Lichtenfels
Interview

Vision soll Realität werden

Mehr als 730 Bürger waren bei der Zukunftswerkstatt dabei. All die eingebrachten Anregungen werden nicht verloren gehen, versichert der Bürgermeister.
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Bürgermeister Andreas Hügerich bei der Eröffnung der Zukunftswerkstatt in der Stadthalle Lichtenfels
Bürgermeister Andreas Hügerich bei der Eröffnung der Zukunftswerkstatt in der Stadthalle Lichtenfels
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Über 730 Bürger waren zur Zukunftswerkstatt in die Stadthalle gekommen, darunter auch 80 Schüler, die zu einem "Probelauf" eingeladen worden waren. Wie geht es nun weiter mit den gesammelten Ideen? Darüber sprachen wir mit Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD).

Herr Bürgermeister, wurden Ihre Erwartungen an diese besondere Bürgerversammlung erfüllt?

Andreas Hügerich: Durch intensive Werbung für die Zukunftswerkstatt im Vorfeld der Veranstaltung, zum Beispiel in den örtlichen Tageszeitungen, durch Plakate im gesamten Stadtgebiet, Flyer und Werbung auf der Internet- und Facebook-Seite der Stadt Lichtenfels, hatten wir gehofft, eine derart große Menge an Bürgerinnen und Bürgern zum Besuch unserer Zukunftswerkstatt zu bewegen. Unsere Erwartungen an die Besucherzahl wurden damit voll erfüllt.

Wie sind nun die weiteren Schritte, um die eingegangenen Anregungen zu sichten, zu sammeln und vor allem zu sichern?

Jede Projektgruppe hat ihre Tischdecken mit den Anregungen abfotografiert und die Fotos auf den Dienst-Rechnern gespeichert, sodass sie nicht verloren gehen. In den nächsten Projektgruppensitzungen diskutieren die Projektgruppenmitglieder die Anregungen gemeinsam, um zu entscheiden, welche für die Zukunft umsetzbar sind.

Gibt es eine Anmerkung, die Ihnen besonders bemerkenswert erscheint?

Ein Beitrag auf der Wand der Wünsche ist, auch Platz für Hunde am Oberwallenstadter Ortswiesensee zu schaffen. Daran arbeitet die Stadtverwaltung bereits seit Längerem intensiv und das Ergebnis ist, dass es ab diesem Jahr voraussichtlich einen eigenen Hundebadebereich am Ortswiesensee geben wird.

? Auf der Tischdecke des Standes des Projektes KiTa-Konzept fand sich die Anregung, mehr Kinderkrippenplätze zu schaffen. Genau das ist das Ziel: qualitätsvolle und vielfältige Kinderbetreuung mit einem Puffer an KiTa-Plätzen in Lichtenfels zu haben.

Sind Ihnen auch weniger ernst zu nehmende Beiträge aufgefallen?

Ein Wunsch war eine weniger strenge Polizei.

Wie wird die Arbeit in den einzelnen Gruppen fortgesetzt?

Die Projektgruppen entscheiden selbst, in welchem Turnus sie sich treffen. Einzige Vorgabe an die Teams ist es, die Vision 2030 in die Realität umzusetzen.

Wie viele Personen sind aus Verwaltung und Stadtrat dabei weiterhin am Ball?

Aus der Verwaltung, den Stadtwerken und den städtischen Einrichtungen sind insgesamt rund 75 Personen in den Projektgruppen beteiligt; aus dem Stadtrat sind bisher drei Mitglieder vertreten.

So hohen Aufwand - auch finanziell - wird man sicher bei künftigen Bürgerversammlungen nicht immer betreiben können. Was schwebt Ihnen vor, um die Bürgerbeteiligung trotzdem zu sichern und nicht wieder abflauen zu lassen?

Bürgerbeteiligung ist ein Baustein der Vision 2030. Es gibt innerhalb der Vision 2030 eine Projektgruppe, deren Aufgabe es ist, die Mitwirkung von Bürgerinnen und Bürgern bei Themen der Stadt Lichtenfels herbeizuführen und so die Bürgerbeteiligung weiterhin hoch zu halten. Ob es eine weitere Veranstaltung ähnlich der Zukunftswerkstatt geben wird, ist noch offen.

Vision 2030

2018 hat die Stadt Lichtenfels einen Strategieentwicklungsprozess gestartet. Ein hierzu aufgestelltes Team aus den drei Bürgermeistern, Mitgliedern des Stadtrates und der Verwaltung, Vertretern von Firmen, Verbänden und Institutionen hat sechs Handlungsfelder für die künftige Entwicklung von Lichtenfels festgelegt. Lichtenfels möchte bis 2030 eine Stadt der herausragenden kommunalen Bildung werden, außerdem eine "Grüne Stadt", sowohl im Umgang mit Energie als auch im Stadtbild. Das sind zwei der sechs Handlungsfelder. Die weiteren lauten Mobilität, Städtebau, Wirtschaftsstandort und sozial-integrative Stadt. Zu all diesen wurden 26 Projekte angestoßen, für die in Gruppen gearbeitet wird. Bei der Zukunftswerkstatt präsentierte man diese der Öffentlichkeit, bat um Mitwirkung und Ideen.

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