LKR Lichtenfels
Digitalisierung

Vom Gründerzentrum profitieren

Wie das Großprojekt "Lagarde 1" in Bamberg auch kleinen und mittleren Unternehmen nützlich sein kann, zeigt ein Beispiel aus dem Landkreis Lichtenfels.
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Christian John, Geschäftsführer des Maler- und Raumgestaltungsbetriebes John aus Lichtenfels, zählte zu den Teilnehmern der Veranstaltung mit einem StartUp aus dem digitalen Gründerzentrum Bamberg, die in Bad Staffelstein stattfand. Foto: Robert Müller
Christian John, Geschäftsführer des Maler- und Raumgestaltungsbetriebes John aus Lichtenfels, zählte zu den Teilnehmern der Veranstaltung mit einem StartUp aus dem digitalen Gründerzentrum Bamberg, die in Bad Staffelstein stattfand. Foto: Robert Müller
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Der amerikanische Manager John Chambers ist der Überzeugung, dass in zehn Jahren 40 Prozent der heutigen Unternehmen nicht mehr von Bedeutung sein werden. Das mag als bedrohliche Kulisse erscheinen, es zeigt aber, wie der Vorstand von Cisco Systems den digitalen Wandel in der Welt einschätzt. Unternehmen, die nicht flexibel und offen für Neues sind, geraten in Gefahr, abgehängt zu werden. Nun hat aber nicht jede Firma die Größe und Kapazität, selbst jemanden für für Netzwerkaktivitäten und digitale Innovationen abzustellen. Ein Bedarf an Beratung, Austausch und Begleitung ist offensichtlich. Hier setzt das neue digitale Gründerzentrum in Bamberg an. Anders als der Name vermuten lässt, ist es nicht nur für Gründer gedacht, sondern als Begegnungsort für neue und etablierte Unternehmen, um gemeinsam Ideen und Projekte zu entwickeln. Es soll eine Anlaufstelle rund um das Thema Digitalisierung werden. Stadt und Landkreis Bamberg haben das Projekt gemeinsam auf den Weg gebracht und versprechen sich davon Strahlkraft über Oberfranken hinaus, wie bei der symbolischen Grundsteinlegung dieser Tage betont wurde. Das Bayerische Wirtschaftsministerium hegt ebenso große Erwartungen und fördert großzügig. Bayernweit soll es künftig elf solche Zentren mit 21 Standorten geben. Rund 80 Millionen Euro investiert der Freistaat hierfür. Der Bamberger Osten wird zum IT-Quartier; dafür wurde die ehemalige Lagarde-Kaserne gekauft. Nach ihr ist das Großprojekt benannt: "Lagarde 1". Zwar ist die Fertigstellung erst für Ende nächsten Jahres geplant, doch die Netzwerkarbeit hat längst begonnen. Das IGZ Bamberg - Zentrum für Innovation und neue Unternehmen - hat die Geschäftsführung für das digitale Gründerzentrum übernommen. Unter dem Dach des IGZ haben sich zahlreiche Unternehmen niedergelassen, darunter auch das StartUp bytabo. Gründer Niklas Volland sieht sich mit seinem Team als Partner des Gründerzentrums. Beispielsweise als Veranstalter von Workshops, wie der, der kürzlich in Bad Staffelstein stattgefunden hat. "Wir wollen helfen, eine erfolgreiche Strategie zur Digitalisierung aufzubauen", sagt er.
Der Kontakt in den Landkreis Lichtenfels ist durch Wirtschaftsförderer Helmut Kurz vom Landratsamt zustande gekommen. Schon im Jahr 2016 hatte der Kreisausschuss beschlossen, eine Zusammenarbeit des Landkreises mit dem digitalen Gründerzentrum Bamberg anzustreben. Es gab bereits Vortragsveranstaltungen über Fördermöglichkeiten sowie speziell über Digitalisierung in der Landwirtschaft. Nun lautete das Motto "Digitalisierung nutzen, weiterdenken und erfolgreich sein". Innovativ zeigte sich auch der Initiator bei der Wahl der Räumlichkeit. Der Workshop fand im Brückentheater im Bad Staffelsteiner Kurpark statt. "Eine wundervolle, frische Location", quasi mit natürlicher Klimatisierung durch den Bachlauf, wie seitens der Mitveranstalter betont wird. Mit nur vier Teilnehmern habe man dort gut arbeiten können und ein entsprechendes Feedback bekommen. Freilich hätten es auch zwei mehr sein dürfen, sagt Robert Müller, der die Leitung vor Ort innehatte. Doch bei Vertretern ganz unterschiedlicher Branchen wäre das eine gute Größenordnung. Bytabo werde sich bei Interesse auch einzelnen Firmen annehmen.
Malermeister Christian John, der der Einladung gerne gefolgt war, hält das Thema Digitalisierung für seinen Maler- und Raumgestaltungsbetrieb für sehr wichtig. Schon seit einigen Jahren nutzt er digitale Möglichkeiten in verschiedenen Bereichen. So erspare beispielsweise die Arbeitszeiterfassung durch die Mitarbeiter via App das Schreiben von Stundenzetteln und deren Bearbeitung im Büro. Solche Umstellungen seien zunächst zeitintensiv, aber lohnenswert. "Digitalisierung ist ein andauernder, offener Prozess", ist John überzeugt. Er kann sich vorstellen, Angebote mit entsprechenden Anregungen hierzu auch künftig zu nutzen. Die Zusammenarbeit mit dem Gründerzentrum ist angelaufen und wird auch fortgesetzt, wie Wirtschaftsförderer Helmut Kurz versichert.


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