Einrichtung. Dahinter steht auch ein anderes Konzept. Zuvor hatte man im Kurhotel auf externe Firmen gesetzt, wenn es um Angebote wie Massagen, Physiotherapie und Beautyfarm ging.
Der Nachteil an dieser Lösung: Die Betreiber konnten selber bestimmen, wie sie ihre Öffnungszeiten legten, unabhängig voneinander und vom Hotel. Das führte dazu, dass vor allem am Wochenende die Einrichtungen geschlossen waren. Und das war ein Nachteil für das Hotel.
Denn so konnte man die Leistungen nicht größer vermarkten.
Mit der neuen, größeren Lösung soll das nun anders werden.
2009 zog die asiatische Gesundheitswellness aus dem Hotel aus - und die nun leer stehenden 70 Quadratmeter lösten den Veränderungsprozess aus: "Ich holte damals einen Experten für den Bau von Badelandschaften und Saunen ins Haus", sagt Hoteldirektor Andreas Poth. Helmut Hilpert aus Fulda ging durch das Haus und meinte danach: "Ich bau' Ihnen da auf die 70 Quadratmeter schon ein paar Saunen für 120 000 Euro ein, doch was Sie eigentlich brauchen, ist ein Gesamtkonzept."
Die Anbieter unter einen Hut zu bringen, gelang nicht, also nahm das Kurhotel den Bereich selber in die Hand.
Jetzt gibt es nach der Umwandlung zwar keinen Friseur mehr im Haus, dafür aber einen Sporttherapeuten. "Auch die Zahl der dort Beschäftigten hat sich von vier auf acht erhöht", zählt Poth auf.
Teilweise zogen Bereiche um, teilweise wurden Flächen zusammengelegt, dazu entstanden etwa neue Sport-Angebote. Zwei von drei Nutzern des Wellnessbereichs sollen neue Gäste sein, hofft Poth: "Vor allem im Bereich der Gäste zwischen 40 und 50 Jahre, die sich ein schönes Entspannungswochenende gönnen wollten, möchten wir zulegen." Über die Vermarktungsgruppe "Best Western", der sich das Kurhotel vor kurzem angeschlossen hat, ist es zusätzlich leichter geworden, mit Reiseunternehmen wie Tui oder Thomas Cook zusammenzuarbeiten. "Diese Möglichkeit hatten wir bisher nicht."

Die Auslastung steigern

Man liege zwar bei der Auslastung über dem Schnitt in der Stadt, aber es gäbe durchaus noch Potenzial für eine Steigerung.
Dabei soll das Wellnessangebot durchaus bodenständige Züge tragen: "Buddhas und Räucherstäbchen wird es bei uns nicht geben. "Vitus Spa", so der Name auf den Prospekten, ist lokaler Bezug: Der Name soll an den Heiligen Veit erinnern: "Er war unser Favorit unter 40 Vorschlägen." Auch bei den Produkten arbeitet man mit deutschen Anbietern zusammen.
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