Weismain
Stadtrat

Weismain möchte, darf aber nicht

Ein Baukostenzuschuss für das Lehrschwimmbecken rückt in weite Ferne, aber es gibt eine andere Lösung.
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So könnte das Altenkunstadter Lehrschwimmbecken nach Vorstellung des Vereins für kommunale Zusammenarbeit aussehen. Foto: privat
So könnte das Altenkunstadter Lehrschwimmbecken nach Vorstellung des Vereins für kommunale Zusammenarbeit aussehen. Foto: privat
Der geplante Neubau eines Lehrschwimmbeckens im Schul- und Sportzentrum von Altenkunstadt war das beherrschende Thema in einer außerordentlichen Sitzung des Stadtrates. Zwar darf die Stadt, aufgrund ihrer angespannten Finanzlage keinen Zuschuss gewähren, jedoch fiel das Votum hierfür trotzdem positiv aus.
Einleitend erinnerte Bürgermeister Udo Dauer (CSU) daran, dass es der Wille eines großen Teils der Stadtratsmitglieder war, das Thema "Lehrschwimmbecken" in einer eigenen Sitzung zu behandeln. Altenkunstadts Bürgermeister Robert Hümmer (CSU), wies darauf hin, dass sich viele seit 14 Jahren mit diesem Thema beschäftigen. Die erforderliche Zahl an Schulklassen, die nötig sei, wäre zu erreichen.


Fünf Bahnen vorgesehen

Inzwischen kristallisiere sich als geeigneter Standort das Gelände der Mittelschule in Altenkunstadt heraus. Beabsichtigt sei dabei, ein Lehrschwimmbecken mit fünf Bahnen in der Größe von 25 mal 12 Metern Meter und einem Hubboden, der eine Wassertiefe bis 1,80 m ermöglicht, Neben- und Umkleideräume vorsieht, zu errichten, die sowohl für den schulischen Bedarf, wie auch von den Vereinen und der Öffentlichkeit genutzt werden könnten.
Die Kosten, nach einem Entwurf des Architekturbüros Lauer & Lebok aus Lichtenfels bezifferte Bürgermeister Hümmer mit 5,8 Millionen Euro. Gerechnet werde dabei mit Zuschüssen zwischen 80 und 90 Prozent. Die geschätzten jährlichen Betriebskosten betragen laut Hümmer mit 177 000 Euro, die sich durch das ehrenamtliche Engagement der Rettungsorganisation erheblich senken ließen.
Die Bereitschaft zur Übernahme der Badeaufsicht und insbesondere der Förderung der Schwimmausbildung signalisierte DLRG-Vorsitzender Werner Schneider. Schneider wies auf die Wichtigkeit eines derartigen Lehrschwimmbeckens hin und brachte ein Seniorenschwimmen in Zusammenarbeit mit den Volkshochschulen ins Gespräch.
Udo Dauer kam auf einen einmaligen Baukostenzuschuss der Stadt Weismain in der Größenordnung von rund 220 000 Euro zu sprechen. Dieser könnte allerdings nur über eine Kreditaufnahme erbracht werden, oder, soweit diese gewährt würde, aus den Überbrückungsbeihilfen entnommen werden, sagte er.
Für eine gewisse Ernüchterung sorgten dann die Ausführunge von Amtsrat Georg Herold vom Landratsamt, wobei er wörtlich sagte: "Die Stadt Weismain ist hinsichtlich ihrer Verschuldung bereits an der äußersten Grenze angelangt, so dass die Rechtsaufsichtsbehörde für weiter Kreditaufnahmen keine Genehmigung erteilen wird."
Stadträtin Julia Spörlein (CSU) sah das Lehrschwimmbecken als eine "Pflichtaufgabe" für die Kommunen im östlichen Landkreis und Stadtrat Roland Säum (BB) konnte sich nicht damit zufrieden geben, dass es für viele andere Aufgaben (z. B. Breitbandausbau) finanzielle Möglichkeiten der Stadt gebe und hinsichtlich des Lehrschwimmbeckens, der Handlungsrahmen so eng abgesteckt werde, was auch Gabriele Huber (GUB/FW) so sah.
Die Verwaltung brachte danach ihren Vorschlag in die Diskussion, wonach die Stadt sich jedoch mit einem Betriebskostenbeitrag, soweit der Stadtanteil nicht vollständig durch Spenden und Zuwendungen abgedeckt werden könne, beteiligen werde. Dieser Vorschlag wurde einstimmig angenommen.
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