Lichtenfels

Was eine gute Beziehung ausmacht

Zum fünften Mal trafen sich am Sonntag in der Franken-Akademie im Schloss Schney 14 Ehepaare, die letztes Jahr ein Ehejubiläum feierten oder heirateten.
Artikel drucken Artikel einbetten
Bei einem lustigen Sketch mimte Diana Witzgall (rechts) eine Mitarbeiterin einer Eheberatung, von der sich ein Ehepaar (Angela Wagner und Günther Lorenz) beraten ließ.Alfred Thieret
Bei einem lustigen Sketch mimte Diana Witzgall (rechts) eine Mitarbeiterin einer Eheberatung, von der sich ein Ehepaar (Angela Wagner und Günther Lorenz) beraten ließ.Alfred Thieret
+3 Bilder

Die "Marriage week" hat eine lange Tradition in England. Vor fünf Jahren griffen die Eheleute Sabine und Klaus Rübensaal diese Idee auf und gründeten mit einer Gruppe Gleichgesinnter die Initiative "LIF für Ehe" und organisieren seither alle Jahre die "Marriage week" mit dem "Marriage day" als Hauptattraktion, um die Bedeutung der Ehe für die Gesellschaft zu unterstreichen.

Bürgermeister Andreas Hügerich hob den hohen Stellenwert der Ehe beziehungsweise des Zusammenseins mit einem Partner hervor. Es sei ein beruhigendes Gefühl, zu spüren, jemanden an der Seite zu haben, der für einen da ist.

Sketch über eine Eheberatung

Die 14 Ehepaare erlebten einen angenehmen und unterhaltsamen Vormittag, der mit einem Frühstück eingeleitet wurde und mit einem Mittagsimbiss endete. Die Zeit dazwischen war mit einer ganzen Reihe von Aufführungen, überwiegend von Mitgliedern des Organisationsteams, ausgefüllt, die alle einen Bezug zu zwischenmenschlichen Beziehungen hatten. So wurden Gedichte vorgetragen und Lieder sowohl von einer Solistin als auch von einer Gesangsgruppe gesungen. Für ihren lustigen Sketch in Form einer Eheberatung erhielten Diana Witzgall als Therapeutin sowie Günther Lorenz und Angela Wagner als Ehepaar viel Beifall. Dabei ging es nicht um ein sexuelles Problem, wie man lange Zeit glauben konnte, sondern um die Unlust des Mannes zum Geschirrspülen.

Bei einem Quiz mussten viele knifflige Fragen beantwortet werden. Als Sieger ging das seit 25 Jahre verheiratete Ehepaar Klaus und Michaela Knorr hervor, das demnächst ein gemeinsames Candlelight-Dinner erleben darf.

Toleranz und gegenseitige Achtung

Gleich vier Jubelpaare waren dabei, die vor kurzem ihre goldene Hochzeit gefeiert hatten und somit auf eine 50-jährige gemeinsame Zeit zurückblicken konnten. Für Gunder und Hedwig Stark aus Schney sind Toleranz und gegenseitige Achtung die Grundpfeiler einer guten und dauerhaften Beziehung. Man müsse den Partner so nehmen, wie er ist, mit all seinen Ecken und Kanten. Da es nicht nur Sonnentage gebe, gelte es, stets zusammenzuhalten und an eine gemeinsame Zukunft zu glauben.

Bedingungslose Verlässlichkeit

Für das Ehepaar Dieter und Ingrid Dück aus Lichtenfels ist bedingungslose Verlässlichkeit von entscheidender Bedeutung. Dann könne man auch gemeinsam durch dick und dünn gehen.

"Meine Frau Erika und ich waren Tag und Nacht zusammen", meinte Gottfried Hofmann, schließlich haben sie einst gemeinsam mit dem "Old Fashion" und der "Weinstube" zwei bekannte Lokale betrieben. Da habe es schon manchmal Meinungsverschiedenheiten gegeben, "aber wir haben uns immer wieder zusammengerauft", unterstrich der auch als passionierter Tennisspieler bekannte ehemalige Gastronom. "Wir haben uns gegenseitig ergänzt, während ich eher impulsiv war, war mein Mann der ruhende Pol", stellte Erika Hofmann fest.

Für ein harmonisches Miteinander sei das gegenseitige Verständnis wichtig, hob das Ehepaar Walter und Waltraud Schramm aus Trieb hervor. Man müsse dem Partner zwar einen gewissen Freiraum lassen, aber andererseits auch die Interessen des anderen unterstützen.

Intakte Familie als Basis

Michael und Walpurga Bechmann aus Lichtenfels, die die 40 Jahre verheiratet sind und vier erwachsene Kinder haben, sehen eine intakte Familie als die Basis für ein gutes Miteinander. Auch wenn die Kinder mittlerweile selbst Familien gegründet hätten, werde der Zusammenhalt weiterhin beispielsweise über Familienfeste gefestigt.

Unter den sechs "silbernen" Hochzeitsjubilaren befanden sich auch Andreas und Regina Scherer aus Seubelsdorf. Für sie ist die Grundvoraussetzung für ein gutes Einvernehmen, dass man miteinander redet, indem man auftretende Probleme anspricht, statt Geheimnisse zu haben oder sich zu ärgern. Dies schaffe auch Vertrauen. Auch Kompromissbereitschaft sei in einer guten Ehe erforderlich. Von enormer Wichtigkeit sei aber, dass bei der Kindererziehung beide Partner an einem Strang ziehen.

Zum Schluss konnte jeder Teilnehmer anonym seine Antwort auf eine Karte zu der Frage des Tages schreiben "Was ist das Geheimnis unserer Ehe?".

Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren