Hochstadt am Main
Polizeiermittlungen

Tankstellenräuber flüchtet durch die Mainauen

Nach dem bewaffneten Überfall auf die OMV-Tankstelle in Hochstadt (Landkreis Lichtenfels) hofft die Kripo auf Hinweise aus der Bevölkerung. Der Pächter der Tankstelle lobt die betroffene Mitarbeiterin, sie habe sich vorbildlich verhalten.
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Die Ermittlungen nach dem Überfall auf die Tankstelle in Hochstadt laufen auf Hochtouren. Foto: Stefan Johannes
Die Ermittlungen nach dem Überfall auf die Tankstelle in Hochstadt laufen auf Hochtouren. Foto: Stefan Johannes
Am Tag nach dem Tankstellenüberfall läuft der Betrieb in der Hochstadter OMV-Tankstelle "normal" weiter. Soweit man nach so einem Ereignis von normal sprechen kann. Die betroffene Mitarbeiterin, die der unbekannte Täter mit einer Waffe bedroht hatte, befindet sich nach diesem Schock im Krankenstand.

Ihr Chef, Tankstellenpächter Wolfgang Scherer, sichert ihr die Unterstützung des Teams zu. "Das ist ja das Schlimme an einem Überfall: Der Täter schädigt Unschuldige. Das hinterlässt seine Spuren." Die 19-Jährige, eine Aushilfskraft, habe die Situation gut gemeistert und sich vorbildlich verhalten, lobt Scherer. Der Weiße Ring, Organisation für Verbrechensopfer, hat der jungen Frau Hilfe durch psychologische Beratung angeboten, was diese auch in Anspruch nehmen will. Auch eine Kundin erlebte den Überfall am Donnerstagabend mit.

Der Täter war mit einer Sturmhaube vermummt, trug außerdem eine weiß-pink-gestreifte Mütze mit Bommel, helle Jeans und eine schwarze Kapuzenjacke, dazu Schuhe mit auffallend gelben Schnürsenkeln. Er wird beschrieben als 20 bis 30 Jahre alt, 175 Zentimeter groß, schlank, und soll auffallend buschige Augenbrauen haben.

Die sofort eingeleitete Fahndung mit mehreren Streifenfahrzeugen und einem Polizeihubschrauber erbrachte bislang nicht den entscheidenden Hinweis. Im Zuge der Ermittlungen durch die Kriminalpolizei ergaben sich allerdings Erkenntnisse, wonach der Täter zu Fuß durch die Mainauen in Richtung Zettlitz geflüchtet sein könnte. In diesem Zusammenhang bitten die Ermittler um Hinweise aus der Bevölkerung: Wer hat gegen 21.30 Uhr in den Mainauen Richtung Zettlitz verdächtige Personen und/oder ein Fahrzeug beobachtet? Wer hat in diesem Bereich die Person mit der markanten Beschreibung gesehen?

Rückblick auf eine Serie

Jürgen Stadter, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken, sagte am Freitag, es gebe noch keine heiße Spur. Es sei aber denkbar, dass um die Tatzeit, gegen 21.30 Uhr, jemand eventuell mit seinem Hund spazieren ging und ihm dabei etwas auffiel, was im Zusammenhang mit dem Überfall stehen könnte. Alle Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Coburg unter der Telefonnummer 09561/6450 entgegen.

Obwohl in Tankstellen in der Regel keine großen Summen Geld zu holen sind - viele Kunden zahlen heutzutage bargeldlos, in Hochstadt geht man von einer Beute unter 1000 Euro aus - sind sie immer wieder Ziele für Überfälle oder Einbrüche. Im Landkreis Lichtenfels gab es im vergangenen Jahr eine Serie von Einbrüchen. Die OMV-Tankstelle in Hochstadt war sogar zweimal betroffen. "Vorher war 13 Jahre nichts passiert", erinnert sich Pächter Wolfgang Scherer. Doch liegt Überfällen und Einbruch eine unterschiedliche Motivation zugrunde. "Räuber wollen gezielt das schnelle Geld", meint der Polizeisprecher, Einbrecher seien meist auf Zigaretten aus.

Während bei einem Tankstellenüberfall im Oktober 2013 in Coburg die Polizei durch Hinweise aus der Bevölkerung die Täter schnappen konnte, gibt es bei dem Überfall im selben Monat auf die Jet-Tankstelle in Bad Staffelstein keinen konkreten Fahndungsansatz, wie Jürgen Stadter wissen lässt. Es gebe in solchen Fällen aber auch manchmal noch "Treffer" nach einer gewissen Zeit, wenn ein Täter in einer anderen Sache erkennungsdienstlich behandelt und ausgewertete Spuren verglichen wurden.

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