Bad Staffelstein
Trockenheit

Wetterbilanz: Viel zu heiß und viel zu trocken

Das Wetter schien in diesem Jahr wettmachen zu wollen, was 2018 für Probleme sorgte. Doch dann kam der sehr ungewöhnliche Juni.
Artikel drucken Artikel einbetten
Blauer Himmel, goldene Felder mit Getreide, viel Sonne - doch so schön der Anblick und die Wärme sind, für die Landwirtschaft könnte es in Verbindung mit den geringen Niederschlägen bald Probleme geben.  Foto: Tobias Kindermann
Blauer Himmel, goldene Felder mit Getreide, viel Sonne - doch so schön der Anblick und die Wärme sind, für die Landwirtschaft könnte es in Verbindung mit den geringen Niederschlägen bald Probleme geben. Foto: Tobias Kindermann

Der Mai brachte Hoffnung, die im Juni wieder etwas geschwunden ist. Sah es vor einem Monat noch so aus, als würde das Niederschlagsdefizit des trockenen Jahres 2018 etwas ausgeglichen werden, trübte der Juni diese Hoffnung doch spürbar.

Im Mai fiel reichlich Regen, 111,5 Liter pro Quadratmeter verzeichnete die Wettermessstation Bad Staffelstein. Im Juni war es dann nur noch rund ein Viertel, das übrig blieb: 24,8 Liter pro Quadratmeter lautete das Ergebnis.

Nur die Hälfte

Damit war es am Obermain auch deutlich trockener als im Rest von Deutschland. Hier bewegte sich die durchschnittliche Regenmenge bei 55 Litern pro Quadratmeter - mehr als doppelt so viel. Für den Landkreis kein Trost: Es gab Regionen in der Bundesmitte, in denen teilweise noch weniger Niederschlag fiel. Schon oft hat es am Obermain deutlich weniger Regen gegeben als in anderen Regionen.

Mit einer mittleren Temperatur von 19,7 Grad war der abgelaufene Monat ungewöhnlich warm. Es war der wärmste Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und 3,7 Grad wärmer als der Schnitt der vergangenen 30 Jahre.

Am Obermain legte man noch einen drauf: 20,3 Grad betrug hier das Monatsmittel im Juni. Ebenso verhält es sich bei den Sonnenstunden. Mit 306 Stunden lag man auch hier über dem Bundesschnitt von 300, der wiederum rund 30 Prozent über dem sonst üblichen Wert lag.

Nach der Hitzewelle folgten aber in ganz Bayern auch schwere Unwetter.

Die Ernte abwarten

Wie sehen die Landwirte solche Extreme? "Bis zu Mitte des Monats war ja noch alles in Ordnung", sagt Hans-Jürgen Rebelein, Geschäftsführer beim Bayerischen Bauernverband Coburg/Lichtenfels. Doch die Hitzewelle, verbunden mit den sehr geringen Niederschlägen, würde nun dazu führen, dass das Getreide eine Notreife entwickele. Der Mais vertrage die Hitze zwar etwas besser, aber auch hier habe er schon erste Trockenschäden entdeckt.

Trotzdem rät er dazu, Ruhe zu bewahren: "Erst wenn das Korn in der Scheune ist, kann man sagen, wie die Pflanzen mit dem extremen Wetter umgehen konnten. Wir wollen nicht schon jetzt jammern."

Wer aufmerksam durch die Natur gegangen ist, dem wird aufgefallen sein, dass in diesem Jahr deutlich weniger Raps auf den Feldern stand. "Weil es im vergangenen Herbst so trocken war, haben viele Landwirte darauf verzichtet, ihn überhaupt auszusäen", sagt Rebelein.

Das ungewöhnliche Wetter 2018 hat auch hier Spuren hinterlassen.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren