Ebensfeld

Vereine sind beim Schulfest in Ebensfeld mit im Boot

Die Pater-Lunkenbein-Schule in Ebensfeld hat zu ihrem Schulfest die örtlichen Vereine eingeladen. Rektorin Ursula Schüßler erläutert die Beweggründe.
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Rektorin Ursula Schüßler freut sich auf ein Miteinander von Schule und Vereinen beim Schulfest. Im Hintergrund wird gerade für ein Theaterstück in der Aula geprobt, das ebenfalls am Freitag aufgeführt wird. Foto: Popp
Rektorin Ursula Schüßler freut sich auf ein Miteinander von Schule und Vereinen beim Schulfest. Im Hintergrund wird gerade für ein Theaterstück in der Aula geprobt, das ebenfalls am Freitag aufgeführt wird. Foto: Popp
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Ein besonderes Schulfest steht am Freitag, 5. Juli, an. Während in den Vorjahren höchstens mal der ein oder andere Sportverein in das Programm eingebunden war, wird es heuer eine viel größere Bandbreite sein. Was dahinter steckt, erklärt Schulleiterin Ursula Schüßler in diesem Interview.

Wie kam die Idee zustande, ein Schulfest gemeinsam mit örtlichen Vereinen zu gestalten?

Ursula Schüßler: Wir hatten zum Beispiel beim Unterrichtsbesuch der Feuerwehr erfahren, dass die noch Verstärkung für die Kinderfeuerwehr sucht. Wir wissen, dass viele Musikvereine Nachwuchssorgen haben, dass der Altersschnitt in vielen anderen Vereinen wie Kleintierzüchtern oder Imkern steigt und sie jüngere Mitglieder suchen. Kinder wissen oft gar nicht, was es in der nahen Umgebung alles an Möglichkeiten gibt. Unsere Idee war es deshalb, beide Seiten mal bei einem Sommerfest zusammenzuführen.

Gibt es auch bei anderen Gelegenheiten Kontakt zu Vereinen?

Wenn es zum Unterricht passt, aber beschränkt. Die Musikvereinigung zum Beispiel hat ja bei uns die Bläserklassen, insofern haben wir da auch Kontakt.

Die Vorsitzenden der Vereine waren Ihnen also nicht unbekannt?

Doch, viele schon. Wir haben uns die Liste der Vereine von der Gemeinde geholt und alle ortsansässigen oder aus dem Sprengelbereich angeschrieben.

Wie viele waren das?

Um die 40.

Und wie war die Resonanz?

Anfangs etwas zäh, aber meine Kollegin Susanne Kirster hat noch einmal nachtelefoniert und Kontakte hergestellt. Dann waren es überwältigend viele Vereine, die sich gemeldet haben.

Wie binden Sie die Vereine in das Programm ein?

Wir haben es ihnen überlassen, ob sie sich durch einen Auftritt präsentieren oder ein Kennenlernen, ein Schnuppern, anbieten. Jetzt haben wir eine ganz tolle Mischung. Manche, wie zum Beispiel der Kinderchor, treten auf. Andere, wie der Tennisverein oder die Fußballer, ermöglichen ein Mitmachen. Beim Judo etwa gibt es eine Fall-Schule. Der Angelverein macht Angelspiele. Die Kleintierzüchter kommen tatsächlich mit vielen Tieren. Das wird bestimmt auch ein Highlight für Kinder. Die Feuerwehr kommt mit ihrer Drehleiter und dem Fahrzeug, die Wasserwacht will ihr Boot mitbringen. Die Kinder können schon jetzt auf der Homepage gucken, was sie interessiert.

Wie viel Vorbereitungszeit war dafür nötig?

Die Briefe haben wir schon im Februar verteilt.

Mit welchem Zuspruch rechnen Sie?

Für unsere Schüler - in diesem Schuljahr haben wir 198 - besteht ja Anwesenheitspflicht. Erfahrungsgemäß kommen viele Eltern mit. Ich denke, um die 500 Besucher werden da sein. Eine öffentliche Veranstaltung ist es aber nicht. Das ist organisatorisch einfacher.

Sie hatten den Eindruck, dass das breite Vereinsangebot vielen nicht bekannt ist. Woran könnte das liegen?

Man wächst vielleicht in einem musikalischen Haus auf und weiß dann gar nicht, dass es noch einen Obst- und Gartenbauverein oder Imkerverein gibt. Oder welche, die sportlich engagiert sind, kommen vielleicht gar nicht auf die Idee, noch etwas anderes zu suchen.

Welche Reaktionen gab es von Eltern bislang auf das Programm?

Von Eltern habe ich bis jetzt noch nicht so viel gehört, aber der Elternbeirat war recht angetan. Wir haben dieses Jahr sehr viele Helfer, sogar auf unbeliebten Posten wie in Küche oder Grillwagen. Vielleicht merkten die Eltern, dass an der Schule viel passiert und sehen sich in der Pflicht mitzumachen.

Worauf freuen Sie sich besonders?

Ich freue mich auf die Vielfalt! Ich finde es einfach sehr spannend, weil das Spektrum sehr breit ist. Wir haben auch überlegt, wie wir die Kinder animieren können, möglichst viel auszuprobieren. Deshalb haben wir eine Stempelkarte entworfen. Von den zehn Workshop-Angeboten muss ein Kind mindestens fünf besucht haben, damit es an einer Tombola teilnehmen kann. Auch Geschwisterkinder können mitmachen. Da gibt es dann viele Kleinpreise, die wir gesammelt haben, und drei Hauptpreise - Gutscheine, gestiftet von der Marktgemeinde.

Werden die Erlebnisse im Unterricht nachbereitet?

Natürlich möchte man wissen, was die Schüler am tollsten fanden, das schon. Aber abgefragt wird nicht, es geht ums Kennenlernen. Was wir nachbereiten, ist die Tombola. Wir sammeln die Stempelkarten und machen die Verlosung dann in der Woche nach dem Schulfest.

Termin: Freitag, 5. Juli, 14 bis kurz nach 17 Uhr (abschließender Programmpunkt) Ort: Ebensfeld, Schulgebäude und Schulgelände Mitwirkende: rund ein Dutzend Vereine oder Organisationen aus Ebensfeld und Umgebung von A wie Angelsportverein bis Z wie Zapfendorfer Mädchengarde - außerdem natürlich Schüler, Eltern und Lehrer

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