Lichtenfels
Brand

Weihnachtsmarkt kein Problem

Der Brand in der Innenstadt die Frage auf, wie man so ein Feuer bekämpfen kann, wenn der Marktplatz mit Buden und Kindereisenbahn bestückt ist.
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Als es in der Nacht zu Montag zu einem Brand am Lichtenfelser Marktplatz kam, hatten die Rettungsfahrzeuge dort viel Platz. Das wird sich beim Weihnachtsmarkt, der dort bald aufgebaut wird, anders darstellen. Doch Raum für Löschfahrzeuge ist weiter genügend vorhanden. Foto: Frank Spitzenpfeil
Als es in der Nacht zu Montag zu einem Brand am Lichtenfelser Marktplatz kam, hatten die Rettungsfahrzeuge dort viel Platz. Das wird sich beim Weihnachtsmarkt, der dort bald aufgebaut wird, anders darstellen. Doch Raum für Löschfahrzeuge ist weiter genügend vorhanden. Foto: Frank Spitzenpfeil
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Was wäre gewesen, wenn schon der Weihnachtsmarkt gestanden hätte? Denn in den nächsten Tagen wird sich der Lichtenfelser Marktplatz vorweihnachtlich verwandeln. Der Brand am Marktplatz in der Nacht zum Montag erinnert an ein Unglück in Weismain, das sich fast genau vor zwölf Jahren ereignete. Am Freitag, 21. Dezember 2007, kam bei einem Feuer in der historischen Innenstadt von Weismain ein dreijähriger Junge ums Leben. Zur Zeit des Unglücks war gerade Weihnachtsmarkt in den Gassen der Stadt. Damals war es noch nicht selbstverständlich, an Sicherheitskonzepte zu denken, wie sie heute üblich sind. "Es ist der Geistesgegenwart des Marktbetreibers zu verdanken, dass die Feuerwehr hier gut durchkam", sagt Kreisbrandrat Timm Vogler. Er sei rumgelaufen und habe die Standbetreiber dazu gebracht, ihre Vordächer und Auslagen einzuklappen und verhinderte noch Schlimmeres. Bis die Feuerwehr anrückte, entstand so genügend Platz für die Fahrzeuge zum Durchfahren. Für das Kind kam jedoch die Rettung zu spät. Es wurde nach längerer Suche tot im Haus gefunden.

Es waren solche Ereignisse, die das Bewusstsein vorantrieben, mehr für die Sicherheit bei großen Ereignissen zu tun. "Nach dem Brand wurde auch in Weismain einiges geändert. Nun sind die Durchfahrgassen auch bei aufgeklappten Vordächern groß genug, dass Feuerwehrfahrzeuge problemlos durchkommen."

Wie hätte man in Lichtenfels beim Brand agiert, wenn schon Weihnachtsmarkt gewesen wäre? "Wir hätten hier genauso vorgehen können wie in der Nacht zum Montag", sagt Timm Vogler. Der wesentliche Unterschied wäre nur gewesen, dass der Marktplatz selber für die unterstützenden Fahrzeuge nicht zur Verfügung gestanden wäre. "Die hätten wir dann etwas weiter weg stellen müssen."

Start vor sechs Jahren

Vor sechs Jahren begann man in Lichtenfels sich Gedanken über ein Sicherheitskonzept zu machen, wie man die Arbeit der Rettungskräfte in solchen Situationen verbessern kann. Dabei dachte man nicht nur an den Weihnachtsmarkt, Auslöser war die Lage auf dem Korbmarkt. Federführend war die Stadt Lichtenfels unter dem Brandschutzbeauftragten Uwe Reinhardt. Wesentlicher Inhalt ist es, genügend Platz zu schaffen, damit man an alle Gebäude in der Innenstadt mit Rettungsfahrzeugen herankommt. Das führte zu breiteren Gassen und als weitere Folge davon zu einer besseren Lenkung der Besucherströme, so dass Stauungen deutlich nachgelassen haben.

Problem beim Brand in Lichtenfels war nicht nur die Ständer-Bauweise des alten Gebäudes aus Fachwerk mit Lehm und Stroh: "Wir kamen nur von der Vorderseite direkt mit Fahrzeugen heran. Den Löschangriff von der Rückseite mussten wir per Hand aufbauen. Das kostete Zeit."

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