Lichtenfels
Jahresabschluss

Vdk-Lichtenfels: Barrierefreiheit im Mittelpunkt

Der VdK-Kreisverband Lichtenfels freute sich über neue Mitglieder. In diesem Jahr will sich der Verein vor allem der Barrierefreiheit in Städten und Gemeinden widmen.
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Die Barrierefreiheit ist dem VdK ein zentrales Anliegen. Auf einer "Landkarte der Barrieren" (www.weg-mit-den-Barrieren.de) können Bürger Hindernisse eintragen, über die sie sich ärgern.  Foto: Hochschule Furtwangen
Die Barrierefreiheit ist dem VdK ein zentrales Anliegen. Auf einer "Landkarte der Barrieren" (www.weg-mit-den-Barrieren.de) können Bürger Hindernisse eintragen, über die sie sich ärgern. Foto: Hochschule Furtwangen
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Ob bundesweit oder auf lokaler Ebene: Die Mitgliederentwicklung beim VdK kennt derzeit nur eine Richtung und zwar nach oben. Darüber freute man sich am Samstag beim VdK-Kreisverband Lichtenfels, der zu seiner Jahresabschlusstagung für das vergangenen Jahr nach Burgkunstadt in den Saal München von Regens-Wagner geladen hatten. "Im Jahre 2000 zählte der VdK eine Million Mitglieder. 15 Jahre später gehören ihm über 1,7 Millionen Bundesbürger an. Das ist ein Zuwachs von 70 Prozent", frohlockte Kreisvorsitzender Heinz Wittmann aus Sonnefeld, der Mitglied im VdK Schwürbitz ist. Und wie sieht es im Kreisverband aus? Dieser verzeichnete im vergangenen Jahr ein leichtes Plus von rund einem halben Prozent.
Den Ausführungen von Kreisgeschäftsführer Peter Groh aus Lichtenfels zufolge stieg die Zahl der Mitglieder im vergangenen Jahr in den 24 Ortsverbänden von 5745 auf 5773 Personen.


Auch für Jüngere interessant

Wer meint, dem VdK würden nur ältere Mitbürger ihr Vertrauen schenken, der musste sich von Susanne Lutter aus Marktzeuln eines Besseren belehren lassen: "Im Kreisverband Lichtenfels sind 2452 Mitglieder jünger als 59 Jahre", sagte die Rednerin. Sie setzt sich als Vertreterin der jüngeren Generation sowohl auf Kreis- als auch auf Bezirksebene für deren Belange ein.
Warum treten so viele Menschen in den VdK ein? Darüber machte sich die zweite Bürgermeisterin aus Burgkunstadt, Sabine Heppner (SPD), bei der mit 120 Personen sehr gut besuchten Versammlung ihre Gedanken. "Das liegt an der Überzeugung, beim VdK in guten Händen zu sein. Daran haben die vielen Hilfestellungen des Ortsverbandes, beispielsweise bei der Korrespondenz mit Behörden sowie die persönlichen Gespräche und Beratungen erheblichen Anteil", sagte sie. Die Sozialdemokratin würdigte den VdK als größten und einflussreichsten Sozialverband, der sich nicht nur für die Rechte seiner Mitglieder einsetze, sondern auch als Impulsgeber und Korrektiv in Politik und Gesellschaft wirke.
Zudem sprach sie ein Thema an, das sich der VdK im neuen Jahr besonders auf seine Fahnen geschrieben hat: die Barrierefreiheit. Dabei spannte die Rednerin den gedanklichen Bogen auch in ihre Heimatstadt Burgkunstadt: "Barrierefreiheit ist ein Thema, das wir angehen wollen, werden und müssen. Das sind wir nicht zuletzt den Bewohnern von Regens-Wagner sowie unseren Senioren des Kathi-Baur-Alten- und Pflegeheimes St. Heinrich schuldig." Stellvertretender Landrat Helmut Fischer (CSU) bezeichnete die Barrierefreiheit als eine Herausforderung, der sich der Landkreis, aber auch alle Kommunen stellen müssten. "Vor allem für die bergigen Städte und Gemeinden wird das eine schwierige Aufgabe", stellte er fest. An den VdK appellierte der Gast, auch weiterhin die Finger in gesellschaftliche Wunden zu legen.


Kampagne

Kreisgeschäftsführer Peter Groh vom VdK wies auf die Kampagne seines Verbandes "Weg mit den Barrieren" hin. "Auf unserer Internetseite www.weg-mit-den-barrieren.de können Sie aktiv werden und auf der ,Landkarte der Barrieren' Hindernisse eintragen, über die Sie sich vor Ort ärgern", rief er die Bürger im Landkreis zum Mitmachen auf. Zudem gab er einen Überblick über die Arbeit im Kreisverband. "In der Geschäftsstelle in Lichtenfels wurden 2015 2367 Beratungen durchgeführt und 751 Rentenanträge gestellt. Es wurden 249 Widerspruchs- und 69 Klageverfahren sowie zwei Berufungsverfahren durchgeführt. Dabei konnten wir netto 253 025 Euro an Nachzahlungen für unsere Mitglieder erstreiten", erläuterte er detailliert.
Vom Netz der sozialen Sicherheit, um das Deutschland alle in der Welt beneiden würden, sprach der Kreisvorsitzende aus dem Nachbarlandkreis Kronach, Heinz Hausmann, der im Landkreis Lichtenfels als Berater in Rentenfragen tätig ist. "Der VdK hat dazu viele Impulse und Denkanstöße gegeben", sagte er.
Bezirksgeschäftsführer Roland Sack aus Bayreuth würdigte die Lebensleistung des ehemaligen Landtagsabgeordneten Otto Schuhmann (SPD), der 20 Jahre lang verdienstvoll den Ortsverband Burgkunstadt geführt hatte. In Doppelfunktion hatte Sylvia Heib an der Tagung teilgenommen: Als Ortsvereinsvorsitzende stellte sie die Stadt Burgkunstadt mit ihren Attraktionen vor. Außerdem gab sie einen Rechenschaftsbericht über ihre Tätigkeit als Vertreterin der Frauen im Kreisverband ab. Sabine Schubert, Leiterin von Regens Wagner, informierte die Zuhörer darüber, dass die Offenen Hilfen für Menschen mit Behinderung von Regens-Wagner, die in Altenkunstadt ein Büro haben, gerade dabei sind, ein Konzept für ein Übersetzungsbüro "Leichte Sprache für Behinderte" zu entwickeln.
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