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Lichtenfels
Natur

Vermisst: Wer hat im Landskreis Lichtenfels Kreuzottern gesehen?

Der Bund Naturschutz möchte sich ein grobes Bild davon machen, wie sich der Bestand der heimischen Schlangenart entwickelt hat.
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Ein Kreuzotter-Männchen mit dem charakteristischen Zickzackmuster auf dem Rücken und dem "strengen Blick".  Fotos: Michael Bäumler
Ein Kreuzotter-Männchen mit dem charakteristischen Zickzackmuster auf dem Rücken und dem "strengen Blick". Fotos: Michael Bäumler
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Einst war die Kreuzotter vor allem im Jura des Landkreises relativ weit verbreitet. Wie die Kreisgruppe Lichtenfels des Bundes Naturschutz (BN) mitteilt, sind Beobachtungen dieser Schlangenart mittlerweile zur echten Seltenheit geworden und konzentrieren sich meist auf den Staffelberg und sein näheres Umfeld.

Auch bayernweit ist es nicht gut um die Kreuzotter bestellt, weshalb sie auf der neuen Roten Liste der Reptilien Bayerns als "stark gefährdet" eingestuft wird. Die Ursachen für den drastischen Bestandsrückgang liegen vor allem im Lebensraumverlust. Die Kreuzotter benötigt offene bis halboffene Flächen, die ihr ausreichend Deckung, Windschutz und Besonnung bieten wie z. B. Waldränder mit kurzrasiger Vegetation und Zwergsträuchern, Grünland im frühen Brachestadium und Hecken mit breiten Säumen und Zwergsträuchern.

Darüber hinaus spielt auch der Rückgang von jungen Fröschen und Eidechsen eine Rolle, die vor allem für junge Kreuzottern eine wichtige Nahrungsgrundlage darstellen. Da eine Untersuchung geeigneter Lebensräume extrem zeitaufwendig ist, bittet der BN die Bevölkerung, sowohl aktuelle als auch ältere Beobachtungen von Kreuzottern mit genauer Orts- und Zeitangabe und falls möglich mit Foto der Schlange oder des Fundorts dem BN zu melden.

Alle Beobachtungen wichtig

"Wir wenden uns gezielt an die Öffentlichkeit, um möglichst viele Daten zu erhalten. Dabei sind nicht nur Beobachtungen aus der jüngeren Vergangenheit wichtig, sondern auch solche, die länger zurückliegen. So können wir uns mit dem Vergleich von aktuellen und erloschenen Vorkommen zumindest ein grobes Bild davon machen, wie sich der Kreuzotterbestand im Landkreis Lichtenfels entwickelt hat und welche Schutzmaßnahmen gegebenenfalls getroffen werden können, um nicht auch noch die letzten Exemplare dieser faszinierenden Schlangenart zu verlieren, die seit langem eine Charakterart unserer Heimat ist. Wir sind für jeden Hinweis dankbar", berichtet BN-Mitarbeiter Jan Ebert. Die sichersten Bestimmungsmerkmale der Kreuzotter sind das kräftige, dunkle Zickzackmuster auf dem Rücken und die katzenartige, schlitzförmige Pupille. Durch abstehende Hornplatten über den Augen entsteht der Eindruck eines strengen Blicks. Eine Schlangenart, die leicht mit der Kreuzotter verwechselt werden kann und ebenfalls als "stark gefährdet" eingestuft wird, ist die Schlingnatter. Auch sie kommt im Landkreis Lichtenfels vor. Bei ihr fehlen jedoch die kräftige Zeichnung auf dem Rücken und die Hornplatten über den Augen, wodurch ihr Blick harmlos wirkt. Wie bei allen Natternarten ist die Pupille der Schlingnatter zudem niemals schlitzförmig wie bei Katzen, sondern immer rund. Auf der Seite lichtenfels.bund-naturschutz.de/ sind unter der Rubrik "Natur vor der Haustür" weitere Informationen zu heimischen Reptilienarten zu finden. Der BN Lichtenfels ist unter lichtenfels@bund-naturschutz.de und 09571/2586 erreichbar. red