LKR Lichtenfels

Von den Bienen lernen

Die Einweihungsfeier der Lichtenfelser Imker stieß auf unerwartet großes Interesse. Dabei wurde das Verbindende herausgestellt, das alle angeht.
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Viele Besucher zeigten Interesse an den Bienenvölkern des Lichtenfelser Imkervereins, darunter auch Bürgermeister Andreas Hügerich (links) und Kreisfachberater Michael Stromer (vorne, rechts), Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner (CSU) und Lothar Teuchgräber (stellv. Kreisobmann des Bauernverbandes). Fotos: Popp
Viele Besucher zeigten Interesse an den Bienenvölkern des Lichtenfelser Imkervereins, darunter auch Bürgermeister Andreas Hügerich (links) und Kreisfachberater Michael Stromer (vorne, rechts), Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner (CSU) und Lothar Teuchgräber (stellv. Kreisobmann des Bauernverbandes). Fotos: Popp
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Mit so einem Andrang hatten die Imker nicht gerechnet. Bei der Einweihung des Lehrbienenstandes am neuen Standort im Eichenweg mussten am Sonntag zeitweise Tür und Fenster geöffnet bleiben, damit die draußen Stehenden das Ganze mitverfolgen konnten. Vereinsvorsitzender Stefan Ruppenstein erinnerte an die Anfänge und die ersten Unterstützer dieser für die Aus- und Fortbildung der Bienenhalter so wichtigen Station, die mehrmals hatte umziehen müssen. Er dankte Bürgermeister Andreas Hügerich und Andreas Eberlein vom Liegenschaftsamt der Stadt für die Unterstützung bei der Suche nach einem Standort, der auf Dauer Bestand haben würde. Nun könnten beste Voraussetzungen geschaffen werden, um den Erhalt der Bienenvölker zu sichern, die durch Varroamilbe und Viren, Pestizide und veränderte Umwelt mit geringerer Blütenvielfalt gefährdet seien. Ohne den Imker könnten sie nicht überleben. Gemeinsam mit den Landwirten wolle man die Strukturen verbessern, sagte Ruppenstein.

Die Notwendigkeit, miteinander für die Natur einzutreten stellten auch weitere Redner heraus. Anton Reinhardt vom Bund Naturschutz bezeichnete die Honigbiene als Sympathieträger, und seit dem Volksbegehren im vergangenen Jahr, bei dem sie im Fokus stand, habe sich etwas getan. Das dürfe nicht als ein Gegeneinander von Naturschützern und Landwirten verstanden werden. Miteinander wolle man reden und handeln - genauso harmonisch, wie man in dem kleinen Raum des Lehrbienenstandes bei dieser Einweihungsfeier drei Generationen vereint sehe. "Die Biene kann uns etwas lehren." Der Imkerverein leiste einen wertvollen Beitrag dazu, dass Menschen diese kleinsten Nutztiere der Welt kennen und schätzen lernten.

Bürgermeister Hügerich (SPD) freute sich darüber, dass ein passender Standort für den Lehrbienenstand gefunden wurde. Das sei auch bedeutsam für die Zukunftsthemen, die sich die Stadt selbst gesetzt hat, nämlich grüner zu werden und auch sozial-integrativ.

Zusammenarbeit mit Schulen

Die Imker wollen am Lehrbienenstand nicht unter sich bleiben, sondern haben auch vor, Veranstaltungen mit Schulen durchzuführen, wie zu erfahren war. Der Lichtenfelser Verein zählt derzeit 63 Imker, darunter elf Frauen. Insgesamt werden zirka 400 Völker betreut.

Pfarrerin Anne Salzbrenner nahm die Segnung der neuen Räume inklusive einer Wachsfigur des heiligen Ambrosius, des Schutzpatrons der Imker, vor. Auch sie rief zu gemeinsamem Handeln auf: "Wir müssen etwas dazu tun, die Bienen zu erhalten." Bienen seien etwas ganz Geniales, gehörten zu den wichtigsten Geschöpfen Gottes. Sie seien Vorbilder an Emsigkeit, Nachhaltigkeit und Selbstlosigkeit. "Die fragen nicht: Hab' ich was davon? Sie tun's einfach. Die Bienen machen uns das vor", so die Pfarrerin.

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