Michelau
Tradition

Temporeicher Ausnahmezustand ei der 200. Kerwa in Michelau

Am Tag, der Kindern und Familien gewidmet war, war auf dem Michelauer Anger einiges geboten.
Artikel drucken Artikel einbetten
Hoch her ging's im Autoscooter, wo die Kleinen mächtig aufs Gaspedal drückten.  Fotos: Klaus Gagel
Hoch her ging's im Autoscooter, wo die Kleinen mächtig aufs Gaspedal drückten. Fotos: Klaus Gagel
+4 Bilder

"Was ist Kerwa?" Die Antwort auf diese Frage stellte Pfarrer Martin Hain an den Beginn seiner Festpredigt zum 200. Kirchweihfest in Michelau. Dabei nahm er auch Bezug auf die zurückliegenden Diskussionen um die Neugestaltung des Kircheninnern. Auf dem Anger und in den Wirtshäusern wurde derweil kräftig gefeiert, war doch der Kirchweihsonntag den Kindern und Familien gewidmet.

"Dass die Kirchweih für viele Michelauer ein wichtiges Fest ist, dafür stehen schon die ,Fünf Tage Ausnahmezustand auf dem Anger‘. Doch im Grunde geht es um das, was im Psalm 26 beschrieben wird: ,Herr ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort wo Deine Ehre wohnt‘", gab Pfarrer Hain die Antwort. Darum geht es auch bei der Frage der Umgestaltung der Kirche. Gott, so Matthias Hain, stelle sich die Frage "Um was geht's da wirklich?" In diesem Zusammenhang plädierte Pfarrer Hain für Sanftmut, eine besonnene, gütige Haltung, wie sie uns Jesus vorlebt.

Kraft, Zeit und Mühe

Vor 200 Jahren hätten sich die Michelauer mit viel Kraft, Zeit und Mühe ein Gotteshaus gebaut. Gott soll in Michelau groß rauskommen, nicht einzelne Menschen. "Natürlich geht es auch darum, dass ich mich (gemeint ist der einzelne Christ) hier an dieser Stätte wohlfühle", so Pfarrer Hain.

Nach dem Festgottesdienst und dem gemeinsamen Abendmahl waren alle eingeladen, auf dem Kirchplatz gemeinsam mit schmackhafter Weißwurst und schäumendem Bier einen Kirchweih-Frühschoppen zu feiern. Der Kirchenvorstand sorgte für die Bewirtung und der Posaunenchor für Stimmung.

Auf dem Anger begann am Nachmittag der Festbetrieb für den großen Kindernachmittag. Jedes Kind unter 18 Jahren erhielt Gutscheine für eine Freifahrt, ein Essen und ein Getränk. Weitere vergünstigte Karten für die Fahrgeschäfte und alkoholfreie Getränke gab es bei den Schaustellern bis in die Abendstunden.

Die waren mit ihrem vollen Programm angerückt. Mächtig Spaß hatten die Kleinen bei ihren Verfolgungsjagden und dem unvermeidlichen Crash im Autoscooter. Mit der Schiffschaukel ging's hoch hinaus, am Spickstand wurde mit Wurfpfeilen auf bunte Luftballons gezielt und unter der Aufsicht von Mama und Papa auch schon mal in der Schießbude auf die weißen Röhrchen angelegt.

Ab 15 Uhr gab's beim Spielmobil des Landkreises Kinderschminken gratis. Mit Pinsel und bunten Farben verwandelten sich die Jungs in Spiderman und die Mädels in eine Fee oder einen Schmetterling. Natürlich kamen auch die Erwachsenen nicht zu kurz. Bei bester Verpflegung und akzeptablen Getränkepreisen genoss man das herrliche Sommerwetter, das in den Abendstunden von Hartmut Zeis mit beliebten Oldies musikalisch untermalt wurde.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren