Vierzehnheiligen
Generalsanierung

Verpflegung der Wallfahrer ist gesichert

Der Gasthof "Goldener Hirsch" in Vierzehnheiligen wird umgebaut. Wallfahrer und Touristen werden während der Umbauphase im Diözesanhaus bewirtet. In einem Jahr sollen die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sein.
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Der Gasthof "Goldener Hirsch" und das "Haus Frankenthal" in Vierzehnheiligen werden saniert. Während der Bauphase werden Pilger, Touristen  und Hausgäste im Diözesanhaus nebenan verpflegt.Matthias Einwag
Der Gasthof "Goldener Hirsch" und das "Haus Frankenthal" in Vierzehnheiligen werden saniert. Während der Bauphase werden Pilger, Touristen und Hausgäste im Diözesanhaus nebenan verpflegt.Matthias Einwag
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Die Wallfahrtssaison in Vierzehnheiligen hat begonnen. Besonders im Mai werden viele Pilger aus allen Himmelsrichtungen erwartet. Und die brauchen nach dem anstrengenden Fußmarsch etwas zu essen und zu trinken. Doch der Gasthof "Goldener Hirsch" ist momentan eine Baustelle. Etwa ein Jahr lang wird das Gebäude generalsaniert, ebenso die drei angrenzenden Gebäude von "Haus Frankenthal". Doch für Abhilfe ist gesorgt. Im angrenzenden Diözesanhaus besteht genügend Kapazität, um die Wallfahrer und Touristen versorgen und unterbringen zu können.

"Wir sind schon ein ganzes Stück vorangekommen", sagt Raimund Hümmer, der Geschäftsführer der Bildungshäuser Vierzehnheiligen. Überall im "Goldenen Hirschen" und den drei angrenzenden Gebäuden sind Handwerker mit dem Umbau beschäftigt. "Die Gaststätte und der Biergarten werden wohl heuer nicht mehr geöffnet werden können", sagt Hümmer. Die Bewirtung sei jedoch täglich von 10 bis 18 Uhr im Diözesanhaus sichergestellt.

400 bis 500 Mittagessen würden in der Hochsaison täglich benötigt. Normalerweise werde das vom Personal in beiden Küchen geleistet. Nun jedoch sei man darauf eingerichtet, diese Mahlzeiten in der einen Küche zuzubereiten. Zu den Haus- und Tagungsgästen des Diözesanhauses kämen nun eben die Wallfahrer und Touristen hinzu. Die Speisesäle im Diözesanhaus seien gut geeignet, um die Pilger aufzunehmen, fährt der 51-Jährige fort, denn sie seien erst vor kurzem neu gestaltet worden.

Im "Haus Frankenthal", das bisher rund 50 Gästezimmer mit ca. 100 Betten hatte, werde die Zahl der Betten leicht reduziert, weil die Gebäude barrierefrei zugänglich gemacht werden, sagt Hümmer. Im Erdgeschoss würden sechs Zimmer komplett behindertengerecht ausgebaut. Außerdem werde ein moderner Brandschutz vorgesehen, eine Sprinkleranlage installiert. Die Küche des Gasthofes werde völlig erneuert.

Träger der Bauarbeiten ist die Erzdiözese Bamberg, die Eigentümerin der Gebäude ist. Um den Gasthofbereich künftig attraktiver zu machen, haben sich die Planer einiges ausgedacht. Im Zentrum der vier Häuser entstehe ein großes Atrium. Wer sich künftig dort zum Essen niederlasse, habe direkten Blick auf die Türme der Basilika, erklärt Raimund Hümmer. Dieses lichtgeflutete Atrium verbinde die Gebäudeteilen miteinander.

Die bisher schon bestehende Terrasse vor dem "Goldenen Hirsch" werde erweitert, fährt er fort. Dort entstehe eine Außentheke, wie sie zu einem typischen fränkischen Biergarten gehöre. Im Terrassenbereich mit unverstelltem Blick auf die Front der Basilika solle ein Ort der Entspannung geschaffen werden, der vor allem auch für Familien mit Kindern gut geeignet sei. Eine Spielecke werde hier integriert.

Raimund Hümmer und sein Team überlegen jetzt schon, ob die bisherigen Öffnungszeiten des Biergartens von 18 Uhr geändert werden sollten. "Ich könnte mir vorstellen, das unter der Woche auszudehnen und eine Art Heimatabend bis 20 Uhr auszuweisen", kündigt Hümmer an. Das sei vor allem im Sommer ein Angebot, von dem Einheimische und Wanderer sowie Fahrradtouristen profitierten, denn um diese Zeit seien die Wallfahrer in der Regel bereits abgereist. Auch für E-Bike-Fahrer, deren Akkus vom energiezehrenden Anstieg leer sind, möchte Raimund Hümmer etwas bieten: Mehrere Stromzapfsäulen seien im Konzept mit drin.

Rund 50 Angestellte - viele in Teilzeit - sind in den Diözesanhäusern beschäftigt. Als Tagungsstätte stehen die Häuser jedem offen, der Seminarräume für politische oder gesellschaftliche Themenbereiche sucht. Die Häuser arbeiten da wie ein modernes Hotel. Ausgebildet werden hier Köche und Hotelfachangestellte. "Wir haben sehr draufgesetzt, um den Betrieb zu professionalisieren", unterstreicht Raimund Hümmer, "wir haben Fachleute, die ihr Metier von der Pike auf gelernt haben".


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