Lichtenfels
Zukunftswerkstatt

Visionen 2030 werden greifbar

Die Bürgerversammlung der besonderen Art wurde zum Forum eines interessanten Austausches.
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Auch Kinder durften Wünsche und Anregungen auf Papier hinterlassen. Fotos: Popp
Auch Kinder durften Wünsche und Anregungen auf Papier hinterlassen. Fotos: Popp
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Wie soll die Stadt in Zukunft aussehen, wohin soll sie sich entwickeln? Wie sollen die Menschen hier leben? Diese Fragen standen im Fokus des 2018 gestarteten Strategieentwicklungsprozesses. Sechs Handlungsfelder und 26 Projekte wurden in einem intensiven Austausch festgelegt. Nun galt es, diese der Öffentlichkeit vorzustellen, aber noch mehr als das: Die Lichtenfelser sollten einbezogen werden, ermutigt, ihre Ideen einzubringen. Eine noch nie dagewesene Art der Bürgerversammlung wurde mit enormem Aufwand vorbereitet. Der erste Eindruck war ein guter.

In der Mitte der Stadthalle eine flache Bühne mit modernen Flechtmöbeln, Leihgabe der Berufsfachschule. Das eigentliche Geschehen spielte sich jedoch um die Bühne herum ab. Für jeden Themenbereich der Visionen 2030 gab es einen Stand. Verschiedene Farben halfen bei der Orientierung. Da waren Profis am Werk, das merkte man schon bei der sehr kurz gehaltenen Einführung mit Bürgermeister, seinen engsten Mitarbeitern und den Fraktionssprechern des Stadtrates. Ein leuchtend grünes Mikrofon in Form eines Würfels wurde den jeweiligen Sprechern zugeworfen. Rund 80 Mitwirkende aus Verwaltung und Projektgruppen hielten sich an einen Dresscode: Schwarz mit buntem Button am Oberteil. So waren sie für jeden leicht als Ansprechpartner zu erkennen. Doch eine Abgrenzung zwischen Verwaltungskraft beziehungsweise Projektgruppenmitglied und Bürger entstand nicht. Warum auch? Sind doch die meisten Mitarbeiter der Stadt auch Einwohner von Lichtenfels, Bürger mit Freunden, Familien und Bekannten. Multiplikatoren also. Und weil in der Zukunftswerkstatt möglichst viele Menschen ins Boot geholt werden sollten, hatte Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) im Rathaus geschickt damit angefangen. Die Mitarbeit an den Projekten ist freiwillig, gilt als Arbeitszeit. Der Themenbereich ist frei wählbar. "Da macht man dann mit Herzblut mit", sagte eine der Kolleginnen. Dieses echte Engagement war spürbar.

Zwar herrschte beim ersten der drei gleichen, über den Nachmittag verteilten Programmabschnitte kein großer Andrang, doch Sebastian Müller vom Bürgermeisteramt zeigte sich schon "total zufrieden" mit den ersten rund 100 Besuchern. Bis zum Abend waren es dann knapp über 800 - viel mehr, als man mit einer gewöhnlichen Bürgerversammlungen bisher je erreichen konnte.

An allen Ständen entwickelte sich rasch ein reger Austausch, und viele nahmen die Einladung an, eigene Ideen aufzuschreiben. Auch wenn es durchaus erlaubt und gewollt war, weit in die Zukunft zu denken, wurden hier keine Fantastereien abgeliefert, sondern viele sehr konkrete Anregungen. Vom Wasserspielplatz über Sanitäreinrichtungen am Flussbad oder Begegnungsstätten ohne Vereinsbindung bis hin zu sichereren Rad- und Gehwegen reichen die Wünsche, die nicht immer mit großen Kosten verbunden sind. Ein Versprechen gab es dazu: dass alles in den laufenden Prozess eingebracht und es weitere Veranstaltungen dazu geben wird.

Handlungsfelder und Projekte

Sechs Handlungsfelder hat das Strategieteam, mit dem der Entwicklungsprozess 2018 gestartet wurde, festgelegt: sozialintegrative Stadt, Stadt der herausragenden kommunalen Bildung, Wirtschaftsstandort, Städtebau, grüne Stadt und Mobilität. 26 Projekte gibt es zu diesen Themen.

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