In der St.-Veit-Straße herrscht zweimal täglich Hochbetrieb. Morgens und mittags fahren nämlich Schulbusse durch diese Straße, um die Realschüler zum Unterricht zu bringen oder sie abzuholen. Zudem bringen viele Eltern ihre Kinder zur Schule, was zu dem hohen Verkehrsaufkommen beiträgt. Wegen parkender Fahrzeuge ist überdies meist nur die Hälfte der Straße befahrbar, so dass Chauffeure von Schulbussen genervt reagieren, weil sie oftmals halten müssen, um den Gegenverkehr durchzulassen. Und die Anwohner beschweren sich über das Verkehrsaufkommen in der St.-Veit-Straße, weil häufig ihre Garagen- oder Hofzufahrten blockiert werden.

Die Stadtratsfraktion der Freien Wähler hatte bereits vor Jahresfrist vorgeschlagen, die St.-Veit-Straße zur Einbahnstraße umzuwidmen, damit der Verkehr besser fließen kann und es nicht zu Gefahrensituationen an der Schulbushaltestelle kommt. Nach einer Verkehrsschau der Stadtverwaltung war das aber abgelehnt worden.

Halteverbot wurde missachtet

Vor etwa einem halben Jahar hatte die Stadtverwaltung stattdessen probeweise ein Halteverbot in der St.-Veit-Straße ausgewiesen. Das brachte jedoch keinen Erfolg, sagen Anwohner, Polizei und Stadtverwaltung übereinstimmend, weil sich kaum einer daran gehalten hat.

Für den Samstag, 10. November, hat die Stadtverwaltung nun eine öffentliche Verkehrsschau vorbereitet, zu der die Anwohner eingeladen sind. Nachdem das Halteverbot nichts brachte, soll nun ausgelotet werden, welche Möglichkeiten zur Verkehrsberuhigung es in der St.-Veit-Straße gibt, sagt Günther Kestel vom städtischen Bauamt. "Wir machen die öffentliche Verkehrsschau, um zu erfahren, was die Anlieger wollen, wir suchen Ideen", sagt Kestel. Auch über die Einbahnregelung könne gesprochen werden. Er gibt jedoch zu bedenken, dass dann "sämtliche Anlieger an der Realschule vorbei fahren müssen", wenn sie zurück zur Angerstraße wollen. Vom Gespräch mit den Anliegern verspricht er sich Impulse: "Ich hoffe auf etwas, das funktioniert."

Halteverbot nicht überwacht?

Tobias Eismann, ein Anwohner der St.-Veit-Straße, moniert, dass die Halteverbotsschilder nichts brachten, weil die trotzdem dort Parkenden nicht konsequent belangt wurden. Aus seiner Sicht sollte nun probeweise eine Einbahnstraßenregelung eingeführt werden. Das Argument, dass in einer Einbahnstraße schneller gefahren werde, will er nicht gelten lassen: Man müsste eben die Geschwindigkeit messen, indem ein Tempo-Sys-Gerät dort installiert wird und Kontrollen der Polizei stattfinden. "Die Parksituation dort darf nicht weiter verschärft werden", sagt Tobias Eismann.

"Wir sehen, dass die Halteverbotsregelung nicht praktikabel war", resümiert Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) nach einem halben Jahr der Testphase. Deshalb finde nun eine öffentliche Verkehrsschau mit allen Beteiligten statt, um eine andere Lösung zu finden.

Parkende reden sich heraus

Gerald Storath, der Leiter der Polizeistation Bad Staffelstein, äußert sich ähnlich über die Halteverbotsregelung: "Das hat aus meiner Sicht nicht funktioniert, denn die Einsicht der Bevölkerung war nicht vorhanden." Trotz der Schilder, sagt er, halten dort Eltern, um ihre Kinder ein- oder aussteigen zu lassen. Selbst wenn sie von Polizeibeamten auf ihr Fehlverhalten angesprochen werden, redeten sie sich raus: "Ich muss ja bloß..."

Ganz klar für eine Einbahnstraßenregelung plädiert der Busfahrer Stefan Wich. Oft seien beide Straßenseiten zugeparkt oder kurzfristig belegt, so dass der Bus nicht durchkomme, sagt er. Zudem passiere kaum ein Autofahrer die in der Haltebucht stehenden Busse mit Schrittgeschwindigkeit. Die Polizei müsste morgens und mittags mehr Präsenz zeigen. "Die Stadt wird sich allgemein etwas überlegen müssen, um die Verkehrssituation zu verbessern", sagt er.

Weiter für die Einbahnregelung

"Wir wollten das Parkverbot nicht", sagt Winfried Ernst, der Vorsitzende der Stadtratsfraktion der Freien Wähler. "Wir sind nach wie vor der Meinung, dass wir dort um eine Einbahnstraßenregelung nicht herumkommen. Das wäre das Einfachste", fügt er hinzu. "Für die Anlieger wäre das eine prima Sache", fasst er zusammen.

Bei der öffentlichen Verkehrsschau wird auch Michael Lang, der Sachbearbeiter Verkehr der Polizeiinspektion Lichtenfels, anwesend sein. Nach diesem Termin findet eine interne Verkehrsschau der Stadtverwaltung, des Stadtrats und der Polizei statt. Entscheiden wird dann entweder der städtische Bauausschuss oder der Stadtrat.

Verkehrsschau

Eine öffentliche Verkehrsschau findet am Samstag, 10. November, um 10 Uhr an der Bushaltestelle in der St.-Veit-Straße statt. Dabei sein werden Stadträte, Polizeibeamte und Busfahrer. Dazu eingeladen sind aber auch die Anwohner, um ihren Standpunkt deutlich zu machen.