Lichtenfels
Landtagswahl

Wahlplakate in Lichtenfels und Umgebung gestohlen und beschädigt

In Lichtenfels wurden alle Wahlplakate der AfD gestohlen und in Hochstadt ein Plakat der SPD zerstört. Welche Strafen drohen und was die Parteien dazu sagen
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Das zerstörte Großflächenplakat der SPD. Foto: privat
Das zerstörte Großflächenplakat der SPD. Foto: privat
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Die Landtagswahlen stehen vor der Tür. Die Parteien sind im Wahlkampf-Modus. Deshalb konnte man schon auf die Wahlkampfplakate warten. Und siehe da: Die Straßenlaternen sind nun mit den Gesichtern verschiedenster Politiker gepflastert - in Lichtenfels ohne AfD.

Wer nun denkt, die Politiker der AfD verzichten auf Plakate, täuscht sich: Sie wurden in der Nacht auf Sonntag von Unbekannten entfernt. Das teilte die AfD Kreisverwaltung Lichtenfels/Kulmbach mit.

"Am Samstag, dem 1. September, hängten die Mitglieder der AfD in Lichtenfels rund 70 Wahlplakate in den Bereichen Viktor-von-Scheffel-Straße, Bamberger Straße und Franz-Josef-Strauß-Brücke auf", heißt es in dem Schreiben. "Am Sonntagmorgen war keines von diesen Plakaten mehr vorhanden", erklärt die AfD.

Nicht nur AfD ist betroffen

Der Leiter der Polizeiinspektion Lichtenfels, Erich Günther, bestätigt, dass in diesem Fall eine Anzeige wegen Diebstahl und Sachbeschädigung vorliegt.

Doch das passiert nicht nur der AfD. In Hochstadt ist ein Großflächenplakat der SPD zerstört worden. "Am vergangenen Samstagvormittag aufgestellt, befand sich das Plakat bereits am frühen Abend in dem Zustand", schreibt die Landtagsabgeordnete Susann Biedefeld (SPD) in einer Mitteilung.

Eine Erklärung für die Zerstörung hat die SPD nicht. Sie drückt ihr Unverständnis aus: "Der Wahlkampf ist zwar eine politisch hochbrisante Zeit, jedoch sollte man - ungeachtet der eigenen parteipolitischen Position - Fairness zeigen und die Plakate anderer Parteien nicht beschädigen."

Auch die AfD-Politikerin Heike Kunzelmann kann sich den Diebstahl nicht erklären. Sie fragt sich, ob "die AfD so wichtig ist, dass man ihr nach Hängen der ersten Plakate an den Hauptverkehrsstraßen folgt, um festzustellen, in welcher Route hier plakatiert wurde und damit auch keines übersehen wird".

Im vergangenen Jahr hatte die Partei zumindest einen Verdacht: Durchgeführt von einer "Jugendorganisation in Kulmbach eines politischen Mitbewerbers", meint Kunzelmann. Doch wer hinter dem Plakatdiebstahl in Lichtenfels steckt, weiß sie nicht.

Mindestens eine Geldstrafe

Bei einem Diebstahl eines solchen Plakates handelt es sich um einen einfachen Diebstahl, "weil der Gegenstand nicht besonders gesichert ist", erklärt Günther. Die Strafen reichen von einer Geldstrafe bis zu einer Freiheitsstrafe bis fünf Jahren, sagt er weiter.

Da es sich in diesem Fall um mehrere Plakate handelt, ist es kein Diebstahl einer geringwertigen Sache: "Es ist ein Schaden im niedrigen dreistelligen Bereich", sagt der Polizist. Die AfD-Politikerin Heike Kunzelmann beziffert den Materialpreis der entwendeten Plakate auf zirka 150 Euro. In ihrem Fundus habe die Partei momentan noch 500 Exemplare auf Lager.

Solche Delikte "kommen immer wieder vor", weiß Günther. Allerdings werden Plakate eher beschädigt als gestohlen. "Personen werden verunglimpft, Schnurrbärte oder Teufelshörner angemalt", beschreibt Günther. Das ist nach seinen Angaben auch kein Phänomen, das nur eine Partei betrifft: "Das zieht sich durch die Plakate aller Parteien durch."

Kunzelmann erinnert sich an vergangene Wahlen, bei denen "einzelne Plakate an prominenten Stellen zerfetzt" wurden. Das seien jedoch Einzelaktionen gewesen. "Eine solch massive und nachhaltige Aktion hatten wir während des Landratswahlkampfes nicht", sagt Kunzelmann.

Der Diebstahl könne am leichtesten mit Zeugen aufgeklärt werden, sagt der Lichtenfelser Polizeichef. Außerdem werden Fingerabdrücke genommen, sollten die Plakate im Müll gefunden werden. "Wenn es Ansatzpunkte gibt, werden wir diesen nachgehen", sagt Günther.

Um den Diebstahl aufzuklären, "möchten wir noch eine Prämie von insgesamt 500 Euro ausloben für sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen", sagt Kunzelmann. Auch die SPD "setzt eine Belohnung in Höhe von 300 Euro für sachdienliche Hinweise aus".



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