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Altenkunstadt
Bauausschuss

Weidehaltung in Maineck: Wieder kein "Schwein" gehabt

Heidemarie Schellwanich-Fries blitzte erneut mit ihrem Ansinnen ab, in Maineck Weideschweine zu halten.
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In Maineck möchte ein Bürger Weideschweine halten. Der Bauausschuss lehnte zweimal das Vorhaben ab. Das Landratsamt Lichtenfels hält eine Ablehnung des Bauantrags für rechtswidrig. Die Aufsichtsbehörde kann das gemeindliche Einvernehmen ersetzen und dem Tierfreund zu seinem Recht verhelfen.  Foto: privat
In Maineck möchte ein Bürger Weideschweine halten. Der Bauausschuss lehnte zweimal das Vorhaben ab. Das Landratsamt Lichtenfels hält eine Ablehnung des Bauantrags für rechtswidrig. Die Aufsichtsbehörde kann das gemeindliche Einvernehmen ersetzen und dem Tierfreund zu seinem Recht verhelfen. Foto: privat
Für die einen sind Weideschweine eine Geruchsbelästigung, für die anderen ein sinnvoller Beitrag zur ökologischen Landwirtschaft. Vor dieser Zwickmühle stand der Bauausschuss Altenkunstadt schon einmal. Im März dieses Jahres hatte das Gremium das Vorhaben von Heidemarie Schellwanich-Fries, in Maineck einen Weidezaun mit Liegestall zu errichten, in dem zehn Tiere leben sollen, mehrheitlich abgelehnt. Nun folgte am Dienstagabend im Bauausschuss Ablehnung Nummer zwei - mit dem denkbar knappsten Ergebnis, das die bayerische Gemeindeordnung vorsieht: einem Stimmenpatt.
Fünf hatten dagegen gestimmt, obwohl das Landratsamt Lichtenfels in einem Schreiben vom 3. Juli zu dem Schluss gelangt war: "Die Entscheidung des Bauausschusses steht nicht im Einklang mit den baurechtlichen Vorschriften."
Auch Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) fand deutliche Worte für die erneute Ablehnung des Bauantrags. "Das ist rechtswidrig und wird das Landratsamt nicht anerkennen." Zuvor hatte er die Sichtweise des Landratsamtes dargelegt: Das Vorhaben lasse sich eindeutig einem landwirtschaftlichen Betrieb zuordnen und sei somit nach Paragraph 35 des Baugesetzbuches privilegiert. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sei zu derselben Auffassung gekommen, so Hümmer. Nach Artikel 67 der Bayerischen Bauordnung hätte das Landratsamt, das die Ablehnung für rechtswidrig erachtet, das gemeindliche Einvernehmen ersetzen können. Stattdessen gab die Aufsichtsbehörde dem kommunalen Gremium noch einmal die Gelegenheit, über das Vorhaben abzustimmen. "Der Abstand zu den Wohngebäuden am Röthenweg ist durch die regelmäßíge Umquartierung der Schweine im Jahresmittel größer als 90 Meter. Dieser Abstand und die geringe Anzahl der gehaltenen Tiere lassen keine unzulässigen Immissionen in der Nachbarschaft erwarten. Der Versagungsgrund der Gemeinde wirkt unter diesen Umständen kraftlos und hält den Erfordernissen des Baugesetzbuches nicht stand", sagte der Bürgermeister.


Unterschiedliche Meinungen

Auf Nachfrage von Ludwig Winkler von den Freien Bürgern der Ortsteile (FBO) teilte Hümmer mit, dass sich in unmittelbarer Nähe zu der geplanten Tierweide noch ein veräußerbares Grundstück befinde. "Das wird nicht mehr zu verkaufen sein, wenn dort Schweine leben." "Das glaube ich nicht", konterte der Bürgermeister. "Wir haben es hier nicht mit einem Großmäster zu tun, sondern mit einer artgerechten Tierhaltung", verteidigte Maximilian Deuber von der Freien Wähler Gemeinschaft (FWG) das Vorhaben, um hinzuzufügen: "Und apropos Geruchsbelästigung: Da sollten wir eher mit dem Betreiber der Biogasanlage sprechen."
Als Befürworterin gab sich auch Stephanie Dittrich von den Grünen zu erkennen: "Überall wird ökologische Landwirtschaft großgeschrieben. Deshalb sollte man ein solches Vorhaben unterstützen." Zudem verwies sie darauf, dass Maineck ein Dorf sei. Für das Bauen auf dem Lande seien Tiere in der Nachbarschaft sogar ein Pluspunkt, meinte die Bündnisgrüne.
Aller guten Dinge sind drei, dachte sich Landwirt Jochen Leikeim, und reichte erneut einen Bauantrag ein. Bereits zweimal war er im Gremium mit seinem auch in der Bevölkerung nicht unumstrittenen Ansinnen gescheitert, auf dem Gelände seiner Biogasanlage in Prügel eine landwirtschaftliche Mehrzweckhalle zu errichten. Durch die notwendigen Aufschüttungen werde das Gebäude zu dominant in der Landschaft stehen, lautet der Kritikpunkt. Im dritten Anlauf und mit neuem Standort erhielt er nun endlich die lange ersehnte Zustimmung: Sieben stimmten dafür, vier dagegen, entlang der Kreisstraße LIF 18 in Richtung Baiersdorf eine Halle zu errichten. Bislang wollte er hinter der bestehenden Halle oder entlang der Kreisstraße in Richtung Prügel sein Bauvorhaben verwirklichen. Im Unterschied zu früheren Sitzungen kam es diesmal zu keiner größeren Diskussion über das Vorhaben.


Kosten zu Lasten der Firma

Die Strössendorfer Baumgartenstraße wurde saniert. Dabei passierte ein Malheur: Ein Hausanschluss wurde vergessen. "Das ist mir unverständlich. Es gibt einen Ingenieur, eine Baufirma und einen Ausführungsplan", machte der Bürgermeister aus seinem Herzen keine Mördergrube. Auf Anfrage von Jan Riedl (FBO) teilte er mit, dass die entstandenen Mehrkosten nicht die Gemeinde trage, sondern zu Lasten der Baufirma gehe. In Altenkunstadt kommt es immer wieder vor, dass Baufirmen mit Arbeiten beginnen, um dann zum Ärger der Bevölkerung, der Verkehrsteilnehmer und der Gemeindeverwaltung für mehrere Wochen oder Monate zu pausieren. Jan Riedl und Maximilian Deuber wussten von zwei solchen Fällen zu berichten.
Ersterer machte darauf aufmerksam, dass in einem Teilstück der Kellergasse im Ortsteil Strössendorf, nach dem Einbau von Glasfaser vergessen wurde, die Straße wieder mit einer Feinschicht zu versehen. Deuber wiederum hatte auf eine Baustelle der Telekom bei der Brauerei Leikeim im Ortskern hingewiesen, wo sich seit Wochen nichts passiere. Gerd Hofmann von der Bauverwaltung nahm die beiden Fälle zum Anlass allgemeiner Kritik: "Bei einheimischen Firmen ist immer jemand greifbar, den man auf die noch offene Baustelle aufmerksam machen kann. Aber bei Firmen, die nicht aus unserer Gegend sind, rennt man von Pontius zu Pilatus."
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