Bad Staffelstein
Wahrheit

Wahrheit: Narren halten anderen Spiegel vor

Obwohl Faschingsnarren meistens sehr lustige Gesellen sind und nicht immer ernst zu nehmen sind, legen sie doch großen Wert auf die Wahrheit. Aber sie überspitzen die Dinge gern und verwenden ironische Formulierungen.
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Die Wahrheit im Spiegel: Faschingsnarren sind zwar sehr gesellige Menschen, aber manchmal auch unangenehm, wenn sie die Wahrheit sagen. Das verpacken sie jedoch in ironische Reden, Halbwahrheiten und überspitzte Darstellungen - hier Margit Schnapp beim Rathaussturm des SKK.  Fotos: Matthias Einwag
Die Wahrheit im Spiegel: Faschingsnarren sind zwar sehr gesellige Menschen, aber manchmal auch unangenehm, wenn sie die Wahrheit sagen. Das verpacken sie jedoch in ironische Reden, Halbwahrheiten und überspitzte Darstellungen - hier Margit Schnapp beim Rathaussturm des SKK. Fotos: Matthias Einwag
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Im Mittelalter wurde zwischen zwei Arten von Narren unterschieden - den natürlichen und den künstlerischen. Erstgenannte waren Geisteskranke oder Behinderte. Im Gegensatz dazu waren die künstlerischen Narren all jene Menschen, die sich absichtlich dumm oder tölpelhaft anstellten und Scherze trieben. Am bekanntesten sind die Hofnarren, die ihre Fürsten und deren Gäste unterhielten.

Narren sprechen Wahrheit an

Noch heute gibt es Faschingsnarren, die jedoch durchaus ehrlich agieren. "Der Narr spricht wichtige Themen an und stellt diese überspitzt oder ironisch dar", erklärt Michael Lieb, der Ehrenpräsident des Staffelsteiner Karnevals-Klubs (SKK). Trotzdem rege der Narr damit seine Zuhörer zum Nachdenken an und versuche sie wachzurütteln, sagt Lieb.

"Bei den Vorbereitungen für die Prunksitzung schauen wir uns die Themen aus dem vergangenen Jahr an und suchen uns die interessantesten aus."

Wert legen die Staffelsteiner Narren immer auf den regionalen Bezug und darauf, dass sie Dinge ansprechen, die seitens der Stadt oder der Bürger nicht richtig gelaufen sind.

"Ich denke, dass die Wahrheit sehr wichtig ist und dass Sachen immer gesagt werden sollen, auch wenn es wehtut."

Manche, denen der Spiegel vorgehalten wird, zeigten sich als uneinsichtig, selbst wenn ihnen verblümt die Wahrheit gesagt werde, meint Lieb.

Aber: "Man sollte über andere Menschen nur reden, wenn sie dabei sind. Sonst hören sie es ja gar nicht", sagt Lieb und lacht.

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